Kommunikation als Heilsbringer in IT-Abteilungen

Die IT ertrinkt in einer Flut von irrelevanten Daten

| Autor / Redakteur: Thomas LaRock / Andreas Donner

Thomas LaRock, Datenbankexperte und „Head Geek” bei SolarWinds, denkt, dass man bei einem Besuch im Restaurant viel über die richtige Kommunikation in IT-Abteilungen lernen kann.
Thomas LaRock, Datenbankexperte und „Head Geek” bei SolarWinds, denkt, dass man bei einem Besuch im Restaurant viel über die richtige Kommunikation in IT-Abteilungen lernen kann. (Bild: SolarWinds)

Mangelnde Kommunikation zwischen einzelnen IT-Teams, Silo-orientierte Architekturen und eine schier unüberschaubare Menge an Daten, von denen die meisten für die meisten irrelevant sind, erschweren IT-Experten das Leben. Ein aufmerksamer Besuch im Restaurant kann zeigen, wo das Problem liegt und wie man’s besser macht.

An der Art, wie Restaurants auf Kinder und Erwachsene unterschiedlich eingehen, kann man sehr gut sehen, wie verschiedene Zielgruppen unterschiedlich angesprochen werden. Beispielsweise gibt es einen klaren Unterschied zwischen der regulären Speisekarte und der Kinderspeisekarte. Die reguläre Speisekarte weist viel mehr Gerichte auf und ist manchmal so umfangreich, dass es einem schwerfällt, innerhalb eines angemessenen Zeitraums eine Wahl zu treffen. Die Kinderspeisekarte dagegen besteht gewöhnlich lediglich aus fünf bis sieben Gerichten, was Kindern die Auswahl des gewünschten Gerichts erleichtert.

Die regulären Speisekarten sind in manchen Restaurants tatsächlich so kompliziert, dass Experten zur Unterstützung der Gäste benötigt werden. In entsprechend extravaganten Restaurants gibt es möglicherweise sogar einen Sommelier. Diese Experten helfen den Gästen bei der Wahl der passenden Flasche Wein zu ihrem Essen, während die Kinder Hähnchen-Nuggets und Pommes Frites genießen und dazu eine Limo trinken.

Wenn man genauer darüber nachdenkt, wird einem klar, dass die unübersichtliche Speisekarte und die Zustände in Unternehmen und Konzernen jeglicher Größe sich sehr ähnlich sind.

Fast jeder IT-Experte hat bereits Erfahrung mit Silos in der Unternehmens-IT. Teams, die zusammenarbeiten müssen, kämpfen mit der Kommunikation untereinander. Datenbank- und Systemadministratoren sind dafür ein hervorragendes Beispiel. Der Aufstieg von DevOps lenkt lediglich die Aufmerksamkeit auf ein Problem, das bereits seit Jahrzehnten existiert: Die IT ertrinkt in einer Flut von Daten, die nur wenig oder nichts mit ihr zu tun haben. Noch schlimmer ist es, dass jedes Silo eigene Daten darüber aufweist, was innerhalb der Infrastruktur vor sich geht – sozusagen eine eigene Version der Wahrheit.

Zunahme der Bedeutung und des Werts von Daten

Durch die Zunahme der Bedeutung und des Werts von Daten für Unternehmen sowie für Einzelpersonen wird auch der Zugriff auf Daten und deren Weitergabe einfacher. Wir erhalten und versenden täglich eine große Datenmenge. Aber ohne Kontext und die Möglichkeit dafür zu sorgen, dass jeder auf dem gleichen Stand ist (wie beispielsweise beim berühmten Stein von Rosetta), verlieren die Daten weitgehend ihre Bedeutung, sobald sie das Ursprungssilo verlassen haben.

Aus diesem Grund haben die verschiedenen Gruppen, aus denen die traditionelle IT-Abteilung besteht, Probleme mit der Kommunikation. Sie sprechen gewissermaßen nicht dieselbe Sprache. Es überrascht deshalb nicht, dass sich im Laufe der Zeit Silos bilden.

Die folgenden Punkte können dabei helfen, die Kommunikation zwischen allen IT-Teams in jeder Organisation zu verbessern:

Welche drei wichtigsten Prioritäten haben die einzelnen Teams? Verantwortliche sollten nach den Messdaten suchen, die diese drei Prioritäten unterstützen. Einige Messdaten können sie sich möglicherweise selbst beschaffen, andere Messdaten müssen dagegen von anderen Teams bereitgestellt werden. Es kommt dabei darauf an, dass sie sich nur auf die drei wichtigsten Messdaten und die Zielsetzungen konzentrieren und daran denken, dass sich die drei Messdaten im Laufe der Zeit (oft) ändern werden.

Erkenntnisse müssen geteilt werden. Unabhängig davon, ob Einzelpersonen oder Manager Informationen teilen, kommt es darauf an, dass die Teams gemeinsam über die drei wichtigsten Messdaten und Zielsetzungen sprechen. Durch das Teilen dieser Daten auf sinnvolle Weise kann jeder die Bedürfnisse und Motivationen aller Teams verstehen.

Teams müssen an den Überschneidungen arbeiten. Auf diese Weise können sie aussagekräftige Daten an andere Teams weiterleiten, anstatt endlose wöchentliche E-Mails mit einem Zusammenfassungsbericht abzuliefern, die keinen oder nur geringen Nutzen haben. Stattdessen sind die E-Mails klar und präzise und liefern die Messdaten, mit deren Hilfe die Teams besser miteinander kommunizieren können.

So können beispielsweise Anfragen wie „der Server ist langsam“ durch „dieses spezielle Codesegment in dieser speziellen Anwendung verursacht Leistungsprobleme“ ersetzt werden. Hier geht es wieder um die bereits erwähnte einzige Version der Wahrheit. Tools, die die End-to-End-Transparenz über die Infrastruktur ermöglichen, können in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag leisten.

Fazit

Datenprofis müssen nach Möglichkeiten suchen, damit Experten in geringerem Umfang Teams bei der Kommunikation unterstützen müssen. Sie benötigen abgestimmte Daten, die auf sinnvolle Weise geteilt werden können. Und sie müssen den Benutzern dabei behilflich sein, zu verstehen, welche Aktionen basierend auf diesen Daten gegebenenfalls erforderlich sind.

Andernfalls haben sie am Ende sozusagen unzufriedene Kinder, denen Essen vorgesetzt wird, das ihnen nicht schmeckt. Und das möchte wirklich niemand!

Über den Autor

Thomas LaRock ist Datenbankexperte und „Head Geek” bei SolarWinds. Er arbeitet seit 2013 für SolarWinds, nachdem Confio, das Unternehmen, für das er vorher tätig war, von SolarWinds übernommen wurde. LaRock verfügt über langjährige Erfahrung mit diversen Datenbank-Systemen, darunter SQL Server, Oracle und DB2 und wurde von seinem Head-Geek-Kollegen Patrick Hubbard schon als SQL-Rockstar bezeichnet.

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