Cisco Global Cloud Index

Deutschland ist „cloud-ready“ für rasantes Datenwachstum

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Persönliche Cloud-Speicher, Public Cloud Services und Internet of Everything (IoE) treiben die Cloud-Entwicklung voran.
Persönliche Cloud-Speicher, Public Cloud Services und Internet of Everything (IoE) treiben die Cloud-Entwicklung voran. (Bild: Cisco)

Bis Ende 2019 wird sich der weltweite cloud-basierte Datenverkehr mehr als vervierfachen. Aber deutsche Netze sind gut gerüstet für den Datenansturm.

Der fünfte, jährliche Cisco Clobal Cloud Index für den Zeitraum 2014 bis 2019 erwartet bis Ende 2019 einen Anstieg des Datenaufkommens in der Cloud um das Vierfache. So soll der weltweite Cloud-Traffic von 2,1 auf 8,6 Milliarden Terabyte ansteigen. Im deutlichen Aufwärtstrend liegt auch der cloud-basierte Datenverkehr in Westeuropa: er soll von 0,39 Zettabyte auf 1,5 Zettabyte anwachsen (nur zur Veranschaulichung: 1 Zettabyte entspricht 1 Milliarde Terabyte!). Damit soll der Datenverkehr in der Cloud sogar noch stärker anwachsen als der im Rechenzentrum, wo er um das Dreifache anwächst: weltweit von 3,4 auf 10,4 ZB und in Westeuropa von 0,648 ZB auf 1,85 ZB.

Die Cloud-Treiber

Zu den Faktoren, die den Cloud-Traffic und die Cloud-Nutzung antreiben, gehören persönliche Services für mobile Geräte, das schnelle Wachstum von Public Cloud Services für Unternehmen, vermehrte Maschine-zu-Maschine (M2M)-Verbindungen sowie ein höherer Virtualisierungsgrad von Private Clouds, der zu dichteren Workloads führt.

„Die Cloud wird vom Trend zur Standardlösung“, bewertet Petra Schmietendorf, Cloud Director bei Cisco Deutschland, die Hochrechnung. In allen Weltregionen werde der Traffic in den nächsten fünf Jahren um jeweils mehr als 30 Prozent steigen. „Unternehmen und Behörden nutzen Cloud-Lösungen dabei nicht mehr nur für einzelne Aufgaben, sondern strategisch. Für Privatanwender ist die Nutzung von Cloud-Services heute schon fast selbstverständlich. Dies bietet eine enorme Chance für Cloud-Anbieter.“

2019 werden 83% des globalen IP-Datenverkehrs über Rechenzentren auf Services und Applikationen in der Cloud entfallen.
2019 werden 83% des globalen IP-Datenverkehrs über Rechenzentren auf Services und Applikationen in der Cloud entfallen. (Bild: Cisco Global Cloud Index 2015)

Auch das Internet of Everything (IoE) wird einen deutlichen Einfluss auf Rechenzentren und das Cloud-Traffic-Wachstum haben. Die wachsende Zahl von IoE-Anwendungen wird 2019 ein Datenvolumen von insgesamt 507,5 ZB erzeugen. Das ist beinahe 50-mal mehr als der vorausgesagte Datenverkehr in Rechenzentren, der 10,4 ZB beträgt. Heute wird nur ein kleiner Teil dieser Inhalte in herkömmlichen Rechenzentren gespeichert. Doch dies könnte sich durch den steigenden Bedarf an Big-Data-Analysen ändern. Derzeit befinden sich 73 Prozent der Daten, die in persönlichen Geräten gespeichert sind, auf PCs. 2019 wird dagegen über die Hälfte (51 Prozent) auf anderen Geräten wie Smartphones, Tablets oder M2M-Modulen abgelegt sein.

Die Breitbandinfrastruktur in Deutschland erfüllt die Anforderungen zur „Cloud Readiness“ bei festen Netzwerken mit einer durchschnittlichen Download-Geschwindigkeit von 27.035 kbps, einer Upload-Geschwindigkeit von 5.099 kbps und einer Latenzzeit von 41 ms. Die Kriterien für Cloud Readiness lauten: Download über 2.500 kbps, Upload über 1.000 kbps und Latenz unter 100 ms. Diese Werte erreichen inzwischen 119 Länder, im Vergleich zu 109 im vergangenen Jahr. Die mobilen Netzwerke in Deutschland weisen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 14.762 kbps beim Download und 3.975 kbps beim Upload sowie eine Latenzzeit von 62 ms auf.

Ergänzendes zum Thema
 
Der Cisco Global Cloud Index

„Wir sind in Deutschland laut dem Global Cloud Index zwar ‚Cloud ready’, aber das ist ganz sicher kein Grund sich auszuruhen“, sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Denn es geht hier um Minimalvoraussetzungen – was wir in Deutschland aber brauchen, ist eine erstklassige Infrastruktur. Außerdem sind uns unsere Nachbarländer teils deutlich voraus. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das ein Vorsprung, den es zügig aufzuholen gilt. “

Weitere wichtige Ergebnisse

  • Der Rechenzentrums-basierte Datenverkehr steigt weltweit steigt von 3,4 ZB (2014) auf 10,4 ZB (2019).
  • 2019 werden 55 Prozent aller Internet-Nutzer persönliche Cloud-Speicher verwenden, 2014 waren es 42 Prozent.
  • Der Traffic von Konsumenten von und zu Cloud-Speichern wird pro Nutzer und Monat 1,6 GB betragen, im Vergleich zu 992 MB im Jahr 2014.
  • Die Workloads in Rechenzentren werden sich mehr als verdoppeln, die cloud-basierten Workloads mehr als verdreifachen.
  • Die Workloads pro physikalischem Server steigen für Cloud-Rechenzentren von 5,1 auf 8,4, für herkömmliche Data Center von 2,0 auf 3,2.
  • Eine intelligente Stadt mit 1 Million Einwohnern wird in vier Jahren 0,18 ZB Daten täglich erzeugen.
  • Public Cloud Workloads weisen eine jährliche Wachstumsrate von 44 Prozent auf, Private Cloud Workloads von 16 Prozent.
  • 2019 werden 56 Prozent der Cloud Workloads in Public Cloud-Rechenzentren liegen, 2014 waren es 30 Prozent.

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