Mobile-Menu

Auf dem Weg zum dynamischen Datacenter Das Rechenzentrum „out of the Box“

Autor / Redakteur: Michael Buchner / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Um den ständig steigenden Anforderungen im Hinblick auf Verfügbarkeit und Flexibilität von IT-Diensten gerecht zu werden, muss ein Wandel im Rechenzentrum eintreten. Vor allem gilt es, alte Silostrukturen aufzubrechen, um eine schnelle, dynamische Servicebereitstellung zu ermöglichen und gleichzeitig IT-Kosten nachhaltig zu senken.

Anbieter zum Thema

Computacenter unterstützt diesen Wandlungsprozess durch seine Dynamic Datacenter Infrastructure Solutions (DDIS). Grundlage dafür ist ein dreistufiger Ansatz: Zunächst werden Lösungen und Prozesse für die unterschiedlichen Infrastrukturbereiche je nach Anforderungen über Server, Storage und Netzwerk hinweg gekapselt und standardisiert. Dadurch vereinheitlicht sich das Management und die Komplexität wird eingedämmt. Auf dieser Basis lassen sich nun Administrationsabläufe weitgehend automatisieren, was den Weg frei macht für den dritten und letzten Schritt – den Übergang zu einer dynamischen Cloudinfrastruktur.

Rechenzentren (RZ) müssen immer neuen Ansprüchen aus Fachabteilungen entsprechen. Das betrifft nicht nur die stetig steigende Zahl von Applikationen und Diensten, sondern auch deren Verfügbarkeit und Sicherheit. Darüber hinaus wird eine schnelle Bereitstellung von neuen Services und Prozessen erwartet. Getrennte Teams mit isolierten Tools für Server-, Storage- und Netzwerkadministration werden diesen Anforderungen auf lange Sicht nicht mehr gerecht. Allein schon, um dem wachsenden Kostendruck zu begegnen, muss das RZ-Management über alle Infrastrukturbereiche hinweg vereinheitlicht werden. Doch wie sieht das dynamische Zusammenspiel so grundverschiedener RZ-Ressourcen wie Server und Storage aus? Und vor allem: Wie lässt es sich praktisch in die Tat umsetzen?

Diese Fragen von Kunden waren für Computacenter der Ausgangspunkt für die Entwicklung seiner Dynamic Datacenter Infrastructure Solutions (DDIS). Dabei handelt es sich weniger um fertige Produkte als vielmehr um eine ausgearbeitete Methodik und Migrationsstrategie, die unterschiedliche am Markt verfügbare Technologien einbezieht und zudem offen ist für zukünftige Technologieentwicklungen.

Kapselung kontra Komplexität

Die Grundidee für DDIS ist ein dreiphasiges Modell zur Transformation konventioneller Rechenzentren: In der ersten Phase geht es darum, bislang getrennte Managementbereiche über verschiedene Ebenen hinweg zu bündeln und administrative Abläufe weitgehend zu standardisieren.

Auf diese Weise wird die oftmals ausufernde Komplexität gewissermaßen eingekapselt – woraus sich bereits in dieser DDIS-Phase enorme Effizienz- und Flexibilitätsvorteile ergeben. Aktuelle Beispiele, mit welchen Technologien Computacenter diese Kapselung erreicht, sind die Infrastrukturlösungen der Partnerschaft mit der VCE-Koalition, aber auch Cloudlösungen auf Basis der Secure Multi-Tenancy-Architektur von Cisco, NetApp und VMware.

VCE steht für Virtual Computing Environment – eine Allianz, die vor einem Jahr von Cisco, EMC und VMware ins Leben gerufen wurde und Vblock-Infrastrukturpakete anbietet. Ein Vblock besteht aus dem Cisco Unified Computing System UCS, VMware-Virtualisierungslösungen sowie Speichersystemen von EMC. Computacenter war der erste Lösungspartner in Europa, der über eine Zertifizierung für Cisco UCS verfügte. Alle Vblock-Komponenten sind vorab auf gegenseitige Interoperabilität getestet und lassen sich außerdem mit dem EMC Ionix Unified Infrastructure Manager zentral administrieren.

Diese Eigenschaften machen Vblock zu einem idealen Fundament für ein DDIS-Design, das gleichwohl darüber hinausgehende Aspekte abdeckt – etwa die Integration in eine bestehende Backuplandschaft oder die Einbindung eines Richtlinienframeworks, das kundenspezifische Complianceanforderungen adressiert. Mit seinem Vblock-Angebot liefert Computacenter sozusagen ein fertiges RZ mit einheitlichen Management- und Servicebereitstellungsprozessen. Vereinheitlicht ist zudem der Support für Server, Storage und Netzwerk, weil es für alle Fragen nur noch einen zentralen Ansprechpartner gibt.

Die erste deutsche Vblock-Installation ging unter maßgeblicher Beteiligung von Computacenter im neuen RZ des EDV-Centrums für Kirche und Diakonie (ECKD) an den Start. Dank vereinfachter Administrationsabläufe kann das ECKD neue Dienste auf seiner virtualisierten Serverfarm heute innerhalb von Minuten bereitstellen. Da ein Vblock zudem die Zahl von Einzelkomponenten und Adaptern stark reduziert, ist das neue ECKD-Datacenter extrem energieeffizient. In einem klassischen RZ gleicher Leistung läge der Stromverbrauch viermal höher.

weiter mit: Prozessautomatisierung im Rechenzentrum

Prozessautomatisierung im Rechenzentrum

Standardisierung meint generell die Überführung ungleichartiger in gleichartige Prozesse (oder Produkte). Vereinheitlichte RZ-Administration, wie sie durch die beschriebene Kapselung erreicht wird, impliziert also auch standardisierte Betriebsprozesse.

Damit ist der Grundstein für deren Automatisierung (die zweite DDIS-Phase) gelegt. Denn Automatisierung setzt wiederkehrende, also standardisierte Abläufe voraus. Welche Effekte sich in dieser Phase der RZ-Transformation ergeben, zeigt ein Blick in die bayerische Landeshauptstadt München.

Der dortige Stadtrat hatte beschlossen, IT-Dienste für verschiedene Verwaltungseinheiten zu bündeln und von zentraler Stelle aus bereitzustellen. Die Stadt wollte dafür eine zukunftssichere Plattform errichten, welche nicht nur effizient zu betreiben sein sollte, sondern auch eine hochflexible Servicebereitstellung erlauben würde.

Innerhalb von nur sechs Monaten entwickelte Computacenter ein Konsolidierungskonzept für sämtliche x86-Server der Stadtverwaltung. Das Lösungsdesign umfasste dabei Produkte verschiedener Hersteller wie Fujitsu, VMware, Data Domain und NetApp. Computacenter verantwortete das Projektmanagement und hatte auch die technische Projektleitung inne.

Durch Zentralisierung wurden die IT-Bereitstellungsabläufe in der Verwaltung weitgehend vereinheitlicht und automatisiert, sodass Rechenleistung, virtuelle Server, Speicherplatz und Archivierungsdienste heute sehr schnell und bedarfsgerecht bereitgestellt werden können. Zudem fungiert Computacenter als Single Point of Contact für alle Hardware- und Softwarefragen.

Selbstverständlich gab es auch bisher schon Tools, um einzelne Abläufe zu automatisieren. Neu ist jedoch der übergreifende Charakter der IT-Automation, die sich bei DDIS auf komplette Prozessketten erstreckt. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine detaillierte Übersicht sämtlicher IT-Komponenten und ihrer jeweiligen Funktion innerhalb einer Prozesskette.

Als Basis für Asset Management und Leistungsabrechnung entsteht damit eine Ende-zu-Ende-Sicht auf jeden einzelnen Dienst über den gesamten Lebenszyklus hinweg – was einen deutlich effektiveren Umgang mit der Unternehmensressource IT bewirkt.

Endspurt in Richtung Cloud

In der dritten und letzten DDIS-Phase treten an Stelle individueller Lösungen standardisierte Services, die als Produkte mit definierten Leistungseigenschaften und Schnittstellen bereitgestellt werden.

Die Grundidee von Cloudservices ist ein flexibler sowie von Hardware und Betriebssystem unabhängiger Betrieb. Es ist allerdings weder sinnvoll noch möglich, sämtliche IT-Dienste in einen Cloudservice zu verwandeln. Jedes Unternehmen hat sein eigenes, unverwechselbares Anforderungsprofil – und das lässt sich mit dem DDIS-Modell in differenzierter Weise abbilden.

Unter dem Titel „Cisco UCS – alles nur geCloud oder echte Innovation?“ wird Computacenter-CEO Oliver Tuszik am 1. Dezember 2010 das Thema in einer Keynote auf der Cisco Expo in Berlin weiter vertiefen.

Über den Autor

Michael Buchner ist Senior Consultant bei Computacenter

(ID:2048122)