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Cyberangriffe verhindern Die größten IT Sicherheitslücken im Mittelstand 2020

Autor / Redakteur: Matthias Bollwein / Peter Schmitz

Mobile Malware, Ransomware-Angriffe oder Cloud Jacking. Cyberangriffe sind heute so leicht und zahlreich wie noch nie und Unternehmen stehen vor der Herausforderung diese zu verhindern. Welche Angriffsmethoden kamen 2020 zum Einsatz und wie können diese umgangen werden?

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2020 war aus vielen Gründen eine große Herausforderung für die IT-Sicherheit in Unternehmen und ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle.
2020 war aus vielen Gründen eine große Herausforderung für die IT-Sicherheit in Unternehmen und ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle.
(© Thaut Images - stock.adobe.com)

Im vergangenen Jahr wurde die IT-Sicherheit vor allem in vielen mittelständischen Unternehmen auf die Probe gestellt. Mitarbeiter arbeiten zunehmend im Home Office und somit auch in ihren eigenen privaten Netzwerken – dennoch muss Zugriff auf firmeninterne sensible Daten gewährleistet sein. Bei Problemen oder Bedenken kann die interne IT nur mit Ferndiagnosen helfen und die Nutzer sind größtenteils auf sich gestellt. Sie müssen neben der Umstellung im Arbeitsalltag auch neue digitale Sicherheitsrisiken meistern – keine leichte Aufgabe. Vor allem in Zeiten in denen sich die Statistiken um Cybercrime nur in eine Richtung bewegen: Steil bergauf.

E-Mail Phishing auf dem Vormarsch

Phishing und Malware E-Mails sind oftmals nicht mehr so einfach zu erkennen wie noch vor einigen Jahren: Sie sind gut getarnt und individuell auf die „Zielpersonen“ zugeschnitten. Wer sich aufgrund des vermeintlichen Aufwands eines solch individualisierten Angriffs nicht als vulnerables Ziel einstuft und in Sicherheit wägt, täuscht sich. Es kann ausnahmslos und ohne Rücksicht jedes Unternehmen treffen. In dieser Hinsicht ist ein Unternehmen auch von Geschäftspartnern, Kunden und deren Sicherheitsmaßnahmen abhängig. Gelangen E-Mails von externen Personen in die Hände der Cyberkriminellen, haben diese bereits inhaltlich die perfekte Grundlage für einen zugeschnittenen Angriff. Denn die Angriffe können, wenn einmal Daten abgeflossen sind, größtenteils automatisiert durchgeführt werden. Aber wie beugt man einem Angriff durch Phishing und Malware vor? Tendenziell gilt: Wachsam bleiben. Ein Klick in der falschen Mail kann schon zu viel sein. Deshalb sollten gerade „außerplanmäßige“ Mails mit besonderer Vorsicht genossen werden. Jedoch reicht das leider bei weitem nicht mehr aus. Selbst Anti-Malware-Programme werden oftmals durch listig programmierte Schadsoftware manipuliert. Grundsätzlich gilt: Selbst die beste Sicherheitssoftware hinkt immer einen Schritt zurück, denn Malware entwickelt sich stetig weiter und ist immer einen Schritt voraus. Um eine Chance gegen die kaum überschaubare Landschaft an Schadsoftware, wie Viren, Spyware und Trojaner zu haben, ist es zwar wichtig, die Sicherheitssoftware immer Up-To-Date zu halten, aber jeder Mitarbeiter, egal ob Führungsetage oder Front Office – nicht nur die IT-Abteilung – sollte regelmäßig an Sicherheitsschulungen teilnehmen. Die Kombination aus regelmäßigen Updates, einer aktiven Firewall und besonders aufmerksamen Nutzern macht es Malware schwer, ins Firmennetzwerk einzudringen.

Psychologische Tricks hacken keine Maschinen sondern Menschen

Dies gilt auch gilt für die Angriffsmethode „Social Engineering“. Nur wird es hier deutlich persönlicher: Es muss keine E-Mail geöffnet und kein Programm heruntergeladen werden, um Daten offenzulegen. Es reicht ein*e Mitarbeiter*in und ein Telefon. Beim „Social Engineering“ wird mit psychologischen Tricks über ein direktes Telefonat zwischen Angreifer und Zielperson versucht, dieser sensible Informationen zu entlocken. Bei diesem „Trend“ wird nicht das System gehackt, sondern der Mensch selbst. Vor allem hier helfen nur ausreichende Präventionsmaßnahmen. Es sollte klar definiert sein, welche Informationen an Dritte weitergegeben werden dürfen und welche – egal in welchem vermeintlichen IT-Notfall sich die betroffene Person befindet – vertraulich behandelt werden müssen.

Investition in stetige Weiterbildung zahlt sich aus

Das Denken vieler mittelständischen Unternehmen hängt noch immer daran, dass entsprechende Schulungen der Mitarbeiter Zeit und Geld kosten. Über ein Viertel der Unternehmen haben seit Beginn der Covid-19-Pandemie sogar Einsparungen in Sachen Mitarbeiterschulungen getätigt. Aber die Investition lohnt sich: Denn die Kosten in einem Ernstfall sind deutlich höher. Steht ein Betrieb über mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate still, da auf die eigenen Systeme und Daten nicht mehr zugegriffen werden kann, stecken Ausfallkosten in Millionenhöhe dahinter. Auch der Image-Verlust und der Wegfall wichtiger Kunden, darf nicht außer Acht gelassen werden. Ende des vergangenen Jahres war die Funke Mediengruppe einem Hackerangriff ausgesetzt und der Verlag wurde Opfer einer Geiselnahme ihrer eigenen Daten. Die eingedrungene Ransomware legte das gesamte System lahm, verschlüsselte sämtliche Daten und die Hacker forderten Lösegeld für die Freigabe.

Augen auf bei der Cloudlösungs- und Anbieter-Wahl

Sind Daten zusätzlich in einer verschlüsselten Cloud gesichert, kann zumindest einem Angriff durch Ransomware vorgebeugt werden. Auch hier sollte der Mittelstand aufstocken: 31 Prozent der mittelständischen Unternehmen sehen sich noch nicht gut genug für eine Migration in die Cloud aufgestellt, es fehle ihnen an Wissen und Ressourcen. Doch die passende Cloud-Lösung kann einen sicheren und entscheidenden Beitrag für die Datensicherheit des Unternehmens leisten, nicht nur im Falle von Hackerangriffen. Bei der Wahl der passenden Cloud-Lösung, sollte das Augenmerk vor allem auf dem Sicherheitsaspekt liegen – denn auch Clouds fallen regelmäßig Angriffen, wie beispielsweise „Cloud Jacking“, zum Opfer. Hier werden Clouds ausgespäht oder sogar komplett übernommen und Daten können im schlimmsten Fall trotz Backup verloren gehen. Wie auch sonst gilt: Aufmerksam bleiben und Zugangsdaten besonders schützen, etwa durch 2-Faktor-Authentifizierung. Korrekt eingerichtet und orchestriert, mit vollumfänglichen Maßnahmen durch den Anbieter, bedeutet eine Cloud-Lösung sehr hohe Sicherheit.

Viele Komponente spielen zusammen, um die Datensicherheit zu gewährleisten

Datenlecks können an jeder noch so kleinen Schnittstelle auftreten. Doch alle haben eines gemein: Einen Nutzer, der die davon ausgehende Gefahr nicht erkennt. Hier stehen Führungskräfte in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter zu regelmäßigen Schulungen zu verpflichten und das Bewusstsein für die Gefahr von diversen Hackerangriffen zu schaffen. Für erschreckende 31 Prozent der Unternehmen spielen Mitarbeiter bislang überhaupt keine Rolle in ihrer Sicherheitsstrategie. Sie unterschätzen also den Haupteintrittspfad. Um die IT-Security des Unternehmens optimal zu stärken, müssen Arbeitgeber und -nehmer zusammenspielen und an einem Strang ziehen. Helfen sich Mitarbeiter selbst, ist das zwar ein Pluspunkt in Sachen Eigeninitiative, aber möglicherweise eine Katastrophe für die IT-Sicherheit.

Über den Autor

Matthias Bollwein ist Mitgründer des IT-Startups Uniki, das mit der Private Cloud Lösung ELLY eine einfache und hochsichere IT-Lösung für mittelständische Unternehmen anbietet. In der privaten Cloud werden Geschäftsanwendungen zur Verfügung gestellt, deren Daten automatisch verschlüsselt werden. Weitere Maßnahmen tragen zum ganzheitlichen Ansatz der Datensicherheit in der Cloud bei.

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