Hohe Priorität von Interoperabilität und Integration

Die Cloud-Technologie spricht für sich selbst

| Autor / Redakteur: Elke Witmer-Goßner / Andreas Donner

Agile Software-Entwicklung und moderne -Auslieferungsprozesse sind für viele Unternehmen die Herausforderung der Zukunft.
Agile Software-Entwicklung und moderne -Auslieferungsprozesse sind für viele Unternehmen die Herausforderung der Zukunft. (Bild: © daggistock - stock.adobe.com)

Der Reifegrad, aber auch die Flexibilität und Zuverlässigkeit der Technologie spielen eine größere Rolle für die Cloud-Verbreitung als die Unternehmensziele. Geschäftsrelevante Faktoren oder der Kulturwandel treiben Unternehmen also weniger in die Cloud, als bisher angenommen.

Die aktuelle Studie „The Technology Speaks for Itself – What’s Driving Companies to the Cloud”, die jetzt von der Cloud Foundry Foundation veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Unternehmen zunehmend auf ausgereifte Technologien des Plattform- und Application Layer des Stacks, wie PaaS, Container und Serverless setzen. „Wir haben es mit einem positiven Kreislauf zu tun. Die Vertrautheit mit einer Technologie hat zur Folge, dass fortschrittlichere Technologien in kürzester Zeit zum Einsatz kommen. Wir können davon ausgehen, dass Serverless in zehn Jahren so weit verbreitet sein wird wie PaaS“, erklärt Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation.

Nur wenige Unternehmen transformieren ihre IT, indem sie plötzlich in die Cloud „springen“. Tatsächlich setzen sie bedächtig Schritt vor Schritt auf ihrer Cloud-Reise. Die Forschungstätigkeit der Cloud Foundry Foundation der letzten drei Jahre zeigt, auch anhand der Ergebnisse der im Juli 2018 veröffentlichten Studie „Where PaaS, Containers and Serverless Stand in a Multi-Platform World“, dass Unternehmen nach und nach eine IT-Strategie verfolgen, die nicht nur voll auf die Cloud setzt, sondern bei der auch innovative Technologien wie PaaS, Container und Serverless kontinuierlich zum Einsatz kommen. Und immer mehr Unternehmen messen der Interoperabilität und Integration sehr hohe Priorität bei.

Cloud-Technologien verlassen ihr Nischendasein

Jahr für Jahr geben 16 Prozent mehr IT-Entscheidungsträger an, dass sie mit den neuesten Technologien experimentieren und diese die vorhandenen Cloud-Lösungen ergänzen. Im Vergleich zum November 2017 haben 13 Prozent mehr IT-Entscheidungsträger die Wahl ihrer Cloud-Provider getroffen und damit begonnen, Anwendungen auf breiterer Ebene bereitzustellen. 45 Prozent der Unternehmen entwickeln zumindest zum Teil cloud-native Anwendungen, und 40 Prozent überarbeiten zum Teil ihre Legacy-Anwendungen in puncto Architektur oder unterziehen sie einem Refactoring. Mehr als die Hälfte der IT-Entscheidungsträger entwickeln inzwischen 60 Prozent oder mehr ihrer Anwendungen in der Cloud.

Inzwischen können auch 74 Prozent der Umfrageteilnehmer einem Kollegen ohne Weiteres erklären, was unter „PaaS“ zu verstehen ist. Ein Jahr zuvor im Februar 2016 waren es nur 63 Prozent. Darüber hinaus können jetzt 49 Prozent erläutern, was „Container” sind – auch hier ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit zunehmender Vertrautheit geben nur 14 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass ein PaaS nicht zum Einsatz kommt oder evaluiert wird, und nur 13 Prozent geben an, dass Container nicht zum Einsatz kommen oder evaluiert werden. Während im August 2016 noch 51 Prozent der Umfrageteilnehmer zwischen 0 und 100 Container und nur 37 Prozent mehr als 100 Container bereitgestellt hatten, sind es heute bereits 47 Prozent mit mehr als 100 bereitgestellten Containern. Lediglich 42 Prozent stellen weniger als 100 Container bereit.

Im Februar 2016 gaben 15 Prozent mehr Umfrageteilnehmer an, dass Technologie in puncto Produktivität der Anwendungsentwicklung ein größeres Hindernis sei als Kultur. Heute geben 11 Prozent mehr Umfrageteilnehmer an, dass Kultur ein größeres Hindernis sei als Technologie. Dies legt nahe, dass ein Engagement für einen Kulturwandel notwendig ist, um von den Vorzügen der Cloud-Adoption zu profitieren.

Tendenzen in Europa

Interessant sind auch die regionalen Kennzahlen, die aus den Antworten der europäischen Umfrageteilnehmer (etwa ein Drittel) zur digitalen Transformation ermittelt wurden. Immerhin 20 Prozent der Europäer sehen in der digitalen Transformation noch eher einen Hype – verglichen mit 5 Prozent in China oder 15 Prozent in den USA. 73 Prozent halten trotzdem mit dem ständigen Wandel schritt, 27 Prozent haben das Gefühl, ins Hintertreffen zu geraten. Insgesamt sind aber 82 Prozent der Unternehmen zufrieden damit, wo sie sich auf ihren digitalen Transformationsprozess befinden. Die Anzahl der europäischen IT-Entscheidungsträger, die die Wahl ihrer Cloud-Provider getroffen und damit begonnen haben, Anwendungen auf breiterer Ebene bereitzustellen, ist im Vergleich zum November 2017 um 15 Prozentpunkte gestiegen.

Auch bei den in Europa verwendeten Tools und erwarteten Trends gibt es leichte Unterschiede. 32 Prozent nutzen Docker Swarm, 21 Prozent Apache Mesos und 11 Prozent Kubernetes. 17 Prozent der europäischen Umfrageteilnehmer nutzen bereits Serverless, 31 Prozent sind dabei es zu evaluieren. Dagegen ist Open Source Trumpf: 50 Prozent gaben an, auf Open-Source-Lösungen zu bauen. Kommende Trends sind für 28 Prozent Künstliche Intelligenz und Machine Learning sowie für 24 Prozent Cybersecurity. Viele gehen davon aus, dass diese auch die wichtigsten Trends in den kommenden fünf Jahren bleiben werden.

Die Qualifikationslücke wird in Europa entgegen der weltweiten Ergebnisse weniger wahrgenommen: 31 Prozent geben an, keine Probleme zu haben, versierte Softwarentwickler zu finden, verglichen mit 47 Prozent in China und 36 Prozent in den USA. Ein gutes Drittel gibt an, dass es ihnen an internen KI/ML-Fähigkeiten mangelt, 29 Prozent sehen Defizite beim Know-how zu Blockchain und 29 Prozent wünschen sich mehr Wissen zu Datenbanken wie MySQL, MongoDB, Cassandra, Hadoop und Couchbase.

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