DNS, DHCP und IPAM DDI-Technologie als Grundlage für den Multicloud-Erfolg

Autor / Redakteur: Ralf Geisler / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Ob bei der Nutzung neuer Anwendungen oder dem Management von Workloads – Cloud- und Multicloud-Technologien sind unerlässliche Bestandteile der modernen Arbeitswelt. Oft können Unternehmen jedoch nicht den vollen Mehrwert der Cloud ausschöpfen, da sie die Technologie nicht optimal einsetzen. Der Druck, schnellen, sicheren und effizienten Zugriff auf ein breites Spektrum von Anwendungen zu bieten, steigt.

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Ralf Geisler von EfficientIP erläutert den Einfluss von DNS, DHCP und IPAM auf den Betrieb von Multicloud-Infrastrukturen.
Ralf Geisler von EfficientIP erläutert den Einfluss von DNS, DHCP und IPAM auf den Betrieb von Multicloud-Infrastrukturen.
(Bild: EfficientIP)

Der wahre Mehrwert der Multicloud liegt in der zusätzlichen Flexibilität, die diese bei der Auswahl von Services und Office-Apps ermöglicht – von Speicherlösungen bis hin zu Slack und Office 365. Während sich ein einzelner Cloud-Anbieter möglicherweise nur auf einen bestimmten Anwendungsbereich für Unternehmen konzentriert, wie z.B. E-Mail oder Videokonferenzen, bietet die Multicloud eine breite Palette an Lösungen. Die digitale Transformation der IT-Architektur ist für Unternehmen daher unerlässlich, um Wettbewerbern in der aktuellen Lage einen Schritt voraus zu sein.

Unternehmen in Deutschland bauen im Rahmen der Pandemie ihre Nutzung von Multicloud-Lösungen zügig aus. Laut einer aktuellen Studie von IDC geben bundesweit 87 Prozent der Befragten an, Multicloud-Umgebungen zu betreiben oder dies vorzuhaben. 46 Prozent der befragten Unternehmen befinden sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase ihrer Cloud-Implementierung, während 27 % angeben, hybride Ansätze in produktiven Szenarien einzusetzen. Es steht also außer Frage, dass sich die Multicloud zum dominierenden Modell entwickeln wird. Unternehmen sollten sich daher das nötige Know-how aneignen, um Multicloud-Umgebungen erfolgreich und sicher zu nutzen.

Woran die Multicloud-Nutzung in Unternehmen scheitert

Der Erfolg von Multicloud hängt von der Sicherheit, der Leistung und dem Verständnis von Cloud-Infrastrukturen ab – doch genau damit haben Unternehmen oft zu kämpfen. Das Fehlen eines einheitlichen Managements und Monitorings sowie fehlende Möglichkeiten, einheitliche Sicherheitsrichtlinien über verschiedene Cloud-Anbieter hinweg durchzusetzen, sind die Hauptprobleme bei der Implementierung.

Diese Probleme können bei Multicloud-Nutzung zu einem Kontrollverlust führen, der effektives Management verhindert und der durch die Verlagerung auf Off-Premises-Standorte noch verstärkt wird. Grund dafür ist das Entstehen von Datensilos, die zu einem Verlust der Sichtbarkeit in virtuellen Netzwerken führen. Dies verhindert die erfolgreiche Verwaltung von IP-Ressourcen und führt zu Problemen bei der Vernetzung von Anwendungen, die sich in verschiedenen Clouds befinden.

Eine unzureichende Kontrolle über IP-Adressen und DNS-Namen kann die Anwendungsverfügbarkeit beeinträchtigen oder die Latenzzeit erhöhen, wodurch eine effiziente Benutzererfahrung und eine globale Bereitstellung zunehmend erschwert werden.

Zuletzt muss auch die Sicherheit von Cloud-Workloads beachtet werden, die über einfaches Website-Hosting hinausgehen. Die mittlerweile berüchtigten iCloud-Hacks unterstreichen zum Beispiel, welche Sicherheitsrisiken bestehen.

Doch welche Maßnahmen können ergriffen werden, um Risiken zu mindern und den größten Nutzen aus Multicloud zu ziehen?

Die Vorteile von DDI-Technologie

DDI-Technologie (die Funktionen des Domain Name Systems, des Dynamic Host Configuration Protocol und des IP-Adressmanagements integriert) kann dazu beitragen, diese Komplexitäts- und Sicherheitsrisiken direkt zu bekämpfen.

Da Netzwerke immer komplexer werden, hängt die betriebliche Effizienz zunehmend von der Cloud-Orchestrierung ab. Für die korrekte Bereitstellung, den Betrieb und die Außerbetriebnahme von Komponenten softwaredefinierter Infrastrukturen ist das IP-Netzwerk der Schlüssel, um einen fehlerfreien und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Das IP-Adressmanagement muss daher auf der grundlegenden Ebene des Orchestrierungs-Workflows von Anwendungen stattfinden. DDI unterstützt die Multicloud auf verschiedene Arten:

Effizientes Management

Erstens bieten Cloud-agnostische DDI-Lösungen plattformübergreifende Funktionen für ein zentrales Management, das Netzwerkkomplexität durch mehr Kontrolle und Konsistenz über die verschiedenen Clouds hinweg reduziert. Durch die einheitliche Kontrolle und die Verbesserung der Sichtbarkeit können DDI-Lösungen Unternehmen dabei helfen, ihre Netzwerke besser zu verstehen und zu kontrollieren. Damit sparen Unternehmen bei einer neuen digitalen Infrastruktur sowohl Zeit als auch Geld.

Die Bereitstellung von Daten und wertvollen Metadaten, die in zentralisierten "IP Source of Truth"-Repositories enthalten sind, ermöglicht beim Netzwerkmanagement eine End-to-End-Automatisierung von Prozessen und Workflows und erleichtert Unternehmen die Umstellung auf die Cloud. Diese Automatisierung kann auf Sicherheitsrichtlinien angewendet werden, um sicherzustellen, dass in der gesamten Infrastruktur dieselben Maßnahmen gelten.

Verbesserte Sicherheit

Viele der Sicherheitsrisiken, die bei der Nutzung der Multicloud auftreten, können durch eine einheitliche DDI-Lösung verhindert werden. Diese stellt sicher, dass die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens in der gesamten Infrastruktur durchgesetzt werden und stellt die flächendeckende Erkennung von Bedrohungen sicher. DNS ist als DDI-Komponente die erste Verteidigungslinie, da es die Kontrolle über fast den gesamten IP-Verkehr ermöglicht. Gesicherte DNS-Dienste schützen vor Datendiebstahl, wahren die Privatsphäre der Nutzer und filtern den Zugriff auf Anwendungen, die in der Cloud oder vor Ort gehostet werden. Die Echtzeit-Analyse des gesamten DNS-Verkehrs kann zudem helfen, sensible Daten vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Schnelle Bereitstellung

Die End-to-End-Automatisierung, die DDI-Technologie durch eine zentralisierte IP-Datenablage mit wertvollen Metadaten bietet, ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Umstellung auf die Cloud und führt zu einer erheblichen Zeitersparnis für Mitarbeiter im IT-Management.

DDI trägt auch dazu bei, dass Multicloud schnell bereitgestellt werden kann, sodass Unternehmen neue skalierbare Dienste schneller einführen können. Durch die Zeitersparnis bei der Verwaltung und Bereitstellung der IT-Infrastruktur können Unternehmen mehr Zeit für die Produktentwicklung aufwenden und so ihren Kunden den bestmöglichen Service bieten.

Fazit

Innovative Multicloud-Plattformen werden in der modernen Arbeitswelt zur Norm. Deshalb sollten Unternehmen schnell tätig werden und mit Hilfe von DDI eine robuste und sichere Netzwerkinfrastruktur implementieren. So können Anwendungsausfälle und Datenverletzungen verhindert werden, die sonst zu Umsatzeinbußen und Reputationsschäden führen würden.

Ralf Geisler.
Ralf Geisler.
(Bild: EfficientIP)

Durch die Nutzung von DDI können Unternehmen sicherstellen, dass Multicloud eine einfache, sichere und skalierbare Option für kollaborative Arbeitsprozesse darstellt.

Über den Autor

Ralf Geisler ist Regional Manager DACH bei EfficientIP.

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