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Berater von IDC bewerten Euphorie um die Pico-Funkzellen, genannt Femtocell Die Femtozellen kommen – Wer hat wann was davon?

| Autor / Redakteur: Joao da Silva und Dan Bieler / Ulrike Ostler

Femtozellen sind Mobilfunkzellen, beziehungsweise Minibasisstationen. Sie haben inzwischen das Potenzial, die Architektur und den Betrieb mobiler Netze sowie den Zugang zu mobilen Services ein für alle mal zu verändern. Im Laufe der nächsten sechs bis neun Monate werden in Westeuropa eine ganze Reihe Probeinstallationen mit Femtozellen sowie kommerzielle Angebote auf den Weg gebracht. Was ist davon zu halten?

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Femtocell: Morgen- oder Abenddämmerung für den Mobilfunk?
Femtocell: Morgen- oder Abenddämmerung für den Mobilfunk?
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass Femtozellen in letzter Zeit viel Begeisterung hervorgerufen haben, steht außer Zweifel. Doch diese Euphorie lässt nach, und das birgt die Gefahr, dass die Marktteilnehmer einige der sicherlich vorhandenen Potenziale unterschätzen oder ignorieren.

Für Mobilnetzbetreiber (MNOs, Mobile Network Operators) bieten Services auf Femtozellenbasis (FeS, Femtocell-Enabled Services) eine echte Chance, die es ihnen ermöglicht, einige der Herausforderungen anzugehen, mit denen der Mobilfunkmarkt in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Insbesondere geht es darum, die vorhandene Umsatzbasis trotz sinkender Tarife und der Konkurrenz durch die Bündelangebote von Festnetzbetreibern zu sichern sowie die Kosten zu dämmen.

Laut IDC* ergeben sich aus Femtozellen unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Gewinnung von Umsatzanteilen im Bereich Festnetzgespräche: Mit Hilfe von Femtozellen können die Mobilfunkanbieter die Preise für Anrufe auf Festnetznummern (lokal, national, international) an die Festnetz- Tarife anderer Anbieter anpassen – ein Anreiz für Kunden, ihre separaten Festnetz-Verträge aufzugeben.
  • Gewinnung von Umsatzanteilen bei anderen Festnetzdiensten: Mit Femtozellen können die Mobilfunkanbieter zudem attraktive Bündelangebote aus mobilen und Inhouse Services, Festnetzbreitbandanschlüssen für das Internet und IP-TV auf den Markt bringen. Wird das Ganze zu einem guten Preis angeboten, wäre das ein guter Grund für Kunden, ihre derzeitigen diversen Mobilfunk-, Internet- und Festnetzverträge zu kündigen und den Anbieter zu wechseln.
  • Höhere Umsätze im Mobilfunkbereich: Femtozellen verbessern im und außer Haus die Leistung des mobilen Netzes, denn der Traffic über herkömmliche Antennen, die so genannten Makrozellen, wird gesenkt. Hinzu kommt eine einfachere und bequemere Bedienung für die Nutzer. Das könnte sich positiv auf die Anzahl der Verträge und die Akzeptanz der Services auswirken.
  • Geringere Abwanderungsraten: Femtozellen helfen den Mobilfunkanbietern, ihre Kunden zu binden und deren Wechsel zu einem anderen Anbieter zu verhindern. Höchstwahrscheinlich müssen für diese Services zusätzliche Verträge mit einer Laufzeit von zwölf oder 18 Monaten abgeschlossen werden.
  • Niedrigere Betriebs- und Investitionsaufwände: Femtozellen könnten potenziell dazu beitragen, die Betriebskosten der Mobilfunkbetreiber zu senken, denn die Daten werden über den Internet-Festnetzbreitbandanschluss des Nutzers an den Provider weitergeleitet. Auch bei den Investitionsaufwänden sind Kostensenkungspotenziale vorhanden, da die Ausgaben für zusätzliche Funktürme für Makrozellen und entsprechende Ausrüstung gesenkt werden. Dennoch werden die Mobilfunkprovider den Kauf von Femtozellen bis zu einem gewissen Grad wohl subventionieren müssen, um den Markt anzukurbeln, denn gerade in der Anfangsphase dürften die Kosten ziemlich hoch sein, so dass sich nicht ohne weiteres massenhaft Käufer finden.

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