Satelliten-basiertes IoT-Netzwerk von Hiber gestartet

Das Internet der Dinge geht in den Weltraum

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Andreas Donner

Hiber will mit seinem Nanosatellitennetz bezahlbare Konnektivität auch in sehr entlegegen Regionen schaffen. So kann beispielsweise die sensorgestützte Überwachung der Bodenfeuchtigkeit in ländlichen Gebieten frühzeitig Dürren detektieren.
Hiber will mit seinem Nanosatellitennetz bezahlbare Konnektivität auch in sehr entlegegen Regionen schaffen. So kann beispielsweise die sensorgestützte Überwachung der Bodenfeuchtigkeit in ländlichen Gebieten frühzeitig Dürren detektieren. (Bild: Hiber)

Am 6. November 2019 startete das weltweit erste Connected-Tech-(IoT)-Netzwerk, das auf Nanosatellitentechnik basiert, mit kommerziellen Tests, um Verbindungen zu Projekten in abgelegenen und sich entwickelnden Gebieten der Welt (z.B. in der Antarktis oder auf dem offenen Ozean) herzustellen.

Die ersten Kunden des niederländischen Betreibers Hiber werden das Netzwerk in Regionen der Erde testen, die derzeit keinen Zugang zu einem bestehenden Netzwerk haben. Das Hiber-Gründungsteam aus Satellitenexperten und Technologieunternehmern, darunter die Gründer von Booking.com, TreatWell und JustEat, schätzen, dass der Markt für satellitenbasiertes IoT weltweit rund 100 Milliarden Dollar beträgt.

IoT-Nanosatellit erfolgreich gestartet

Globale HiberBand-Abdeckung in den nächsten 18 Monaten

IoT-Nanosatellit erfolgreich gestartet

19.12.18 - Das niederländische Start-up Hiber hat den ersten Nanosatelliten für sein weltumspannendes IoT-Netzwerk aus dem Weltraum gestartet. Das soll Anfang 2019 mit 25 Kunden in Betrieb gehen und Sensoren in abgelegenen Regionen preisgünstig anbinden. lesen

Zu den ersten Projekten gehören:

  • Bodenfeuchteüberwachung zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels: Die Überwachung der Bodenfeuchte in ländlichen landwirtschaftlichen Gebieten kann Anomalien identifizieren, die auf schwerwiegende Probleme wie Dürren hinweisen. So löst beispielsweise der Hiber-Kunde Royal Eijkelkamp Themen wie Ernährungssicherheit, Klimaanpassung und die Reduzierung von Dürren durch Migration durch Boden- und Wasserforschung.
  • Überwachung von Bienenstöcken zur Rettung von Bienen vor dem Aussterben: Bienen sind seit mehr als fünfzehn Jahren vom Aussterben bedroht. Die Technologie von Hiber soll entscheidend dazu beitragen, die erfolgreiche Ansiedlung und den Erhalt von Bienenvölkern rund um die Welt zu gewährleisten. Bienenzüchter können die "Ökosphäre" in den Bienenstöcken über Sensorik und Hiber überwachen und so sicherstellen, dass die Bedingungen optimal sind.
  • Pflanzenmonitoring zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung: Die Überwachung von Nutzpflanzen wird landwirtschaftlichen Projekten in ländlichen und rauen Umgebungen helfen, Lebensmittelabfälle und verdorbene Nutzpflanzen zu reduzieren. Der Hiber-Kunde Centaur hat beispielsweise eine "Internet-of-Crops"-Plattform entwickelt, die den unversehrten Zustand der Ernten vom Bauernhof bis zum Verbraucher aufrechterhält. Hiber ermöglicht es Centaur, Kunden in den USA und weltweit mit aktuellen Informationen zur Lagerung von Pflanzen zu versorgen – egal wo sie sich auf der Welt befinden.

Herkömmliche Mobilfunknetze und WLANs bieten in vielen Region lediglich eine unzureichende Abdeckung, um beispielsweise Sensordaten zu übermitteln, während herkömmliche Satelliten zwar eine breitere Abdeckung bieten, allerdings sehr teuer sind und obendrein sehr viel Energie verbrauchen.

Datenverkehr über herkömmliche Satelliten ist extrem teuer

Daher sind viele vernetzte technische Anwendungen und Dienste derzeit zwar machbar aber für viele Nutzer kaum bezahlbar. So ist es beispielsweise für viele Landwirte in Ländern der Dritten Welt momentan nicht möglich, die Bodenfeuchte zu überwachen, um die Produktionseffizienz und die Pflanzenqualität zu verbessern.

Hiber möchte dieses ändern. Sobald der Nanosatellit voll einsatzbereit ist, wird er 16 Mal am Tag über die Pole der Erde und zweimal täglich über den Äquator fliegen und für Datendienste erforderliche Konnektivität auf dem dem gesamten Planeten ermöglichen. Mit einem Prozess, der bis zu 20-mal kostengünstiger ist als bestehende Lösungen, überträgt die Hiber-Satelilitentechnik Anwenderdaten von Modems und Antennen direkt zu den Nanosatelliten. Die Daten werden dann über die beiden bestehenden Satellitenstationen im norwegischen Spitzbergen und in Delft in den Niederlanden zur Erde zurückgesendet.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Bandbreite.

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