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KFZ-System eCall – Lebensrettung per GSM und GPS Der automatische Auto-Notruf ist einer von vielen Mobilfunk-Services

Redakteur: Ulrike Ostler

Für Insassen von Autos der Luxusklasse gibt es diese Sicherheit schon längst: ein automatischer Notruf, der von einem Telematik-System aufgebaut wird. Doch Luxus ist der eingebaute Service eigentlich nicht. Denn Hilfe in der ersten Stunde nach einem Unfall könnte jedes Jahr europaweit bis zu 2.500 Leben retten. Nun treiben NXP, Telekom, IBM und andere den so genannten „eCall“ voran.

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NXP und andere Unternehmen begannen am 10. November eine Notruf-Sternfahrt; mit dabei: die BMW Group, Bild: NXP
NXP und andere Unternehmen begannen am 10. November eine Notruf-Sternfahrt; mit dabei: die BMW Group, Bild: NXP
( Archiv: Vogel Business Media )

eCall ist eine Initiative von NXP, BMW Group, IBM, Allianz Ortungs-Services, Dekra, Deutsche Telekom AG und der Automobilclubs AvD, Touring und UAMK. Diesen Unternehmen geht es zu langsam vorwärts mit dem automatischen Rettungsruf. Eines der Probleme besteht darin, dass dieser grenzübergreifend funktionieren muss.

Um das Vorhaben anzuschieben, hatten die Unternehmen am 10. November mit „European eCall Trial“ einen Feldversuch gestartet, der gestern beendet wurde. Drei Fahrzeuge fuhren zeitgleich von Madrid, Athen und Helsinki los und in den gut zwei Wochen sternförmig auf Brüssel zu.

Das eCall-System nutzt zwei herkömmliche Netze: die Satelliten-Navigation GPS und den 2G-Mobilfunk, Bild: NXP (Archiv: Vogel Business Media)

Auf ihrer rund 10.000 Kilometer langen Reiseroute hatten die Fahrzeuge eine kleine Telematik-Box an Bord, die auf NXP Technologie basiert. Diese setzte in regelmäßigen Abständen Test-Notrufe ab, die an Server von IBM, an die Allianz Ortungs-Services beziehungsweise an das BMW Call Center gesendet wurden.

In einer kleinen Metallschachtel

Bei Verkehrsunfällen baut das Modul „Automotive Telematics On-Board Unit Platform“ (Atop), das etwas größer als eine Zwei-Euro-Münze ist, in der Regel per GSM-Mobilfunk automatisch eine Verbindung zur Notrufzentrale auf und überträgt Daten wie Zeitpunkt und GPS-Koordinaten des Unfallorts sowie optionale Informationen wie Zahl der Insassen an eine Rettungsleitstelle (PSAP). Auch ein manueller eCall ist möglich. Die NXP Lösung ist Automotive-zertifiziert und 2010 in Serienproduktion gegangen.

Das Ziel des Notrufs ist eine Zeitersparnis von 40 bis 50 Prozent bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Dies könnte europaweit jährlich die Zahl der Verkehrsopfer um etwa 2.500 Menschenleben verringern, den Schweregrad von Verletzungen reduzieren und wirtschaftlichen Betrachtungen zufolge rund 26 Milliarden Euro einsparen.

Die On-Board-Unit wird in eine Metallschachtel gepackt, die nur wenig größer ist als eine Streichholzschachtel. Autos sollen sich damit in puncto Sicherheit nachrüsten lassen. Bild: NXP (Archiv: Vogel Business Media)

Bei dem Versuch ging das Test-Signal von jedem Ort über das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom und der zugehörigen Roaming-Partner zur nächsten Rettungsleitstelle. IBM bietet für diese entsprechende Hardware, Software und darauf aufsetzende Messaging- und Visualisierungsprodukte an, etwa um eine präzise Lokalisierung und Zuordnung zu verwirklichen.

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