FTTH-Council-Generaldirektor Tauber zum lahmen Glasfaser-Ausbau in Deutschland

„Die jetzigen Breitband-Netze sind am Ende.“

30.08.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Hartwig Tauber (36) ist der Generaldirektor des FTTH-Council Europe und unter anderem Mitglied der ICT-Taskforce der Österreichischen Regierung.
Hartwig Tauber (36) ist der Generaldirektor des FTTH-Council Europe und unter anderem Mitglied der ICT-Taskforce der Österreichischen Regierung.

Das FTTH Council Europe ist ein Branchenverband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Ausbau von Glasfaser-Breitbandnetzen bis zu den Teilnehmeranschlüssen zu beschleunigen. Rund 140 Mitgliedsunternehmen zählt der Verband. Mit dem Generaldirektor des FTTH Council Europe Hartwig Tauber führte IP-Insider ein Gespräch über die Aktivitäten des Verbands und die Notwendigkeit des Glasfaserausbaus.

„Wir wollen erreichen, dass bis 2012 mindestens ein Prozent aller Haushalte in mindestens 15 Ländern, in denen das Council vertreten ist, sowie mindestens 10 Prozent aller Haushalte in acht dieser Länder direkt an FTTH-Netze angeschlossen sind“, sagt Professor Tauber. In dieser Woche veröffentlicht das FTTH Council die aktuellen Zahlen über den Stand des Glasfaserausbaus. Ohne den Informationen vorgreifen zu wollen, lässt sich sagen, dass Deutschland einen Nachholbedarf hat.

Warum sprechen wir miteinander?

Hartwig Tauber: Unser Ziel ist es, den Glasfaser-Ausbau voranzutreiben. Denn Ideen, was sich mit schnellem Breitband alles machen ließe, gibt es genug, vom Online-Gaming privater Anwender über On-Demand-Fernsehen bis zu sicherem Backup in den Unternehmen. Doch bis jetzt sind die Leitungen so schmal, dass sich die Vorstellungen und Wünsche nicht umsetzen lassen.

Das 2004 gegründete FTTH Council Europe vereint rund 140 Unternehmen der Glasfaser-Industrie wie Ericsson, Cisco, Adva, jedoch keine Netzwerkbetreiber. Bis jetzt waren wir eher im Hintergrund aktiv. Doch so ehrgeizige Ziele, wie sie etwa die Digitale Agenda vorgibt, nach der 2020 allen Haushalte mindestens 30 Megabit im Downstream zur Verfügung stehen sollen und der Hälfte aller Breitbandkunden 100 Megabit, lassen sich mit den jetzigen Ausbauplänen der Telekommunikationsunternehmen nicht in Einklang bringen.

Unser Ziel ist es, die Netzbetreiber zu überzeugen, dass Glasfaser das Optimum ist. Da es in unserer Reihen keine Carrier und Operatoren gibt, können wir auch mit allen reden, mit dem VATM, Breko, Buglass … Zum Beispiel gibt es bei den Operatoren unterschiedliche Ansätze zur Netzneutralität. Um den Glasfaserausbau zu fördern brauchen wir nicht Partei zu ergreifen.

Wir wollen jetzt eine aktivere Rolle einnehmen als bisher, mehr aufklären und mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Sie sagen, das FTTH Council Europe sei seit 2004 aktiv. Worin bestanden die Aktivitäten bisher?

Hartwig Tauber: Im September soll es neue Regulierungsrichtlinien für das so genannte „Next Generation Network“ geben. Da hat das Council Einfluss genommen.

weiter mit: Warum sind neue hier neue Regeln notwendig?

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