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Internet Protocol Version 6 – mehr Agilität und Flexibilität im Netz Das Internet of Things und die M2M-Kommunikation treiben IPv6

| Autor / Redakteur: Detlef Eppig / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Nie waren Unternehmen und auch Verbraucher derart von Technologie abhängig wie in der hochvernetzten Welt von heute. „Always on“ lautet die Devise unserer Tage – und die Anzahl der Smartphone- und Tablet-User steigt rasant. Zudem vernetzen sich im Internet of Things auch alleinstehende Geräte und Maschinen immer stärker – ein Trend, der ohne IPv6 unmöglich wäre.

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Das Internet of Things und die M2M-Kommunikaton treiben die Einführung von IPv6
Das Internet of Things und die M2M-Kommunikaton treiben die Einführung von IPv6
( Archiv: Vogel Business Media )

IPv6 verfügt über wesentlich mehr Internetadressen und ist in der Lage, nicht nur die Anwendungen von heute sondern auch zukünftige Applikationen zu unterstützen. Die Zahl der verfügbaren Adressen wird sich von derzeit 4 Milliarden (IPv4) auf grob geschätzt 340 Sextillionen Adressen (IPv6) erhöhen. Damit entfällt die Notwendigkeit der privaten Adressierung und folglich der Kapitalaufwand, die Betriebskosten und die Komplexität der Einrichtung und Wartung von Geräten zur Umwandlung von Netzwerkadressen (Network Address Translation, NAT).

IPv6 als Weg zu langfristigem Wachstum, mehr Skalierbarkeit und geringeren Kosten

Zwar mögen zunächst in gewissem Umfang Investitionen in Netzwerk und System erforderlich sein, doch trägt IPv6 aus Gesamtkostensicht dazu bei, mit der Zeit die Netzwerk- und IT-Betriebskosten in den Griff zu bekommen – und möglicherweise zu senken. So lässt sich mit der Auto-Konfigurationsfunktion von IPv6 das Netzwerk in Unternehmen einfacher handhaben und auch die Betriebskosten lassen sich dadurch reduzieren.

Und es gibt noch mehr Kostenvorteile. Durch lokale Mobility-Unterstützung ist die nahtlose Integration mobiler Arbeitskräfte ins Unternehmen möglich, ihre Verwaltung wird ebenfalls erleichtert. Hinzu kommt, dass mit IPv6 auch zukünftig multimediale Collaboration-Systeme eingerichtet werden können. Dank solcher Systeme sind Unternehmen in der Lage, weltweit ihre grünen Ziele zu verwirklichen.

Und weil sowohl öffentliche als auch private IP-Netzwerke die Nutzung der IPv6-Technologie anstreben, ist die Investition in IPv6 anstelle von Ausgaben für vorhandene IPv4-Anwendungen auch auf lange Sicht gerechtfertigt, denn sie bewirkt langfristiges Wachstum und Skalierbarkeit.

Neue Einnahmequellen und größeres Kommunikationsvermögen

Alles deutet darauf hin, dass IPv6 neue Einnahmequellen erschließen wird, die sich aus der Entwicklung neuer, noch raffinierterer Produkte ergeben, die den Anforderungen der IPv6-Anwender gerecht werden.

Eines der wichtigsten Nutzenversprechen von IPv6 liegt in der Wegbereitung des „Internet of Things” – bisweilen auch „Machine-to-Machine Communication” oder auch M2M-Kommunikation genannt. Gemeint ist ein Netzwerk, das alltägliche Gebrauchsgegenstände miteinander verbindet, die allerdings mit „intelligenten“ Modulen ausgestattet sind.

Der enorme Adressraum von IPv6 macht es möglich, smarte Haushaltsgeräte, mobile Endgeräte und damit verbundene Services ins Internet einzubinden und so die Voraussetzungen für das angestrebte Internet of Things zu schaffen. Konkret bedeutet dies, dass in Zukunft Transaktionen von Maschine zu Maschine ohne menschliches Eingreifen möglich sein werden. Im „Connected“-Enterprise ebnet dies den Weg für die Optimierung der betrieblichen Automation, für erhöhte Produktivität und für mehr Effizienz.

Zukunftsforscher spekulieren, das Internet of Things könnte möglicherweise einen der größten Wandlungsprozesse der menschlichen Zivilisation nach der industriellen Revolution herbeiführen. Diese Entwicklung steht für einen bedeutenden Paradigmenwechsel im Telekommunikationssektor, der auch in anderen Industrien Wellen schlagen wird. Da die Zahl der Objekte, die sich in das IPv6-Netzwerk einbinden lassen, unbegrenzt ist, wird dieser Fortschritt einen unbegrenzten Marktplatz für Produkte und Services schaffen, welche die Interaktion zwischen Maschinen unterstützen.

Ein offensichtlicher Grund für den Wechsel von Unternehmen und Behörden zu IPv6 ist das Potenzial zur Entwicklung, Nutzung und Unterstützung neuer, leistungsfähiger Anwendungen, die durch diese Technologie möglich werden. Die Rede ist unter anderem von Sensornetzwerken und Telemetrie-Anwendungen zur Überwachung von weiter entfernten Objekten (z.B. Verkaufsautomaten, Messvorrichtungen von Versorgungsunternehmen usw.).

IPv6 schafft weiter die Voraussetzungen für die Entwicklung von Wireless-Netzwerken der vierten Generation wie 4GLong Term Evolution (LTE), wodurch sich die beim Endbenutzer verfügbare Bandbreiten-Kapazität erheblich vergrößern wird.

weiter mit: Wann ist der richtige Zeitpunkt zu wechseln?

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