Mobile-Menu

Wie eine offene Schnittstelle den Markt verändern soll Die Security-Strategie von Cisco

Autor / Redakteur: Sylvia Lösel / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Security steht im Zentrum der Cisco-Strategie. Mit einer offenen Schnittstelle will der Hersteller das Leben in der digitalisierten Welt leichter machen: Px-Grid soll helfen, auch in heterogenen Netzwerken eine effiziente Sicherheitsstruktur zu etablieren.

Firma zum Thema

Px-Grid soll helfen, eine effiziente Sicherheitsstruktur zu etablieren – auch in heterogenen Netzwerken.
Px-Grid soll helfen, eine effiziente Sicherheitsstruktur zu etablieren – auch in heterogenen Netzwerken.
(Bild: pixabay)

Trotz eines starken Mittelstands ist Deutschland beim Thema Digitalisierung noch lange nicht so weit, wie es sein könnte. Den Grund dafür macht Cisco beim Thema Security aus. Viele Unternehmen befürchten einen Imageschaden, sollte bei ihnen eine Security-Panne erfolgen und publik werden. Dahinter stehe oft die Befürchtung, dass Security-Lösungen nicht wirklich zuverlässig greifen. Ein weiteres Problem vieler Unternehmen: der Wildwuchs in den Firmen-Netzwerken. Über die Jahre hinweg habe man hier eine Firewall installiert und dort eine Antivirus-Software – eine überschaubare Landschaft sei dabei jedoch nicht entstanden.

Die Heterogenitäts-Falle

Wenn nun künftig auch noch Sensoren des IoT hinzukommen, dann ist diese Sicherheits-Architektur so nicht mehr beherrschbar, prophezeit Torsten Harengel, Operations Director Security bei Cisco Deutschland. Weitere Minuspunkte finge sich eine derartige IT-Landschaft dadurch ein, dass man Angriffe lange Zeit nicht erkenne und deshalb oft erst nach Monaten darauf reagiere. Zeit genug für Datendiebe, sich hier in aller Ruhe kritische Daten zu eigen zu machen und Schadsoftware aufzuspielen. Dazu kommt dann noch eine geringe Wirtschaftlichkeit, da der Betrieb und die laufenden Aktualisierungen äußerst kostspielig sind und sich im schlimmsten Fall, dank Fachkräftemangel, nicht einmal mehr genug Personal findet, das den Dschungel managt.

Die Integrations-Antwort

Auf all diese Probleme habe Cisco nun eine Antwort. Mit der „integrierten Sicherheitsarchitektur“ will der Hersteller alten Zöpfen den Garaus machen. Geringe Betriebskosten, einfachere Verwaltung, schnelle Reaktionszeiten und ein ständiger Austausch aller Komponenten untereinander – das sind die Haupt-Bonuspunkte, die Cisco seiner Lösung zuschreibt. Um zu dieser zu kommen hat der Hersteller viel Geld in die Hand genommen und rund vier Milliarden Dollar investiert – in Eigenentwicklungen aber auch in Akquisitionen. Rund 5.000 Leute arbeiten bei Cisco im Themenkomplex Security.

Dabei müsse man sich heute darüber im Klaren sein, dass es keinen 100-prozentigen Schutz gebe. Wie Cisco-CEO Chambers so schön formulierte: „Es gibt nur Unternehmen die gehackt wurden, und solche, die noch nicht wissen, dass sie gehackt wurden.“

Künftig soll eine Sicherheitsarchitektur also alle Komponenten miteinander vernetzen und über eine Management-Oberfläche sichtbar und steuerbar machen. Damit dies auch mit bereits vorhandenen Komponenten funktioniert, hat der Hersteller eine offene Schnittstelle namens Px-Grid entwickelt. Diese versetze Partner in die Lage, Adaptionen in den Netzwerken ihrer Kunden zu machen und die heterogene Architektur zusammenzuführen. Im Hintergrund arbeitet bei Cisco ein Experten-Team, das Angriffe analysiert und daraus Prognosen erstellt. Diese Infos fließen in sämtliche Cisco-Produkte mit ein, und diese Infos stehen somit auch den Kunden zur Verfügung, die sich für eine derartige Lösung entscheiden. Dabei sei klar, sagt Harengel, dass das Ganze umso besser funktioniere, desto mehr Cisco-Produkte an Bord wären. Aber prinzipiell könnten Kunden auch mit einer kleinen Lösung einsteigen. Die Standardreaktionszeit auf Angriffe liege in der Industrie im Moment bei rund 100 Tagen, Cisco habe diese auf 13 Stunden gesenkt. Und, so Harengel, man sei dann auch in der Lage Gegenmaßnahmen zu ergreifen und könne Geräte automatisiert vom Netz nehmen.

(ID:44327092)

Über den Autor

 Sylvia Lösel

Sylvia Lösel

Chefredakteurin IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien