USV - trotzdem Datenverlust bei Stromausfall?



  • Hallo liebe EDV-Profis,
    ich arbeite in einer Sozialstation und betreue täglich viele ältere Menschen, deren Daten natürlich in unserem EDV-System gespeichert sind. Diese Daten enthalten alle Patienteninfos, Krankheitsverlauf, Einsatzpläne, etc., kurz gesagt, sie sind unsere elementare Arbeitsgrundlage, ohne deren ständige Verfügbarkeit wir überhaupt nichts koordinieren können. Deswegen haben wir u.a. eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), an der der Server hängt, um – so lautete die Aussage unseres Systembetreuers – bei einem Stromausfall keine wichtigen Daten zu verlieren.
    Nun passierte aber neulich genau das, was zu verhindern gilt: Es gab einen ca. 1-stündigen Stromausfall in der Nacht und am nächsten Morgen lief der Server nicht. Nachdem ich ihn angeschaltet hatte, fuhr er zwar hoch, zeigte aber viele Fehlermeldungen; und, was das Schlimmste war: Unser Datenbank-programm mit den Einsatzdaten ließ sich nicht starten, Katastrophe!!! Der Schaden konnte zwar von unserem Administrator in stundenlanger Arbeit repariert werden, doch hier kommt nun meine Frage: Wozu haben wir eine USV, wenn dann im Fall des Falles dennoch die Daten zerstört oder zumindest beschädigt sind?



  • Auf die Frage „Wozu USV?“ möchte ich gerne eine Antwort geben, denn genau diesen Fall habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als IT-Administrator schon oft erlebt. Da werden aufwändige RAID-Systeme, Sicherungsstrategien, Firewalls, sogar teure Spiegelserver angeschafft, um Datenverlust vorzubeugen, doch das Thema USV wird dabei häufig vernachlässigt.

    Eine USV dient – entgegen dem verbreiteten (Irr-)glauben NICHT dazu, um im Fall einer Stromunterbrechung weiterarbeiten zu können, sondern NUR dafür, dass dann der Server ordnungsgemäß, automatisch heruntergefahren wird. Und dies wiederum ist nur möglich, wenn die USV richtig angeschlossen, das heißt per Meldekabel/-software so konfiguriert ist, dass ein automatischer Shutdown erfolgen kann.

    So ist im geschilderten Szenario mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese Voraussetzungen eben nicht gegeben waren!

    Meine Erfahrung ist, dass eine USV meistens vorhanden, vielleicht sogar ein Meldekabel per USB oder RS232-Schnittstelle angeschlossen ist, aber die Steuerungssoftware dafür gar nicht installiert/konfiguriert ist. Und dann hat das teure Gerät so gut wie gar keinen Zweck, denn im Fall X (=Stromausfall) „fällt der Server genauso auf die Nase“, wie ohne USV, nur eben um die Zeit verzögert, bis der USV-Akku leer ist.

    Fazit: Beim Installieren einer USV-Anlage unbedingt darauf achten, nicht nur die Powerkabel, sondern auch Meldekabel anzuschliessen und die Softwarekonfiguration richtig vorzunehmen. Zuletzt muß dann der Fehlerfall auch mal getestet werden, das heißt: Netzstecker ziehen und kontrollieren, ob der Shutdown tatsächlich einwandfrei stattfindet. Wenn dann nach dem Wiederhochfahren alles fehlerfrei funktioniert, war die die USV-Anschaffung wirklich sinnvoll!


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