Die Zukunft des Internets heißt Internet of Things (IoT)

Deeply Embedded Devices fordern die Internet-Infrastrukturen heraus

03.03.2010 | Autor / Redakteur: Daniel Prokop / Andreas Donner

Das „unsichtbare“ Internet der Dinge (IoT; Internet of Things) macht eine Service-orientierte Infrastruktur notwendig
Das „unsichtbare“ Internet der Dinge (IoT; Internet of Things) macht eine Service-orientierte Infrastruktur notwendig

Heutzutage vernetzt das Internet Menschen auf der ganzen Welt – und nun folgen auch die Gegenstände des Alltags. Im Hintergrund des „sichtbaren“ Webs mit Social Media Plattformen, Multimedia-Inhalten und Instant Messaging Services entsteht ein „unsichtbares“, das so genannte Internet der Dinge. Dies bringt viele Herausforderungen aber auch Chancen speziell für diejenigen mit, die sich bereits heute auf die neuen Anforderungen einstellen.

Das Internet der Dinge, auch Internet of Things (IoT), bezeichnet die elektronische Vernetzung von Gegenständen des Alltags. Ausgehend von der Vorstellung, dass Gegenstände mit einer eigenen Intelligenz ausgestattet sind, zielt das Internet der Dinge auf einen selbständigen Informationsaustausch der Gegenstände untereinander ab.

Dabei ist die Idee eines Internets der Dinge fast 20 Jahre alt. Mark Weiser, Wissenschaftler am Forschungszentrum Xerox in Palo Alto in Kalifornien, schrieb im Jahr 1991 in seinem Aufsatz „The Computer for the 21st Century“, dass die bedeutungsvollsten Technologien jene seien, die aus dem Blickfeld verschwinden, weil sie sich in das Gewebe des Alltags hineinweben würden. Computer würden im 21. Jahrhundert nicht mehr die grauen Kästen sein, die auf unseren Schreibtischen stehen, sondern im Hintergrund verschwinden, zu einer dadurch kaum wahrnehmbaren Technologie werden.

Diese Idee wurde von zahlreichen anderen Forschern aufgegriffen und teilweise unter anderen Namen und mit etwas anderen Schwerpunkten weiterentwickelt. Neil Gershenfeld vom MIT Media Lab in Boston sprach beispielsweise von Things that Think, gebräuchlich wurden auch die Begriffe Ambient Intelligence, Pervasive Computing oder auch Internet of Things.

Der Datenverkehr in diesem Netzwerk verschwindet also im Hintergrund, da es sich nicht um von Menschen generierte Inhalte handelt, sondern um die automatisierte Datenkommunikation von Maschine zu Maschine (M2M-Kommunikation). Der elektronische Personalausweis und Funketiketten auf Waren sind schon heute Realität, intelligente Einkaufswagen, Verkaufsregale und Selbstbedienungskassen stehen vor dem Markteintritt.

Im Zusammenspiel mit Robotik, virtueller Realität und zunehmender Individualität ist ein Kühlschrank, der per Internetbestellung selbst für Nachschub sorgt, in wenigen Jahren so selbstverständlich wie heute ein Mobiltelefon. Auch in der Logistik nimmt der Grad der intelligenten Vernetzung und der Selbstorganisation von Objekten, zum Beispiel Pakete oder Container, zu – und RFID Tags sind erst der Anfang. In Zukunft könnten auch Autos mit Ampeln kommunizieren und somit Unfälle und Staus reduzieren oder der fehlerhafte Drucker benachrichtigt automatisch den Reparaturdienst.

Remote Patient Monitoring

Auch in anderen Branchen gewinnt das Internet der Dinge immer mehr an Bedeutung. So gewinnt das Remote Patient Monitoring, also die mobile und bedarfsgerechte Fernüberwachung des Patienten sowie gesundheitsrelevanter Biosignale, immer mehr an Bedeutung, da die Kosten für mobile Endgeräte sinken und die Netzabdeckung durch die Verfügbarkeit von Breitbandnetzwerken gewährleistet wird. Ein mögliche Anwendung sind beispielsweise Geräte zur Herzfrequenzüberwachung, die das Krankenhaus benachrichtigen, sobald bestimmte Werte überschritten werden. ABI Research prognostiziert diesem Markt eine jährliche Wachstumsrate von 77 Prozent auf fast eine Milliarde US Dollar in 2014.

Im Internet der Dinge kommen die digitale und die physikalische Welt zusammen. Physikalische Objekte werden über das Internet verbunden und die gesamten Muster von Nutzung und Mobilität innerhalb der physikalischen Welt neu geordnet. Charakterisiert wird das „unsichtbare“ Web hauptsächlich durch eine extrem große Anzahl von Geräten, die stetig kleine bis mittlere Datenmengen generieren.

Diese so genannten Deeply Embedded Devices, die untereinander kommunizieren und Daten über eine Benutzerschnittstelle abgeben, benötigen nur eine geringe Bandbreite und sind durch wiederholungsarme Datenerfassung und bandbreitenarme Datennutzung charakterisiert. Einige dieser Geräte wie hochauflösende Sicherheits-Videokameras und Video-VoIP-Telefone benötigen zusätzlich bandbreitenintensive Streaming-Möglichkeiten. Diese Umkehr stellt völlig neue Anforderungen an die bestehenden Netzwerke, die diesen Datenverkehr tragen müssen und die technischen Voraussetzungen entscheiden sich hier grundsätzlich von der bestehenden Internet-Konnektivität

weiter mit: Die Herausforderungen des Internet of Things

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