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Herausforderungen unbekannt oder unterschätzt Cloud-Migration: Erwartung versus Realität

| Autor / Redakteur: Sarah Gandorfer / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Einstieg in die Cloud will durchdacht sein. Wie eine Forrester-Studie jedoch zeigt, werden viele Barrieren in der Planung nicht erkannt. Entsprechend teurer und schlechter gestaltet sich die digitale Transformation am Ende.

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40 Prozent der Unternehmen unterschätzen die Kosten der Migration.
40 Prozent der Unternehmen unterschätzen die Kosten der Migration.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Der Weg in die Cloud ist ein komplexes Unterfangen. Die von Forrester Consulting im Auftrag von Rackspace durchgeführte Studie „Maintaining Momentum: Cloud Migration Learnings“ zeigt auf, welche Problemstellungen Unternehmen vor, während und nach der Migration von Daten und Applikationen in die Cloud am stärksten beschäftigen. Die Marktforscher führten dazu eine Online-Umfrage unter 326 Business- und IT-Entscheidern sowie Projektleitern durch, die aktuell oder in der Vergangenheit Verantwortung für Migrationsprojekte in der Cloud hatten.

Mit der Cloud werden hohe Erwartungen verbunden, darunter mehr Flexibilität und eine Kostensenkung.Die Wirklichkeit gestaltet sich oftmals anders: Unrealistische Kostenschätzungen und unerwartete Komplexität erhöhen die Time-to-Value von Cloud-Migrationsprojekten. So geben nur 28 Prozent der Unternehmen an, Cloud Infrastrukturen schon umfassend in ihren Unternehmen integriert zu haben.

71 Prozent der befragten Geschäfts- und IT-Entscheider aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA sind aktuell bereits länger als zwei Jahre mit der Migration in die Cloud beschäftigt. Der technische Umzug in eine Public oder Private Cloud-Umgebung bleibt für 80 Prozent der Unternehmensleiter ein „entscheidendes“ oder „sehr bedeutendes“ Projekt in ihrer Planung für die nächsten zwölf Monate.

Größte Diskrepanz

Die größte Diskrepanz zwischen dem Wunsch und der Realität liegen im Bereich der Kosten, wie die Analysten feststellten. Die meisten IT-Entscheider nannten die signifikante Kostenreduktion als Haupttreiber für die Cloud-Einführung. Allerdings geben 40 Prozent der Unternehmen an, dass die Kosten für die Migration einige Jahre nach der Einführung noch höher ausfallen als erwartet. Die größte Diskrepanz ergab sich bei der Aktualisierung, Konsolidierung und/oder Ablösung bestehender Geschäftsanwendungen und Systeme. Hier bezeichneten 40 Prozent der Befragten die Kosten als höher als ursprünglich angenommen.

Zudem hatten viele Firmen die Migration im Vorfeld massiv unterschätzt. Sie waren sich offenbar einer Reihe technischer sowie anderer interner Hindernisse nicht bewusst: Während der Planungs- und Ausführungsphase waren die Erfassung, Bereinigung und Governance von Datenbeständen die größten Herausforderungen (40 Prozent), gefolgt vom Prozessmanagement in der Cloud (34 Prozent) sowie der Definition einer zielgerichteten Strategie.

Gefragt nach den größten Herausforderungen während und nach der Migration antworteten 77 der Befragten mangelhafte Nutzerschulungen. Es folgten kulturelle Widerstände gegen die Cloud-Migration (44 %) sowie unzureichende Change-Management-Programme (37 %).

Planlos in die Wolke

Des weiteren nannten 58 Prozent der Befragten das Fehlen einer zielgerichteten Strategie als ein Problem vor und während der Migration in die Cloud. 74 Prozent der Unternehmen stellen erst während der Migration fest, dass ihnen notwendige interne Kenntnisse fehlen. Insgesamt hätten 77 Prozent der Umfrageteilnehmer das Wissen eines entsprechenden IT-Dienstleister zu schätzen gewusst. Rückblickend würden heute sogar über die Hälfte der Unternehmen (51 %) einen erfahrene Cloud-Experten für Migrationsprojekte einstellen.

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