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Studie der Initiative D21 und Huawei „Das mobile Internet macht oberflächlich und einsam“

| Redakteur: Katrin Hofmann

Die Nutzung von Smartphones und Tablets ist offenbar ein zweischneidiges Schwert. Einerseits nimmt sie stetig zu, andererseits zweifelt mancher Deutsche aber daran, dass das mobile Internet einer positiven Entwicklung des Miteinanders ausschließlich zuträglich ist.

Farmerama und Facebook anstatt Cowboy und Indianer spielen im Grünen? Mancher Deutsche hat leise Zweifel daran, was das mobile Internet bringt.
Farmerama und Facebook anstatt Cowboy und Indianer spielen im Grünen? Mancher Deutsche hat leise Zweifel daran, was das mobile Internet bringt.
(Bild: Cult12 - Fotolia.com )

Smartphones und Tablets bestimmen immer stärker den Alltag. Laut der Studie „Mobile Internetnutzung: Entwicklungsschub für die digitale Gesellschaft!“ besitzen aktuell 37 Prozent der Deutschen ein Smartphone und 13 Prozent ein Tablet. 2012 waren es noch 24 beziehungsweise fünf Prozent. Auch ist der Anteil derer, die das Internet über mobile Endgeräte nutzen, ist im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 40 Prozent gestiegen.

Potenzial für die Gesellschaft

Die Initiative D21 und Huawei Technologies, die die Untersuchung gemeinsam initiiert haben, schließen daraus, dass im mobilen Internet großes Potenzial für einen neuen Entwicklungsschub der digitalen Gesellschaft steckt.

Waren doch in der jüngsten Vergangenheit die Zuwachsraten bei der Internetnutzung nahezu eingefroren. „Es lässt sich eine deutliche Verschiebung von ‚einfachem‘ Mobiltelefon und Desktop-PC hin zu Smartphones und Tablets erkennen. Diese fungieren als Treiber des mobilen Internets“, erklärt Robert Wieland, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts TNS Infratest, das die Studie durchführte.

Grundsätzlich sei das mobile Internet ein wichtiger Wachstumsmotor für Deutschland. Einfach zu bedienende Endgeräte böten die Chance, Menschen ohne Interneterfahrung aus der „digitalen Kluft“ zu reißen. Nutzen doch gemäß der ARD-ZDF-Onlinestudie 2012 fast ein Viertel der Deutschen das World Wide Web noch nicht.

Die mögliche andere Seite der Medaille

Allerdings blicken die rund 1.000 Befragten der TNS-Infratest-Studie durchaus auch mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Entwicklung. Sie werfen mit ihrer Skepsis manche Grundsatzfrage zum angemessenen Umgang mit der Technik auf. So glauben nur rund 20 Prozent, dass das mobile Internet das gesellschaftliche Miteinander nachhaltig positiv verändert.

Aus Sicht von knapp 60 Prozent wird die Kommunikation oberflächlicher. Etwa die Hälfte geht außerdem davon aus, dass persönliche Kontakte abnehmen und die Vereinsamung steigt. Und dennoch: Wer sein Smartphone nicht als alleiniges Kommunikationsinstrument betrachtet und Realität und digitale Welt nicht durcheinander bringt, der kann profitieren. Sind doch immerhin knapp 60 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass das mobile Internet die Kontaktpflege vereinfacht.

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