„IT made in Germany“

Deutschland ist für die PC-Produktion attraktiv

| Autor / Redakteur: Vera Schneevoigt / Andreas Donner

Im Fujitsu-Werk in Augsburg befindet sich die letzte verbliebene vollständige PC-Entwicklung und -Fertigung in Europa.
Im Fujitsu-Werk in Augsburg befindet sich die letzte verbliebene vollständige PC-Entwicklung und -Fertigung in Europa. (Bild: Fujitsu)

Deutschland gilt im internationalen Vergleich als zu hochpreisig für die Hardwareproduktion. Doch laut Vera Schneevoigt, Executive Vice President Product Supply Operations bei Fujitsu, ist echte „IT made in Germany“ rentabel möglich. Das Fujitsu-Werk in Augsburg sei hierfür der Beweis.

Automobil- und Maschinenbau, chemische Industrie, Elektrotechnik und Metallverarbeitung – das waren im Jahr 2012 die umsatzstärksten Industriezweige in Deutschland. Daran wird sich auch 2014 nichts ändern, so der Tenor der rund 200 Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die sich am 6. November 2013 zum ifo-Branchendialog des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) trafen. Die Informationstechnologie (IT) hingegen, die weltweit für Milliardenumsätze sorgt und aktuell ganze Industrien auf den Kopf stellt, taucht unter den Top-Branchen gar nicht auf.

Deutschland ist zwar die Heimat einiger (weniger) Softwarefirmen von Weltrang, beispielsweise der SAP oder der Software AG, aber mit der Produktion von Hardware bringt man das Land im 21. Jahrhundert nicht mehr in Verbindung.

Tatsächlich gibt es kaum noch Anbieter von PCs, Servern, Speichersystemen und Netzwerkkomponenten, die ihre Produkte in Deutschland entwickeln und fertigen. Bei den wenigen Firmen, die mit „IT made in Germany“ werben, handelt es sich in der Regel um reine „Assemblierer“: Das heißt, sie lassen die Komponenten ihrer IT-Systeme in anderen Ländern fertigen, meist in Fernost, und lediglich die Endmontage findet in Deutschland statt. Momentan gestattet die Europäische Union diesen Herstellern noch, ihre Systeme mit einem „Made-in-Germany“-Etikett zu versehen. Der Grund: Laut EU-Recht gilt als „Herkunftsland“ das Land, in dem die letzte wesentliche Be- und Verarbeitung eines Produkts vorgenommen wurde. Und „wesentlich“ ist die Endmontage von Rechnern mit Sicherheit.

Wettbewerbsvorteil durch Flexibilität und Kundennähe

Längst gilt Deutschland – nicht zuletzt wegen seines hohen Niveaus bezüglich des Umweltschutzes, der Arbeitssicherheit sowie höherer Stundenlöhne – im internationalen Vergleich als zu hochpreisig für die Hardwareproduktion. Doch ist das tatsächlich so? Fujitsu zeigt in Augsburg, dass es auch anders geht. In der Stadt am Lech unterhält der IT-Anbieter einen der weltweit modernsten und umweltfreundlichsten Produktionsstandorte. Fujitsu in Augsburg ist damit – deutschland- und europaweit – die noch einzige vollständige PC-Entwicklung und -Fertigung. Rund 1.500 Mitarbeiter stellen im Werk Augsburg täglich bis zu 21.000 Einheiten her. Dazu zählen Endgeräte für den Arbeitsplatz wie Notebooks, Thin Clients oder PCs ebenso wie Server und Speichersysteme sowie System-Boards und Racks, die in der Industrie zum Einsatz kommen.

Außerdem unterhält Fujitsu in Deutschland an den Standorten Augsburg, München und Paderborn seine größte Forschungs- und Entwicklungsabteilung außerhalb von Japan. Mehr als 1.000 Ingenieure arbeiten dort unter anderem an neuen Notebook- und PC-Generationen sowie an der Weiterentwicklung von Speichersystemen der Reihe Eternus oder von Servern der Reihe Primergy.

Hinzu kommen rund 400 Entwickler im Bereich Software und Solutions. Sie arbeiten eng mit Kollegen in der Fertigung und im Support sowie mit Partnerfirmen zusammen, um die Lösungen von Fujitsu kontinuierlich weiterzuentwickeln. Und mindestens ebenso wichtig ist ein weiterer Faktor: Die Mitarbeiter von Fujitsu stehen in engem Kontakt zu den Kunden in Zentraleuropa.

Der enge Kontakt, den die Entwickler, Supportmitarbeiter und Vertriebsexperten von Fujitsu mit Kunden pflegen, hilft, Produkte weiter zu entwickeln, gezielt zu verbessern und diese exakt auf die Anforderungen des Marktes abzustimmen. Diese unmittelbare Umsetzung von Kundenwünschen kann nur auf Grund der räumlichen und kulturellen Nähe so rasch erfolgen.

Individuelle Fertigung – auch in kleiner Stückzahl

Kundenorientierung bedeutet auch, dass ein IT-Hersteller höchst flexibel auf Sonderwünsche reagieren kann. Dank hochmoderner und extrem flexibler Produktionsprozesse ist Fujitsu in der Lage, Server, Storage-Systeme, Notebooks und PCs auch in kleinsten Stückzahlen und nach individuellem Auftrag zu fertigen („build to order“). Dass der Markt dieses Konzept honoriert, zeigt beispielsweise die Umsatzentwicklung bei Arbeitsplatzrechnern. Hier konnte Fujitsu in Deutschland im vergangenen Jahr gegen den Trend wachsen. Hinzu kommt die Möglichkeit, in Augsburg Systeme individuell mit BIOS-Ständen, Betriebssystemen, Anwendungen und Voreinstellungen anzupassen („Customizing“). Mitarbeiter von Kunden erhalten so Notebooks und PCs, mit denen sie sofort arbeiten können („ready to run“) – und dies innerhalb weniger Tage nach Auftragseingang.

Vera Schneevoigt ist Executive Vice President Product Supply Operations bei Fujitsu.
Vera Schneevoigt ist Executive Vice President Product Supply Operations bei Fujitsu. (Bild: Fujitsu/Christoph Vohler)

Mit den Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Augsburg, München und Paderborn, dem Betrieb hochsicherer Rechenzentren hierzulande sowie der Produktion im Werk Augsburg beweist Fujitsu, dass echte „IT made in Germany“ rentabel möglich ist – und das zu fairen Arbeitsbedingungen und unter Einhaltung strenger Umweltschutzauflagen. Dies sind Aspekte, die von Kunden in letzter Zeit wieder deutlich stärker bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Der IT-Standort Deutschland hat – allen Unkenrufen zum Trotz – eine Zukunft.

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