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App Stores als Schlüsselrolle, mehr Software-Abos und striktere Audits Die Softwarelizenz-Trends im Jahr 2015

Autor / Redakteur: Anton Hofmeier * / Florian Karlstetter

Selbst durch die Implementierung von SaaS-Anwendungen werden die Probleme von verborgener Verschwendung bei den Softwareausgaben weiter bestehen. Flexera Software über aktuelle Trends hinsichtlich Softwarelizenzierung und Lizenzmanagement.

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Softwarehersteller werden ihre Produkte in Zukunft strikter lizenzieren, um Einnahmeverluste, die durch unerlaubte Nutzung entstehen, zu vermeiden.
Softwarehersteller werden ihre Produkte in Zukunft strikter lizenzieren, um Einnahmeverluste, die durch unerlaubte Nutzung entstehen, zu vermeiden.
(© Christa Eder - Fotolia.com)

Unternehmen werden auch weiterhin Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS), beispielsweise salesforce.com, implementieren. Aber einige der Hauptvorteile, die Anbieter von SaaS-Lösungen anführen, etwa die Reduzierung der Gesamtkosten für Software sowie die Vermeidung nichtverwendeter Software, werden sich nicht so ohne weiteres realisieren.

Denn in den SaaS-Budgets werden sich auch nach wie vor nichtgenutzte Positionen verstecken. Unternehmen sollten sich daher proaktiv darum bemühen, die Lizenzkomplexität von SaaS-Anwendungen zu verstehen. Mit angemessenen Prozessen und Technologien für die Softwarelizenzoptimierung lässt sich die Komplexität beherrschen, Ausgaben minimieren und sicherstellen, dass nur tatsächlich benötigte Lizenzen gekauft werden.

Unternehmen werden die potenziellen Auswirkungen von IT-Änderungen auf Software-Budgets analysieren – bevor die Änderungen umgesetzt werden.

Softwarelizenzmanagement in Unternehmen erfolgt herkömmlicherweise reaktiv und retrospektiv. Angesichts von bevorstehenden Softwarelizenz-Audits (und den deswegen drohenden Nachzahlungen) werden Prozesse und Technologien implementiert, um einen Überblick von dem aktuellen Lizenzstatus zu erhalten. Diese Strategie blickt aber naturgemäß nur auf den historischen und aktuellen Lizenzverbrauch, um den gegenwärtigen Status zu bewerten.

2015 werden zahlreiche Unternehmen ausgeprägte Infrastrukturen für Softwarelizenzoptimierung im Einsatz haben. Dadurch erreichen sie ein wesentlich proaktiveres Lizenzmanagement. Sie werden die potenziellen Auswirkungen von Änderungen auf Lizenzpositionen und IT-Umgebungen – beispielsweise durch Virtualisierung – analysieren und die entsprechenden Effekte auf die Softwarelizenzkosten vorab kalkulieren. Durch diese Voraussagen können Unternehmen komplexe Software-Assets strategisch verwalten sowie im Zuge dessen Kosten und Compliance-Risiken deutlich reduzieren.

Softwarelizenzierung orientiert sich noch stärker am Nutzer – Auswahl und Komplexität nehmen zu

Die Epoche der unbefristeten Softwarelizenzen neigt sich 2015 dem Ende zu. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ihnen unterschiedliche Beschaffungsmodelle für Software ein besseres Kosten-Nutzenverhältnis bieten. Dazu zählen beispielsweise Abo-Modelle und nutzungsbasierte Modelle, bei denen sich der Preis nach bestimmten Nutzungsparametern bestimmt – etwa die Anzahl durchgeführter Transaktionen oder die Anzahl der verwendeten Features.

Aber ein einheitliches Lizenzmodell wird sich nicht durchsetzen. Daher müssen sich Unternehmen darauf einstellen, eine zunehmend heterogene und komplexe Landschaft an Softwarelizenzen zu verwalten. Letztlich können Unternehmen daraus bedeutenden Nutzen ziehen – aber nur, wenn sie diese Komplexität proaktiv verstehen und verwalten und auf diese Weise Kosten und Risiken kontrollieren können.

Anton Hofmeier, Regional Vice President Sales DACH bei Flexera Software
Anton Hofmeier, Regional Vice President Sales DACH bei Flexera Software
(Bild: Flexera)

App Stores werden eine Schlüsselrolle für IT-Dienstleistungen und Lizenz-Compliance einnehmen

Immer mehr Unternehmen implementieren einen eigenen Enterprise App Store. Dabei werden diese Self-Service-Stores nicht nur dafür eingesetzt, den Mitarbeitern einen einfachen Zugang zu Unternehmensanwendungen zu ermöglichen. IT-Abteilungen nutzen App Stores als eine ideale Umgebung, um getrennte und unterschiedlich verwaltete Systeme, beispielsweise das Application Management für Mobile und Desktops, zu konsolidieren.

Darüber hinaus lässt sich damit ein proaktives Lizenzmanagement umsetzen. Softwarebestellungen werden in bestehende Prozesse für die Softwarelizenzoptimierung integriert, so dass Mitarbeiter und IT-Abteilungen gemeinsam auf die Softwarenutzung achten, nichtbenötigte Anwendungen zurückgeben und Verschwendung minimieren.

Softwareanbieter werden unvermindert Audits durchführen

Einige Softwarehersteller können ihre ehrgeizigen Umsatzziele nur mit Straf- und Nachzahlungen ihrer Kunden erreichen und führen daher häufiger Softwarelizenz-Audits durch. Dieser Trend setzt sich 2015 unvermindert fort und wird sich deutlich auf die Kosten- und Risikoberechnungen von Unternehmen jeder Größe auswirken.

Laut einer aktuellen Studie mussten im Jahr 2014 Unternehmen nach einem Audit in 21 Prozent der Fälle Nachzahlungen von 1 Millionen US-Dollar oder mehr leisten. Microsoft stellte sich dabei als aktivster Auditer heraus. Flexera Software erwartet daher, dass sich die Anzahl der Audits und auch die Höhe der Nachzahlungen weiterhin zunehmen werden.

Softwarehersteller werden ihre Produkte strikter lizenzieren, um Einnahmen zu sichern

Laut der aktuellen BSA Global Software Survey (PDF) sind weltweit 43 Prozent der auf PCs installierten Software nicht richtig lizenziert. Dies entspricht einem Gegenwert von über 62 Milliarden US-Dollar. Daher werden 2015 die Softwarehersteller striktere Lizenzierungs-, Nachverfolgungs- und Audit-Mechanismen implementieren, um Einnahmeverluste, die durch unerlaubte Nutzung entstehen, zu vermeiden.

Zusätzlich werden die Softwarehersteller ihr geistiges Eigentum mit fortschrittlichen Methoden besser gegen Hackerangriffe schützen. Zu den Techniken, mit denen versucht wird die Softwarepiraterie zu reduzieren, zählen unter anderem Manipulationsschutz, Code-Verschleierung und Hacker-Erkennung.

2015 wird es erstmals mehr Software-Mieter als Software-Besitzer geben

Software zu mieten (in Form von Abo-Modellen) anstatt Software zu besitzen (also eine unbefristete Lizenz zu kaufen), wird bei Unternehmen immer beliebter. Die Wechselgründe unterscheiden sich dabei von Unternehmen zu Unternehmen: manche wollen Softwareausgaben von Investitionskosten (CAPEX) zu Betriebskosten (OPEX) umwidmen, einige möchten ein besseres Kosten-Nutzenverhältnis erreichen und andere wollen die anfänglichen Lizenzkosten reduzieren.

2015 wird sich dieser Trend noch verstärken und bei den meisten Softwareanbietern werden die Abonnementabschlüsse die Verkaufszahlen von unbefristeten Lizenzen übertreffen.

Hersteller von intelligenten Geräten werden ihre Software nicht mehr verschenken

Hersteller von intelligenten Geräten stehen weiterhin vor den Herausforderungen eines verschärften Wettbewerbs und von sinkenden Margen. Sie müssen daher zusätzliche Einnahmequellen identifizieren und erschließen.

Die meisten Unternehmen verschenken momentan noch die Embedded Software, die in zunehmender Maße die Hardware steuert. Die Anzahl derer wird sich zwar im Jahr 2015 verringern, aber dennoch wird auch der Großteil der Hersteller dieses geschäftswichtige Element nicht wirkungsvoll monetarisieren.

Software-Monetarisierung ist der Königsweg für Unternehmen, um Nutzen aus dem Internet der Dinge zu ziehen

Um in Zeiten des Internet der Dinge wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller von intelligenten Geräten mehr tun als nur einfach mehr Produkte zu verkaufen. Unternehmen werden daher zunehmend die eigenentwickelte Software monetarisieren. Dafür nutzen sie Techniken der Softwarelizenzierung, mit denen sich Features und Kapazitäten in unterschiedlichen Kombinationen zu- und abschalten lassen. Dadurch können sie zusätzlichen Nutzen aus den Geräten selbst sowie aus der Embedded Software generieren.

Ähnliche Mechanismen setzen bereits Hersteller von Modems und Routern ein. Kunden können anhand der Softwarekonfiguration ihre vorhandene Hardware nach Bedarf gegen Aufpreis temporär upgraden, um beispielsweise für ein besonderes Event mehr Leistung abzufragen.

Gerätehersteller werden ebenso verschiedene Lizenzmodelle, beispielsweise Pay-per-Use oder kontingentbasiert, einsetzen und so neue Zielgruppen in neuen Märkten besser ansprechen. Zudem erleichtern es Lizenzierung und Berechtigungsmanagement im Internet der Dinge, Bestandskunden regelmäßig neue Produkte und Services zu verkaufen – beispielweise als Upsell von neuen Produkt-Features oder Softwareversionen.

Nur mit automatisierten Software-Updates ist ein wirkungsvoller Schutz gegen Hacker möglich

Eine der Hauptsorgen hinsichtlich von internetfähigen Geräten ist das Risiko, dass Hacker Schwachstellen ausnutzen, um über die Embedded Software auf den Geräten Viren und Malware zu verbreiten.

Da der Schutz vor Hackern ein fortlaufendes „Katz-und Mausspiel“ ist, müssen Sicherheitspatches, sobald sie verfügbar sind, schnell und zuverlässig auf den Produkten installiert werden. Nur so lässt sich die Integrität von Hersteller und Kunden wahren. Daher werden immer mehr Gerätehersteller im Laufe des Jahres Mechanismen implementieren, die automatische Firmware- und Software-Updates sicherstellen, und so den Schutz vor IoT-Hackern wesentlich zu verbessern.

* Anton Hofmeier ist Regional Vice President Sales DACH bei Flexera Software

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