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Rollout-Strategien Deployment-Möglichkeiten für Windows Vista

Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Eine gewichtige Neuerung von Windows Vista gegenüber XP ist die Installationsmöglichkeit über das Windows Image Format (WIM). Für das Rollout von Vista bietet Microsoft zudem eine Reihe von Tools an, die es dem Netzwerkadministrator erleichtern, eine Masseninstallation von Computern automatisch durchzuführen – auch mit Hilfe eines USB-Sticks.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Benutzeroberfläche Aero des neue Microsoft-Betriebssystems Windows Vista stellt neue Ansprüche an die Festplatte, Grafikkarte und den Arbeitsspeicher der Systeme. Zur Überprüfung der Hardwaretauglichkeit für Vista stellt Microsoft das Werkzeug „Windows Anwendungskompatibilitäts-Toolkit“ zur Verfügung. Das Toolkit ist derzeit in den Versionen 4.1 oder 5 Beta auf der Microsoft Homepage erhältlich und ist als Installationsdatei ca. 16 MB groß.

Damit Kunden nicht durch unterdimensionierte Hardware frustriert werden, stellt Microsoft zwei Vista-Zertifizierungen aus. Die Zertifizierungen lauten „Windows Vista Capable PC“ und „Windows Vista Premium Ready PC“. Für einen Vista Premium-PC zählen eine 1 GHz starke CPU, 1 GByte RAM, eine DirectX 9 Grafikkarte mit 128 MB und ein DVD-Laufwerk ebenso zu den Mindestvoraussetzungen, wie eine 40 GByte große Festplatte. Je nach avisiertem Einsatz des Systems und den weiteren installierten Anwendungen müsse diese Mindestanforderungen jedoch oft sehr schnell nach oben erweitert werden.

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Vista ist sowohl für 32 als auch für 64-Bit Prozessoren erhältlich. Bevor sich ein Käufer für die 64-Bit Version entscheidet, sollte er sich jedoch unbedingt erkundigen, ob seine alten Applikationen vom neuen Betriebssystem unterstützt werden. Aus technischer Sicht ist allerdings die 64-Bit Version für einen 64-Bit Computer immer zu empfehlen. Unterstützt werden CPUs von den Herstellern Intel, AMD und Via. Richtig Freude mit Vista dürfte allerdings erst bei einem modernen Pentium- oder AMD-Prozessor der letzen Baureihe und einer aktuellen Grafikkarte mit 256 MB Speicher aufkommen.

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Deployment – Automatisierte Verfahren

Automatisierte Verfahren ermöglichen eine unbeaufsichtigte Installation. Hierbei wird nicht nur Zeit gespart, es werden auch mögliche Eingabefehler vermieden. Auch braucht das ausführende Personal nicht speziell geschult zu sein. Im Idealfall benötigt der Assistent nur eine DVD oder/und einen Memory-Stick.

Für die Masseninstallation von Windows gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten: die normale Installation mit einem Script und die Installation mittels Image. Beide Möglichkeiten besitzen ihre Vor- und Nachteile. Die unbeaufsichtigte Installation per Script ist Hardwareunabhängig, einfach auszubauen und gut nachvollziehbar. Leider ist die Installationsdauer recht lang. Die imagebasierte Installation ist dagegen zwar schnell aber auch sehr hardwareabhängig, benötigt eine aufwändige Pflege und ist schwer nachzuvollziehen.

Da Microsoft in den Anfängen von Windows NT den Markt der Masseninstallation etwas stiefmütterlich behandelt hat, gibt es für diese Aufgabe einige erfolgreiche Produkte anderer Herstellern. Microsoft hat diesbezüglich nur einige unvollständige Tools herausgebracht, die im Laufe der Jahre immer wieder verbessert wurden.

Mit der Einführung von Windows 2000 und XP war jedoch bereits eine deutliche Verbesserung in diesem Bereich spürbar. Der Windows XP Setup Manager lieferte eine Antwortdatei, die als Parameter dem Installationsprogramm angehängt wurde. In der Antwortdatei waren alle Informationen, Namen, Keys, Ländereinstellungen und Einstellungen spezieller Hardware integriert. Weiterhin konnte man mit Systems Management Server (SMS) Updates und zusätzliche Software installieren. Neue Rechner konnten zudem mit RIS (Remote Installation Services) installiert werden. Imaging-Tools von Microsoft gab es jedoch noch nicht.

Mit Windows Vista ändert sich diesbezüglich jedoch einiges. Vergessen kann man nun endlich den Setup Manager und das Notepad, um die Antwortdatei zu bearbeiten. Stattdessen gibt es jetzt den Windows System Image Manager. Das gute alte DOS existiert ebenfalls nicht mehr! An diese Stelle tritt nun das Windows PE. Die Remote Installation Services (RIS) werden durch die Windows Deployment Services ersetzt. Und schließlich fällt auch der Startbefehl winnt32.exe (32-Bit) bzw. winnt.exe (für DOS) weg. Wie jedes andere Installationsprogramm heißt es nun auch bei der Vista-Installation setup.exe (oder es wird ein Image verwendet).

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Vista installieren

Die Installation von Windows Vista unterscheidet sich gravierend von der Installation von Windows XP oder Windows 2000. Die HAL-Erkennung (Hardware Abstraction Layer, HAL) wird im Laufe der Installation nun automatisch durchgeführt. Das heißt allerdings auch, dass „non-ACPI“ nicht mehr unterstützt wird und Hersteller sich den Hardwarevorgaben von Microsoft beugen müssen. Da die CPU-Architektur von 32-Bit und 64-Bit Computern verschieden ist, sind auch die X86- und X64-Vista Versionen unterschiedlich. Pakete (Packages), wie beispielsweise Service Packs oder Updates, können offline oder online eingebaut werden. Die jeweilige Sprachversion ist ein getrennter Teil und nicht mehr integraler Bestandteil des Betriebssystems.

Damit ergeben sich neue Möglichkeiten. Anhand der Original-DVD, Service Packs und Patches kann immer wieder eine neue Installations-DVD zusammengebaut werden, die zudem noch alle Informationen für eine unbeaufsichtigte Installation beinhaltet. Alternativ kann hierfür auch ein USB-Stick oder ein Netzwerk-Share verwendet werden.

Mit dem „Windows Automated Installation Kit“ (AIK) kann zudem eine imagebasierte Installation durchgeführt werden. Die typischen Schritte bei der imagebasierten Installation sind:

  • Einrichten einer Testumgebung
  • Erstellen einer Antwortdatei mit dem Windows System Image Manager (Windows SIM)
  • Einrichten einer Installation mit dem Originalprodukt und der Antwortdatei
  • Erstellen eines Images von der Installation unter Verwendung von Windows PE und ImageX
  • Austragen des Images von einer Netzwerkfreigabe (Share); alternativ können auch DVDs gebrannt werden

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Tools

Insgesamt existieren zurzeit 15 Tools und eine Vielzahl überschneidender Möglichkeiten, um einen Vista-PC zu installieren und konfigurieren. In nachfolgenden Beträgen werden die wichtigsten Tools detaillierter vorgestellt. Folgende Tools (alphabetisch geordnet) sind aktuell verfügbar:

  • Application Compatibility Toolkit 5
  • BCDEdit
  • Business Desktop Deployment (BDD) 2007
  • imageX
  • IntlCfg
  • PEImg
  • PKGMgr
  • PNPUtil
  • Setup
  • Sysprep
  • Systems Management Server (SMS) 2003 Operating System Deployment Feature Pack (OSD FP)
  • USMT 3.0
  • Windows Deployment Services
  • Windows PE (Preinstallation Environment) 2.0
  • Windows System Image Manager

Die Beschaffung vieler Tools ist kostenlos über das Internet möglich, erfordert je nach Bandbreite der Internetleitung aber mehr oder weniger Geduld. Das Windows Automated Installation Kit (AIK), welches auch im BDD 2007 enthalten ist, ist zum Beispiel etwa 830 MB groß. Das AIK unterstützt die Betriebssysteme Windows Server 2003 SP1, Windows XP SP2 und Windows Vista.

Welcher Weg ist der richtige?

In erster Linie ist die Antwort auf die Frage, welcher Installationsweg der richtige ist, Geschmacksache. Wird bereits ein Systems Management Server 2003 eingesetzt, kann dieser mit dem „Operating System Deployment Feature Pack (OSD FP)“ erweitert werden. SMS hat zudem auch den Vorteil, dass vor der Installation eine Hardwareinventur gemacht werden kann. Diese serverbasierte Installation eignet sich für sehr große Umgebungen, da kein Assistent oder Administrator mit einer DVD durch die Computerreihen laufen muss. Für kleinere Installationen eignet sich die „Handarbeit“ mit einer DVD oder einem Stick.

Welche Tools für welche Szenarien geeignet sind, zeigen die über den Link-Kasten erreichbaren nachfolgenden technischen Artikel.

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