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Remote Monitoring Das Netzwerk im Blick behalten – auch im Homeoffice

| Autor / Redakteur: Gabriel Fugli / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Zahllose Unternehmen haben ihre Mitarbeiter während der Corona-Pandemie ins Homeoffice geschickt. Viel Arbeit für IT-Administratoren – und diese hat sich noch nicht erledigt. Denn es ist eine Sache, alles zum Laufen zu bringen, aber eine andere, die Dinge auch am Laufen zu halten.

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Es gibt viele Faktoren, die beim Netzwerk-Monitoring aus dem Homeoffice berücksichtigt werden müssen.
Es gibt viele Faktoren, die beim Netzwerk-Monitoring aus dem Homeoffice berücksichtigt werden müssen.
(Bild: Paessler)

Ein Teil der Herausforderung besteht darin, dass nicht nur die Nutzer von Zuhause aus arbeiteten, sondern auch Systemadministratoren selbst. Sie sind weit entfernt von ihrem physischen Serverraum. Wie können sie dennoch sicherstellen, dass alles reibungslos funktioniert? Und wie erfahren sie, wenn beispielsweise ein kritischer Dienst ausfällt?

Die Antwort darauf ist dieselbe, wie wenn alle im Büro arbeiteten: Netzwerk-Monitoring. Nutzt die IT-Abteilung bereits ein Monitoring-Tool und möchte sie das Unternehmensnetzwerk auch aus dem Homeoffice im Blick behalten, ist es wichtig, verschiedene Faktoren zu beachten.

1. Bandbreite

Die Bandbreite ist ausschlaggebend für einen schnellen und effektiven Zugriff auf Dienste und Anwendungen. Eine geringe Bandbreite kann diverse Probleme verursachen, die sich nachhaltig auf das Arbeiten im Homeoffice auswirken. Beispielsweise macht eine instabile Verbindung während einer Videokonferenz es fast unmöglich, das Gegenüber richtig zu verstehen. Eine langsame Verbindung zu einem Dienst wie Microsoft 365 oder Confluence kann dazu führen, dass ansonsten schnell ausgeführte Aufgaben die doppelte Zeit beanspruchen. Daher sollte beim Monitoring ein besonderes Augenmerk auf die Bandbreite gelegt werden.

Allerdings kann das Thema Bandbreite nicht problemlos zusammengefasst werden. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die die Verbindung zwischen Nutzer und Diensten negativ beeinflussen können – und dabei liegen die Ursachen meist außerhalb des kontrollierbaren Bereichs, etwa die Internetnutzung oder das Heimnetzwerk der Mitarbeiter, an das höchstwahrscheinlich mehrere Geräte angeschlossen sind. Es ist kaum möglich, diese Faktoren angemessen zu überwachen, denn die direkte Integration eines Monitoring-Tools in die Heimnetzwerke würde gegen Datenschutzgesetze verstoßen.

Auch hier gibt es natürlich Ausnahmefälle: Meldet ein Mitarbeiter ein Problem mit einem oder mehreren Services, muss er zunächst gebeten werden, einen Internet-Geschwindigkeitstest durchzuführen. Über diesen lässt sich herausfinden, ob das Problem durch die Internetverbindung ausgelöst wird.

Ein Monitoring-Tool bietet dem verantwortlichen IT-Administrator jedoch die Möglichkeit, aktiv das Geschehen im Unternehmensnetzwerk im Blick zu behalten – auch ohne physisch vor Ort sein zu müssen. Es gilt, potenzielle Problemquellen zu überwachen, um so beispielsweise Datenstaus oder Netzwerküberlastungen zu erkennen, bevor diese Auswirkungen auf die Arbeit der Mitarbeiter haben.

Entsprechende Monitoring-Lösungen bieten inzwischen verschiedene Sensoren, die dies ermöglichen:

  • SNMP-Sensoren: Das Bandbreiten-Monitoring mit SNMP zeigt den Datenverkehr an jedem Port über einen gewissen Zeitraum an.
  • Flow-Sensoren: Mithilfe von Flow-Protokollen können Geräte und Verbindungen identifiziert werden, die den meisten Traffic im Netzwerk verursachen.
  • Packet-Sniffer-Sensoren: Diese Sensoren analysieren den Datenverkehr im Netzwerk und erstellen Toplisten.

2. VPN

Aufgrund von Homeoffice fällt die Zahl der Mitarbeiter, die sich über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) anmelden, aktuell natürlich sehr hoch aus. Um jederzeit eine sichere Verbindung zum Unternehmensnetzwerk zu gewährleisten, ist es wichtig, darauf zu achten, dass das VPN zuverlässig funktioniert. Dabei spielen insbesondere der Datenverkehr innerhalb und außerhalb des VPN sowie die Anzahl der Verbindungen eine große Rolle. Ein langsamer Traffic kann auf ein mögliches Problem hinweisen, und auch die Information, wie viele Nutzer aktuell mit dem VPN verbunden sind, kann bei der Fehlerbehebung und Diagnose behilflich sein.

3. Telefonkonferenz-Tools

Arbeiten Mitarbeiter aus dem Homeoffice und sind Vor-Ort-Termine nicht möglich, sind Videomeetings wichtiger denn je, um mit Kollegen und Kunden im aktiven Austausch zu bleiben. Tools wie Microsoft Teams, Zoom und viele weitere sorgen dafür, dass Teams auch weiterhin als solche arbeiten können. Daher ist es unerlässlich, dass die entsprechend genutzten Services zuverlässig funktionieren.

Auch sie lassen sich indirekt in das Monitoring integrieren. Die meisten Dienste bieten eine API oder eine Webseite, auf der Nutzer die Verfügbarkeit des Service überprüfen können. Diese Informationen können in Verbindung mit REST-API-Monitoring genutzt werden, um Benachrichtigungen zu erhalten, sobald ein verwendeter Dienst nicht verfügbar ist.

Es gibt viele weitere Faktoren, die beim Netzwerk-Monitoring aus dem Homeoffice berücksichtigt werden müssen. Die drei genannten Punkte sind jedoch essenziell, wenn der Großteil der Mitarbeiter remote arbeitet.

Gabriel Fugli.
Gabriel Fugli.
(Bild: Paessler)

Wie auch bei der Arbeit im Büro kann der IT-Administrator in seinem Monitoring-Tool individuelle Dashboards erstellen. Darüber hinaus lassen sich Warnmeldungen und Benachrichtigungen so einstellen, dass sie an Mobilgeräte gesendet werden. So weiß der IT-Verantwortliche immer und überall darüber Bescheid, wenn etwas ausfällt.

Über den Autor

Gabriel Fugli ist Team Manager EMEA der Paessler AG.

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