IT-Awards 2020 Die beliebtesten Netzwerk-Monitoring-Anbieter 2020

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Ein belastbarer und stets aktueller Überblick über das Firmennetz ist im Geschäftsalltag unverzichtbar. Der stetige technische Fortschritt macht das aber nicht immer einfach. Moderne Netzwerk-Monitoring-Lösungen sorgen dafür, dass IT-Administratoren stets den Durchblick behalten.

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Die Komplexität moderner IT-Infrastrukturen macht den Einsatz von Monitoring-Systemen unerlässlich, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden.
Die Komplexität moderner IT-Infrastrukturen macht den Einsatz von Monitoring-Systemen unerlässlich, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden.
(Bild: © Gorodenkoff Productions OU - stock.adobe.com)

Je größer das Firmennetzwerk ist, desto eher wird die Fehlersuche zur reinsten Fleißarbeit. Netzwerk-Monitoring-Systeme, in jüngster Zeit auch unter Bezeichnung Network Performance Monitoring and Diagnostics (NPMD) bekannt, sind hierbei eine große Hilfe. Dennoch setzen immer noch viele Unternehmen auf Behelfslösungen, wie beispielsweise manuell erstellte Übersichten.

Da Netzwerke zunehmend komplexer und dynamischer als jemals zuvor werden, kann dies ein fahrlässiger Fehler sein. Zumal aktuelle Zustands- und Statusinformationen dabei auf der Strecke bleiben. Gibt es tatsächlich mal ein Problem im Netzwerk, tasten sich Administratoren dann notgedrungen von Gerät zu Gerät vor – was angesichts der hohen Zahl möglicher Fehlerquellen durchaus mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Die Leser von IP-Insider haben abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei beliebtesten Anbieter aus dem Bereich Netzwerk-Monitoring 2020:

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Alles unter einem Dach

Die grundlegende Funktionsweise im Netzwerk-Monitoring ist unverändert: Vorhandene Hard- und Software wird kontinuierlich überwacht und automatisch dokumentiert. Geräte und Software sind inventarisiert, Verbindungen und Traffic Flows ebenso wie Topographie, Bandbreiten, Verfügbarkeiten sowie Leistungsdaten der einzelnen Protokolle nachvollziehbar dargestellt. Zusätzliche Informationen aus beispielsweise Network Performance Monitoring (NPM), Network Access Control (NAC) oder Sicherheitssystemen fließen dabei über entsprechende Schnittstellen in das Gesamtbild ein.

Sind bereits Problemlösungen bekannt, lassen sich diese zentral hinterlegen. Automatisierte Prozesse, Analysen und Reportings sind ebenfalls möglich. Auf diese Weise lassen sich nahezu alle Netzwerk-relevanten Vorgänge und deren Quellen abdecken, von der Datenauslastung über die Leistung von Servern und Anwendungen bis hin zu VoIP sowie virtualisierten oder Cloud-Systemen. Neben Monitoring-Software für den Einsatz On-Premises sind verstärkt Cloud-basierte Lösungen in den Unternehmen anzutreffen. In beiden Fällen erfolgt die Verwaltung in der Regel zentralisiert. Je nach eingesetztem System ist auch die Konsolidierung bislang genutzter Einzellösungen möglich.

Unterschiede im Überblick

Bei der Netzwerküberwachung wird grundsätzlich zwischen internem und externem Monitoring unterschieden. Während internes Monitoring die einzelnen Netzwerkkomponenten direkt auf dem jeweiligen Gerät überwacht, setzt das externe Monitoring dazu zum Beispiel zusätzliche Sensoren voraus. Ähnlich sieht es bei aktivem und passivem Network Monitoring aus: Passive Überwachung lauscht nur dem Traffic im Netzwerk, während aktive Verfahren selbst Informationen mit den einzelnen Komponenten austauschen. Letzteres erlaubt zudem umfangreichere Auswertungen und Funktionen. Monitoring findet in der Regel in Echtzeit statt, um Probleme und Ausfälle möglichst zeitnah zu erkennen - im Idealfall bemerken die Anwender im Firmennetz gar nichts von etwaigen Problemen. Die Analyse archivierter Leistungsdaten ermöglicht außerdem Aussagen über die Belastbarkeit des Netzwerks und erleichtert somit zum Beispiel künftige Erweiterungen oder die Kapazitätsplanung.

Als Grundlage der Dienste dient meist das SNMP-Protokoll (Simple Network Management Protocol), über das Netzwerkkomponenten regelmäßig ihren Status melden. Über dieses Protokoll lassen sich außerdem bestimmte Informationen gezielt abrufen oder auch Parameter definieren. Weitere gängige Möglichkeiten zur Netzwerküberwachung bieten WMI (Windows Management Instrumentation) oder Virtual Machine Monitoring (VMM), auch als Hypervisor bekannt. Letzteres überwacht virtuelle Maschinen bis ins Detail, setzt dazu aber entsprechende Agenten oder Software voraus.

Trends und Herausforderungen

Der technische Fortschritt birgt auch für das Netzwerk-Monitoring eine Reihe an Herausforderungen. So ist beispielsweise damit zu rechnen, dass die 5G-Technik für mehr kritischen Traffic am Edge sorgen wird. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass Anwendungen und Dienste künftig verstärkt dort untergebracht sind. Zudem nehmen mobile Endgeräte, IoT-Systeme und Operational Technology zu. Insgesamt sind deshalb aktive Monitoring-Systeme gefragt, die neben aktuellen Echtzeitdaten auch zuverlässige Performance-Prognosen und Testläufe ermöglichen.

Gleiches gilt für hybride Infrastrukturen, die On-Premises- und Cloud-Systeme nutzen. Laut den Marktforschern von Gartner werden deshalb voraussichtlich die Hälfte aller Network-Operations-Teams ihren Monitoring-Stack bis zum Jahr 2024 überarbeiten müssen. Zukunftssicherheit geben Systeme, die hybride Architekturen inklusive Edge und Cloud Monitoring abdecken – und idealerweise auch auf das Zusammenspiel mit Security-Lösungen vorbereitet sind.

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