Fachkräftemangel verschärft sich

Deutschland fehlen 51.000 IT-Spezialisten

| Autor / Redakteur: Robert Horn / Andreas Donner

Die Zahl der fehlenden IT-Fachkräfte ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen.
Die Zahl der fehlenden IT-Fachkräfte ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen. (Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

Der Mangel an IT-Experten verschärft sich. Derzeit gibt es in Deutschland 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, das entspricht einem Anstieg um fast 20 % verglichen mit dem Vorjahr. Damals wurden 43.000 offene Stellen gezählt. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, die der Digitalverband Bitkom im Vorfeld des 10. Nationalen IT-Gipfels vorgelegt hat.

Sieben von zehn ITK-Unternehmen (70 %) geben an, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Vor einem Jahr waren es erst 60 %. „Der Fachkräftemangel hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der IT-Gipfel in Saarbrücken setzt mit digitaler Transformation und Bildung genau die richtigen Schwerpunkte.“

Experten für Big Data und Industrie 4.0 gesucht

20.500 unbesetzte Stellen finden sich in Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche. Vor allem Softwareanbieter und IT-Dienstleister sind auf der Suche, bei ihnen gibt es alleine 17.400 Vakanzen. 2.200 Experten werden bei Unternehmen gesucht, die IT-Hardware und Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik anbieten. 900 freie Stellen gibt es bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten.

Dabei suchen die Unternehmen vor allem Software-Experten. 6 von 10 Digitalunternehmen (60 %), die freie Stellen für IT-Spezialisten haben, suchen Software-Entwickler. Bei ihnen ist vor allem Know-how rund um Big Data (47 % der Unternehmen, die Software-Entwickler suchen), Cloud Computing (40 %) sowie Apps (36 %) gefragt. Kräftig gestiegen ist die Nachfrage nach Entwicklern mit Kenntnissen rund um Industrie 4.0 – diese werden von 35 % der Unternehmen mit Stellen für Entwickler nachgefragt, vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 23 %.

Neben Software-Entwicklern suchen die ITK-Unternehmen verstärkt IT-Berater (21 % der Unternehmen, die unbesetzte IT-Stellen haben), vor einem Jahr waren es nur 14 %. „Die weiterhin hohe Nachfrage nach Entwicklern und der steigende Bedarf an IT-Beratern spiegelt die Digitalisierung der Wirtschaft wider. ITK-Unternehmen helfen Unternehmen aus allen anderen Branchen dabei, ihre Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu digitalisieren“, so Rohleder. Gefragt sind darüber hinaus Anwendungsbetreuer und Administratoren (21 %) sowie IT-Sicherheitsexperten (17 %).

Software-Entwickler sind gefragt

Bei den Anwenderunternehmen sind aktuell 30.500 Stellen für IT-Experten unbesetzt. Dabei geht die Nachfrage nach Anwendungsbetreuern und Administratoren zurück (von 44 % auf 37 % der Unternehmen mit offenen IT-Stellen), der Bedarf an Software-Entwicklern steigt dagegen weiter (von 27 % auf 31 %). „Unternehmen aus traditionellen Branchen entwickeln sich zu Digitalunternehmen, die verstärkt entsprechende Kompetenzen benötigen und qualifizierte Mitarbeiter suchen“, so Rohleder. Daneben suchen Anwenderunternehmen verstärkt IT-Sicherheitsexperten (17 %) sowie IT-Berater (14 %).

Zum 10. Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken waren am 16. und 17.11.2016 mehr als tausend Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet worden. Neben Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, mehreren Bundes- und Landesministern sowie Staatssekretären haben zahlreiche Top-Manager, Unternehmer und Start-up-Gründer der Bitkom-Branche den Gipfel besucht. Unter anderem wurde anlässlich des Gipfels die Initiative zu digitalen Hubs in Deutschland vorgestellt sowie die erste „Smart School“ eröffnet.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation Maschinenmarkt.

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