Personalberater warnt

Die 10 größten Fehler beim Jobwechsel

| Redakteur: Florian Karlstetter

„Ich habe nur einen befristeten Arbeitsvertrag angeboten bekommen!“

Worum geht es? Teilzeit, unbefristeter Arbeitsvertrag etc.? Es werden immer noch sehr wichtige Dinge zur Klärung bis in das finale Gespräch eines Bewerbungsprozesses geschoben. Besser früh nach wichtigen Rahmenbedingungen fragen. Der neue Job kann sonst eine Mogelpackung sein.

„Ich habe ein Wettbewerbsverbot oder eine lange Kündigungsfrist nicht berücksichtigt!“

Habe ich meine eigenen vertraglichen Voraussetzungen richtig geprüft? Kann ich überhaupt zum gewünschten Zeitpunkt anfangen? Ein bestehender Arbeitsvertrag kann so aufgebaut sein, dass der bereits gefasste Entschluss zum Jobwechsel scheitern kann. Hier ist Vorsicht geboten.

„Ich habe die Kontinuität meines Lebenslaufes mit Füßen getreten!“

„Ich habe dreimal Pech gehabt, weil das Unternehmen übernommen wurde, insolvent gegangen ist oder ich mich nicht mit meinem Vorgesetzten verstanden habe.Die kurzen Wechsel sind daher nicht in meiner Person begründet“. Ein Trugschluss: Personaler werden diese Schritte anhand der Papierform möglicherweise schon als Kriterium zur Absage heranziehen und selbst im persönlichen Gespräch wird man dieser Argumentation nur selten folgen. Es ist unerheblich, wie zu häufige Wechsel zustande kommen. Bewerber, die schnell die Nerven verlieren und rasant die Arbeitsplätze wechseln,gerade in schwierigen Situationen oder aus monetären Gründen, haben irgendwann keine Chance mehr auf einen neuen Job.

„Ich habe den Job gewechselt, ohne die finanziellen Verluste zu sehen!“

Das Lesen des eigenen Vertrages ist nicht nur in Bezug auf Wettbewerbsverbote durchaus sinnvoll. Ebenso interessant ist es, sich vor einem Jobwechsel mal anzuschauen, welche Boni, Aktien, Stockoptions oder Pensionszusagen verloren gehen können. Diese Verluste sollte man durch das neue Gehalt auffangen. Ein häufiger Fehler ist, dass Bewerber oft die einzelnen Komponenten mit dem zukünftigen Arbeitgeber separat verhandeln wollen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass z.B. Aktienzusagen bei vielen, logischerweise bei nicht börsennotierten Unternehmen, gar nicht existieren.Daher immer alle „Benefits“ über das Gehalt abbilden und nicht einzeln einfordern! Das kann beim Jobwechsel im schlimmsten Fall noch einen faden Beigeschmack hinterlassen, der dann sogar noch zum Scheitern der Vertragsverhandlungen führen kann.

„Ich habe mich im Vorfeld nicht ausreichend über das Unternehmen informiert!“

Alles im Leben und bei Jobwechseln ist heute eine Frage der richtigen Information. Mögliche Insolvenzen und Übernahmen kann man nicht voraussehen. Die Unschuldsvermutung vieler Bewerber für das eigene „Unterlassen“ ist an dieser Stelle ein Trugschluss. Denn grundsätzlich kann man sich beispielsweise unter www.bundesanzeiger.de zu jeder Kapitalgesellschaft hervorragend informieren. Neben den offensichtlichen Zahlen deuten sich Übernahmen häufig durch Presseveröffentlichungen an. Eine kurze Recherche im Internet hilft hier meistens schon. Somit sind Wechselfehler aus solchen Gründen nicht immer so einfach zu erklären, wie es sich viele vorstellen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation elektrotechnik (verantwortlicher Redakteur: Robert Weber).

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