Bis 2016 werden 34 Mio. LTE-Kunden erwartet

Deutschland ist bei LTE führend in Westeuropa

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Peter Schmitz

Der LTE-Sendemast in Kyritz hat Anteil an der laut Bundesnetzagentur nahezu flächendeckenden Breitbandversorgung in Brandenburg.
Der LTE-Sendemast in Kyritz hat Anteil an der laut Bundesnetzagentur nahezu flächendeckenden Breitbandversorgung in Brandenburg. (Deutsche Telekom)

2016 werden rund 34 Mio. oder 41 Prozent der Bundesbürger den Mobilfunkstandard LTE für den Internetzugang nutzen und Deutschland bei LTE zum Vorreiter in Westeuropa machen. Darauf weist der Verband Bitkom unter Berufung auf eine EITO-Studie hin.

Das European Information Technology Observatory (EITO) ermittelte in Kooperation mit dem Institut Idate, dass in Großbritannien in vier Jahren voraussichtlich 39 Prozent der Einwohner mit LTE online gehen werden, in Italien 35 Prozent und in Frankreich und Spanien jeweils 32 Prozent. Im Durchschnitt aller westeuropäischen Länder beträgt der Anteil der Prognose zufolge 37 Prozent.

Früher Start zahlt sich aus

Aus Bitkom-Sicht profitiert Deutschland davon, dass LTE hierzulande bereits Ende 2010 kommerziell gestartet ist, und nicht erst in diesem Jahr wie in den vergleichbaren großen westeuropäischen Ländern.

Es zahle sich auch aus, dass die Politik den Weg für die Nutzung der Frequenzen aus der sogenannten Digitalen Dividende frühzeitig frei gemacht hat. Diese Frequenzen sind durch die Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks nutzbar geworden und eignen sich besonders gut für eine Versorgung dünn besiedelter Regionen mit Breitbandinternet.

Zudem hätten die Telekommunikationsunternehmen bereits hohe Summen in den Ausbau der Technologie investiert. Bis 2015 sollen Investitionen in Höhe von acht bis zehn Mrd. Euro in den LTE-Ausbau fließen.

Der Ausbau könnte noch schneller erfolgen, würde die Bundesnetzagentur die vorliegenden Anträge der Netzbetreiber zügiger bearbeiten können. Derzeit gebe es Verzögerungen bei der Genehmigung von Anträgen für die Aufrüstung bestehender Mobilfunkstationen auf den LTE-Standard. Dadurch würde sich eine flächendeckende Einführung verzögern.

Breitband auf dem Land via LTE

Um die Lizenzvorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen, haben die Anbieter zunächst ländliche Gebiete ohne Breitbandanbindung mit LTE ausgerüstet. Die Versorgungsauflagen sind in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen und damit in elf der 13 mit Breitband unterversorgten Bundesländern erfüllt worden. In den beiden verbliebenen Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist laut Bundesnetzagentur der Ausbau bereits so weit vorangeschritten, dass auch dort in Kürze eine flächendeckende Breitbandversorgung dargestellt wird.

Derzeit werde LTE vor allem als Internetzugang von Privathaushalten und Geschäftskunden in jenen Regionen genutzt, in denen kein Festnetzbreitband verfügbar sei. Parallel dazu entwickeln die Hersteller mobile Endgeräte. Bereits länger verfügbar sind Modems und LTE-Sticks für PCs, inzwischen gibt es aber auch die ersten LTE-Smartphones, in Kürze sollen LTE-fähige Tablet-PCs auf den Markt kommen.

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