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Der Microsoft Windows Server 2008 und sein Betrieb Die Kombination alter und neuer Bedienkonzepte erschwert die Administration

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Zur Administration des Windows Servers 2008 stellt Microsoft eine Vielzahl an Werkzeugen und Tools bereit. Gänzlich neu ist dabei der Server Manager. Doch auch viele altbekannte Tools stehen für die Verwaltung des Servers zur Verfügung. Leider ist die Kombination aus Altem und Neuem jedoch nicht an allen Stellen gut gelungen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit des Admins ist also Pflicht.

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Die Administrationswerkzeuge des Windows Servers 2008 erscheinen je nach Aufruf unterschiedlich
Die Administrationswerkzeuge des Windows Servers 2008 erscheinen je nach Aufruf unterschiedlich
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Prinzipien zur Verwaltung des Servers hat Microsoft größtenteils beibehalten. Unter dem Start-Menü ist, wie auch beim Windows Server 2003, ein Menü administrativer Tools zu finden. Dieses enthält viele Werkzeuge zur Verwaltung des Rechners. Dazu zählen beispielsweise die Verwaltungs-Tools Terminal Service, Event Viewer, Task Scheduler und die Services. Auch das Control Panel (System Steuerung) gehört weiterhin zum Umfang der Systemverwaltungstools, mit ähnlichem Aufbau wie heute.

Gänzlich neu hingegen ist der Server Manager. Laut Microsoft soll darüber in Zukunft der Großteil der Verwaltungsaufgaben des Windows Servers abgewickelt werden. In manchen Dokumentationen ist gar zu lesen, dass der Server Manager alle Elemente zur Verwaltung eines Windows Servers 2008 beinhalten würde, was jedoch gehörig übertrieben ist. Auch in Zukunft wird sich der Administrator also die unterschiedlichen Tools zusammensuchen und einzeln bedienen müssen.

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Die grundlegende Einteilung des Server Managers kennt fünf Bereiche: Roles, Features, Diagnostics, Configuration und Storage. Unter den Roles (Rollen) finden sich alle Rollen des Windows Servers 2008, gleiches gilt für die Features, auch sie können an dieser Stelle direkt angewählt werden. Den Eintrag Add/Remove Programms (Software) im Control Panel sucht man aber vergebens. Stattdessen muss die Installation von Software nun über die Rollen und Features erfolgen.

Unter dem Eintrag der Diagnostics des Server Managers werden die Tools zu Systemüberwachung und -diagnose zusammengefasst. Die Unterpunkte der Gruppe Diagnostics sind der schon bekannte Event Viewer, der neue Reliability und Performance Monitor und der Device Manager. Im Reliability und Performance Monitor findet sich nun eine Übersicht zu allen wichtigen Systemressourcen, als da wären, die CPU, die Festplatten, das Netzwerk und der Speicher. Bei Multicore-CPUs wird automatisch die Auslastung aller Kerne eingeblendet.

Der Zweig Configuration des Server Managers verfügt über die Einträge Task Scheduler, Windows Firewall, Services, WMI Control sowie Local User und Groups. Der Block Storage listet die Einträge zum Windows Server Backup und Disk Management auf.

Halbherzige Zentralität

Der Server Manager fasst damit sicherlich viele Funktionen an einer zentralen Stelle zusammen, aber eben beileibe nicht alle. Dies wird an der letzten Option Storage am deutlichsten. So finden sich in dieser Option des Server Managers lediglich Teile zur Speicherverwaltung. Im Menü der administrativen Tools sind drei weitere Einträge (Share and Storage Management, iSCSI-Initator und Storage Explorer) vorhanden, die sich ebenfalls dem Thema der Speicherverwaltung widmen, aber im Server Manager nicht abgebildet sind.

Dieser Aufbau wirkt auf den ersten Blick irritierend und es wird nicht deutlich, wozu nun mit dem Server Manager eine weitere Verwaltungsschicht geschaffen wurde. Für Microsoft ist die Sache allerdings klar. Mit dem Server Manager will man eine zentrale Verwaltungsstelle für nahezu alle Server-Konfigurationen schaffen. Die bestehenden Einträge in den Menüs der administrativen Tools oder des Control Panel sind einmal mehr der Kompatibilität im Umgang mit früheren Versionen des Windows Servers geschuldet und sollen auch den Benutzern frühere Systeme den Umgang damit möglichst einfach machen.

Dies ist sicher richtig und gilt teilweise schon seit mehreren Versionen der Betriebssysteme. Offensichtlich wagt man sich auch in Redmond aber nicht daran, einen endgültigen Schnitt vorzunehmen und die Verwaltung komplett neu aufzubauen. Andererseits verlangt eine rollenbasierte Verwaltung der Serversysteme auch unterschiedliche Werkzeuge mit unterschiedlichen Tools und Berechtigungen. Und dies führt leider zu mehreren unterschiedlichen Logiken der Bedienung.

So sind beispielweise die Funktionen des Event Viewer und des Task Scheduler sowohl über die Aufrufsequenz Start -> Administrative Tools -> Computer Management aber auch direkt über Start -> Administrative Tools -> aufrufbar. Ferner kennt auch der Server Manager einen Eintrag zum Event Viewer. Daneben stehen aber auch noch weitere Wege, um an diese Optionen zu kommen.

Extrem störend ist jedoch die Tatsache, dass die unterschiedlichen Aufrufwege zu unterschiedlichen Darstellungsvarianten führen. Die System Properties des Server Manager beispielsweise führen zwar letztendlich zu den selben Datenbankeinträgen wie jene, die über das Kontextmenü (rechte Maustaste) im Explorer eingeblendet werden, die Dialog-Darstellung ist jedoch komplett abweichend und suggeriert damit Änderungen an unterschiedlichen Parametern (siehe hierzu auch Abbildung 3).

Die vielen unterschiedlichen Wege und teilweise unterschiedlichen Darstellungsformen machen die Einarbeitungsphase und spätere Abstimmung zwischen mehreren Administratoren sicher nicht einfacher.

Fazit

Die Verwaltung eines Windows Servers 2008 verlangt vom Administrator einerseits, sich mit neuen Werkzeugen zu beschäftigen, bringt ihm aber auch viel Bekanntes. Die steigenden Sicherheitsanforderungen der User Access Control erhöhen zudem den Aufwand ebenso, wie jede zusätzliche Funktion, die schließlich auch verwaltet werden muss. Wer einen wirklich schlanken und abgesteckten Windows Server 2008 sucht, findet im Server Core die Antwort, der kommt fast vollständig ohne GUI aus.

(ID:2010191)