Migration ohne Bruchlandung - Netzwerkspezialisten als „missing link“

Die Marktreife von Unified Communications aus der Cloud

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Florian Karlstetter

Unified Communications and Collaboration - Strategien auf dem Prüfstand: On-Premise, als Hosting oder als Service aus der Cloud?
Unified Communications and Collaboration - Strategien auf dem Prüfstand: On-Premise, als Hosting oder als Service aus der Cloud?

Derzeit laufen die Bemühungen der Anbieter aus dem UCC-Umfeld auf Hochtouren, mit neuen Angebotspaketen bei den Unternehmen auch „in der Wolke" zu punkten. Doch wie ausgereift ist dieses noch recht neue Betriebsmodell? Eine Bestandsaufnahme.

Was sich im Einzelnen dahinter verbirgt und wieweit die Marketingversprechen bereits Wirklichkeit sind, die mobile betriebliche UCC-Strategie stärker in Richtung Cloud Computing zu verschieben, das sollten Unternehmen im Rahmen einer detaillierten Kosten-Nutzen-Analyse selbst heraus finden. Beim Projektdesign und der Abwicklung sind gerade die Netzwerkspezialisten ein unverzichtbares Bindeglied.

Zunächst einmal stellen sich unzählige Fragen für die im Unternehmen zuständigen Netzwerkexperten. Denn bekanntlich gibt es keine marktreife UCC-Strategie von der Stange zu ordern. Neben der Auswahl der richtigen Zielgebiete liegt die größte Herausforderung im Zusammenstellen der passenden Anbieter und Produkte.

Dazu gehört auch die Aufgabe, sich eingehend mit den rechtlichen und sicherheitstechnischen Risiken und Nebenwirkungen zu befassen, die sich mit einem möglicherweise radikaleren Schwenk in die Computerwolke ergeben.

Mix aus beiden Welten

Fest steht aber auch: In der Praxis haben sich beide Welten zwischen Cloud Computing und der stationären PC-Welt längst durchmischt, was freilich den Überblick einschließlich der drastisch zunehmenden mobilen Anwendungen nicht gerade vereinfacht.

Gelegentlich wird dieser technische Trend auch als „UCC as a Service“ etikettiert, aber es existieren zweifellos unterschiedliche Modelle und Strategien zwischen Eigennutzung (On-Premise) oder den alternativ sich präsentierenden Hosting-Varianten.

Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst – Connected Enterprise beim Analystenhaus Pierre Audoin Consultants (PAC).
Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst – Connected Enterprise beim Analystenhaus Pierre Audoin Consultants (PAC).

Welches also ist der beste Mix, um Beherrschbarkeit, Skalierbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit in einem leistungsfähigen Dienstleistungspaket zu bündeln? „Man muss sich zunächst über die eigene UCC-Strategie für das Unternehmen klar werden“, gibt Marktanalyst Dr. Andreas Stiehler von Pierre Audoin Consultants (PAC) GmbH zu bedenken.

Die damit verbundenen relevanten Fragestellen lauten: Welche Ziele sollen mit der UCC-Strategie überhaupt verfolgt werden? Wo hapert es derzeit bei der Kommunikation oder in der Zusammenarbeit? Welche Anwendungen benötigen die Nutzer? Sollen UCC-Funktionen in andere Anwendungen integriert werden, z.B. die Telefonie in ein CRM-System?

Erster Schritt: Sorgfältige Analyse vor der Planung

Der Marktanalyst von PAC hält daran anknüpfend eine Empfehlung parat: Erst wenn das UCC-Konzept möglichst exakt spezifiziert sei, sollten Unternehmen über das dazu passende Betriebskonzept nachdenken. „Dabei können die Anwender nicht nur zwischen den beiden Extremen Eigeninstallation oder Cloud entscheiden. Sie können eine UCC-Lösung auch On-Premise installieren und von einem Dienstleister als Managed Service betreiben lassen“, so Andreas Stiehler weiter.

Thomas Nicolaus, Leiter Collaboration Architektur bei Cisco Deutschland.
Thomas Nicolaus, Leiter Collaboration Architektur bei Cisco Deutschland.

Die Thematik aus der täglichen Praxis in den Unternehmen heraus ergänzt Thomas Nicolaus, Leiter Collaboration Architektur bei Cisco Deutschland. Der Netzwerkspezialist unterscheidet zwischen einer Public Cloud, einer Private Cloud und einer Virtual Private Cloud. Bei der Public Cloud nutze der Partner eine gemeinsame virtuelle Hardware-Plattform und biete darauf aufbauend dezidierte UC-Applikationen pro Kunde an. Dabei verfüge der Partner als Provider oder System Integrator auch über die Lizenzen, die er nach Vertragsende wieder für einen anderen Kunden einsetze.

„Public Clouds sind für den Endkunden am schnellsten skalierbar, da der Partner eine UC-Plattform gemäß seines Business Plans im Rechenzentrum für viele Kunden aufbaut und bei richtiger Planung immer genügend Lizenzen und Kapazitäten zur Verfügung hat, um ad hoc mehr Ports zur Verfügung zu stellen“, sagt Nicolaus.

Aus Unternehmenssicht wiederum lautet das Gebot der Stunde, sich die kleinen, aber feinen Unterschiede bei der Auswahl zu vergegenwärtigen. Beim Netzwerkspezialisten Cisco etwa wird die Private Cloud im Data Center des Kunden aufgebaut. Im Normalfall ist der Endkunde somit auch der rechtmäßige Besitzer der UC-Lizenzen. Diese Modellvariante favorisiert man bei dem Ausrüster vor allem bei einem höheren Niveau an Sicherheitsvorschriften.

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