Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 43

Dense Wavelength Division Multiplex (DWDM) – Strukturupdate im WAN

24.09.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Die Dense-Wavelength-Division-Multiplex-Technik (DWDM) revolutioniert mit ihrem dreidimensionalen Signal-Multiplexing die optischen Netze; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Die Dense-Wavelength-Division-Multiplex-Technik (DWDM) revolutioniert mit ihrem dreidimensionalen Signal-Multiplexing die optischen Netze; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Die Organisation optischer Netze

Aus der Historie der Fernnetze ist ein größeres optisches Netz in mindestens zwei Teilen organisiert: dem Kernnetz und dem Zubringernetz. Die konventionelle WAN-Grundstruktur besteht aus dem Kommunikations-Subsystem mit seinen Interface Message Processors (IMPs) und der „äußeren Welt“.

Die Menge der IMPs und die Verbindungen zwischen ihnen bilden das Kommunikations-Subsystem. Ein Teilnehmer bekommt vom Dienstleistungsanbieter, dem das WAN gehört, eine wohldefinierte Schnittstelle zu einem IMP. Der IMP realisiert die Kommunikation zum Teilnehmer. Innerhalb des Kommunikationssubsystems kann dessen Besitzer machen, was er möchte, Hauptsache, die den Kunden angebotenen Übertragungsleistungen werden erbracht.

Da sich nun die optischen Netze zunächst in diesem Zusammenhang entwickelt haben, ist es naheliegend, dass die Struktur des Kommunikationssubsystems in diesem Zusammenhang wieder auftaucht. An die Stelle der Leitungen und IMPs treten nun jedoch die Glasfaserverbindungen und die ONNs, die Optical Network Nodes. Ein ONN kann (D)WDM-Signale erzeugen und decodieren sowie optische Signalströme switchen und routen. Zur Außenwelt besitzt der ONN Schnittstellen, die seiner hohen Leistungsfähigkeit entsprechen.

Die Kanaldichte im optischen Kernnetz ist üblicherweise hoch, z.B. 320 Kanäle auf einer Verbindung. Dazu muss eine hochwertige Übertragungstechnik eingesetzt werden. Man kann von Kunden aber nicht verlangen, ebenfalls eine so teure Technik für den Zugriff auf das optische Netz zu verwenden. Vielmehr wird man ihnen einfache, preiswerte optische oder elektrische Schnittstellen anbieten.

Dazu benötigt man elektro/optische Zubringerkonzentratoren. Sie haben in Richtung der ONNs zwar WDM-Übertragungstechnik, aber vereinfacht und mit geringerer Kanaldichte, also z.B. CWDM, und zu den Kunden konventionelle elektrische Schnittstellen oder eine einfache standardisierte Schnittstelle wie Gigabit Ethernet (elektrisch) oder 10 Gigabit Ethernet (optisch). Diese Zubringerkonzentratoren werden in der Literatur auch als NAS, Network Access Station, bezeichnet.

Nichtsdestotrotz gibt es auch die Möglichkeit, besonders leistungsfähige Endsysteme oder ganze Netze, die das DWDM-WAN als Backbone nutzen wollen, direkt anzuschließen. Dadurch ergibt sich die WAN-Grundstruktur mit einem DWDM Kommunikaions-Subsystem.

Über den Autor

Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.

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