TK-Anbieter auf Geschäftskundenfang – da gibt es was zu lernen

Die IT-Chancen eines All-IP-Netzes

27.11.2009 | Redakteur: Ulrike Ostler

Putz & Partner sehen für Telcos Raum, mit IT-Services auf Geschäftskunden zuzugehen.
Putz & Partner sehen für Telcos Raum, mit IT-Services auf Geschäftskunden zuzugehen.

Wo locken saftige Wiesen?

Eines der Angebote von TK-Unternehmen: Niederlassungen, mobile Mitarbeiter oder Partnerunternehmen über ein gemeinsames virtuelles privates Netzwerk zu verbinden und Daten auszutauschen; Bild: Versatel
Eines der Angebote von TK-Unternehmen: Niederlassungen, mobile Mitarbeiter oder Partnerunternehmen über ein gemeinsames virtuelles privates Netzwerk zu verbinden und Daten auszutauschen; Bild: Versatel

Senne spricht von einer Verschiebung im Markt. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung sei „die Cloud“. Das Computing in und aus der Wolke lässt Unternehmen standardisierte IT-Services einkaufen, etwa Mail-Dienste oder Storage.

Telekommunikationsunternehmen wie BT aber verstünden sich gut auf standardisierte Dienste, immerhin verkauften sie seit über 100 Jahren Telefonie als Service.

Ein weiterer Treiber ist der schrumpfende, im besten Fall stagnierende TK-Markt, nicht nur die Anschluss- und Verbindungsgebühren fallen, auch die Preise für Bandbreiten. Zugleich bleibe der Ausgabemarkt für TK- und IT nahezu unverändert, so nur noch schwer Wachstum mit einem Mehr an Anschlüssen realisierbar. Vielmehr drängten die TK-Anbieter in neue Geschäftsbereiche vor und hier sind die Geschäftskunden besonders interessant.

Auch für BT Germany steht fest: „Vor zehn Jahren war das noch nicht unser Markt“, so Senne. Neu sind unter anderem Dienste, mit denen sich Budgets anzapfen lassen, die in den Unternehmen nicht von den TK- und IT-Abteilungen verwaltet werden. Dazu gehören etwa Audio- und Video-Konferenzen sowie Messaging. Unternehmen kaufen solche Systeme oder auch Dienstleitungen ein, um Reisekosten zu sparen. Dienste und Equipment werden somit aus anderen als den IT/TK-Kassen bezahlt.

Das merkten auch andere TK-Spezialisten. BT-Experte Senne erwähnt das starke Interesse von Vodafone (Arcor) und T-Systems an den Services für Geschäftskunden. Auch bei Telefonica, Verizon und AT&T mache man sich Gedanken.

Dennoch zeigt sich der BT-Manager mit der BT-Umsatzentwicklung, die „fast Stagnation“ bedeute, nicht gänzlich zufrieden. Doch diese führt er letztlich auf die globale Krise zurück. Dass kein Einbruch zu verzeichnen sei, liege lediglich an den vergleichsweise langfristigen Verträgen, die BT mit seinen Kunden verbände.

Wie ergeht es T-Systems?

Die aktuellen T-Systems-Zahlen verkünden derzeit einen Einbruch (Quartalsergebnis Telekom siehe: Link unten): Die Einnahmen gingen im vergangenen Quartal um 7,5 Prozent zurück – vor allem, weil der Mutterkonzern spart. Insbesondere das Geschäft mit inländischer Kundschaft lief schlecht. Hier sackten die Einnahmen um 8,5 Prozent ab. Die Auslandsniederlassungen meldeten hingegen ein Umsatzwachstum von einem Prozent.

Nichtsdestotrotz blieb unterm Strich mehr Geld übrig: Das bereinigte EBITDA stieg im dritten Quartal um 13,8 Prozent auf 231 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT betrug 64 Millionen Euro nach zwölf Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 0,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 3,0 Prozent. Der Neun-Monats-Umsatz in diesem Jahr fiel um fünf Prozent von 6,74 Milliarden Euro auf 6,41 Milliarden Euro.

Beispiele der Konkurrenz zeigen die Bandbreite der Services. Der TK-Konzern-Ableger Orange Business Services, eine Tochter der France Telekom, will ihren Internationalen Ethernet Link Service ausweiten. Die Lösung eigne sich insbesondere für multinationale Unternehmen und Großkonzerne, die auf Hochgeschwindigkeits-Netzwerke zur Anbindung ihrer Rechenzentren angewiesen seien.

Beispiel von Orange

Dies werde von einem durch Orange bereitgestellten VPLS Ethernet-Netzwerk unterstützt. Die Lösung beinhalte neben Netzwerkgeschwindigkeiten von 10 Megabit pro Sekunde bis zu n x 1 Gigabit pro Sekunde, vier Serviceklassen mit dynamischem Bandbreiten-Management, Best-in-Class Service Level Agreements sowie einen individuellen Service-Support.

Der Anbieter wirbt: International Ethernet Link sei für Kunden prädestiniert, die ein separates Hochgeschwindigkeits-Kerndatennetzwerk brauchten, das mit dem Business-VPN-Angebot von Orange kompatibel sein müsse. Sie könnten damit ihre IT-Prozesse konsolidieren und so Kosten reduzieren. Gleichzeitig garantiere das Angebot einen sicheren und verlässlichen Sprach-, Bild- und Datenaustausch.

Kunde Areva verbindet seine Standorte in Frankreich und Deutschland mit Orange Business Services. Ansonsten gibt es die Ethernet-Services in mehr als 2.000 Städten , darunter in Österreich, Belgien, Spanien, Irland, Italien, Niederlande, Portugal, Tschechien, Großbritannien, Russland, Schweden, Schweiz und Türkei, Marokko (Casashore Technopole in Casablanca), USA und Kanada, Argentinien, Brasilien und Chile, Indien, Hong-Kong, Singapur, Japan und Südkorea sowie in Australien. Ab nächstem Monat ist der Service auch in Finnland, Polen, Mexiko, Venezuela und China zu haben.

Service Level Agreements (SLAs) garantieren eine Wiederherstellung binnen vier Stunden in Frankreich und fünf Stunden international, eine Verfügbarkeit von 99,50 bis 99,97 Prozent und eine bestimmte Leistung. Das bezieht sich auf Schwankungen, die Rahmenverlustquote und optimierte Hin- und Rückgeschwindgkeits-Verzögerung.

weiter mit: Beispiele von Versatel und Interoute

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