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Cisco, Atmel und SICS entwickeln uIPv6-Stack Das Internet der Dinge kann dank quelloffenem Protokoll sprudeln

| Redakteur: Ulrike Ostler

Atmel, Cisco und das Schwedische Institute of Computer Science (SICS) stellen einen gemeinsam erarbeiteten, quelloffenen IPv6-Protokoll-Stack vor, mit dessen Hilfe jedes Device Internet-fähig werden kann. „uIPv6“ ist klein und soll die Speicherlimitierungen überwinden, die bisher die Tags hatten, mit denen Alltagsdinge bestückt werden. Jetzt kann jeder Karton eine Internet-Adresse erhalten.

Die schier unvorstellbar große Zahl möglicher IPv6-Adressen (3,4 • 1038 (340,28 Sextillionen = eine Zahl mit 39 Stellen) ermöglicht auch die Adressierung von „Dingen“.
Die schier unvorstellbar große Zahl möglicher IPv6-Adressen (3,4 • 1038 (340,28 Sextillionen = eine Zahl mit 39 Stellen) ermöglicht auch die Adressierung von „Dingen“.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Protokoll-Stack uIPv6 ist für „Smart Objects“ gedacht, beziehungsweise für ein „Internet der Dinge“. Mit dessen Hilfe bald jedes Gerät unabhängig von seinem Energiebedarf oder Arbeitsspeicher eine Internet-Adresse erhalten. Cisco trug im Wesentlichen Expertise im Bereich IP Networking bei, heißt es in einer kürzlich erschienen Bekanntmachung. Atmel hingegen steuerte funktechnische Hardware bei mit einem besonders geringen Stromverbrauch und SICS das Wissen um das Design von embedded Betriebssystemen.

Nach Ansicht von Rob Adams, Senior Director bei der Corporate Development Technology Group von Cisco hat uIPv6 das Potenzial, eine große Bandbreite an Marktsegmenten zu erobern, in denen Automation ein Schlüsselelement ist.

„Smarte“ Objekte, die mit Sensoren oder Aktoren ausgestattet sind, ermöglichen ganz neue Arten von Applikationen in der Automation von Gebäuden, in der Überwachung von industriellen Analgen, in so genannten „smart cities“ und im Energie-Management. Dies Applikationen werden vornehmlich dabei helfen, Umgebungsdaten wie Temperatur, Licht, Bewegung und Aggregatszustände so umzuwandeln, dass sie an anderer Stelle ausgewertet und genutzt werden können.

Erste Systeme dieser Art gibt es zwar schon. Aber bisher basierten sie auf mehr oder minder proprietären Ansätzen. Das aber hatte Kosten zur Folge, die dabei entsehen, wenn die Informationen aus geschlossenen Systemen in andere Formate und Systeme überführt werden müssen.

Deshalb sahen viele in der Nutzung des Internet Protokolls als Netzwerktechnik die Lösung für derartige Interoperabilitätsprobleme. Jetzt scheinen die Projektpartner eine Lösung gefunden zu haben. Es geht um einen Energie-Management-Mechanismus auf einem unteren Layer sowie um geringeren Speicherbedarf. uIPv6 soll im höchsten Grade Energie-effizient sein und sich deshalb für die meisten Tags beziehungsweise Funk-Chips eignen.

Open Source

Der Stack ist quelloffenen und umfasst standardisierte IP-Applikationen, die sich laut Projektmitglieder zudem leicht an spezifische Anforderungen anpassen lassen. So ist er in das „Contiki“-Betriebssystem integriert, das vom SICS entwickelt wurde. Daher erfüllt die Entwicklung alle Anforderungen, die derzeit vernetzte „smart objects“ stellen. Beispielsweis wurde uIPv6 auf den Wireless Plattformen von Atmel getestet, die nur wenig Energie verbrauchen.

Patrick Wetterwald, President der IP for Smart Objects Alliance (IPSO) äußert sich begeistert über das Resultat: „Wenn man einen IPv6-Stack nutzt, wird der Betrieb eines Sensor-Netzwerks so einfach wie der Betrieb eines PC-Netzes, von IP-Telefonen oder anderer IP-Devices.“

uIPv6 benötigt lediglich 0.5 Kilobyte SRAM für die Datenstrukturen, mindestens 1,3 Kilobyte SRAM für das Puffern und 11 Kilobyte Flash für das Speichern des Codes. Die Raven-Plattform umfasst einem Embedded-Mikrocontroller sowie einen Wireless-Schaltkreis und entspricht dem Standard 802.15.4, uIPv6 beruht auf einer Implementation des Funkstandards 6LoWPAN, der Adaptionsschicht zwischen 802.15.4 und IPv6.

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(ID:2017307)