Citrix Synergy: Der Arbeitsplatz als Integrationsplattform

Citrix Workspace: mobil und geräteübergreifend

| Autor / Redakteur: Karin Johanna Quack / Ulrike Ostler

Ein bisschen Konkurrenz-Bashing darf es auch bei Ctrix sein: Hier ein Vergleich von Citrix- und VMware-Technik auf Microsoft Azure.
Ein bisschen Konkurrenz-Bashing darf es auch bei Ctrix sein: Hier ein Vergleich von Citrix- und VMware-Technik auf Microsoft Azure. (Bild: Cririx-Video der Eröffnungs-Keynote)

VPN und virtueller Desktop waren gestern, heute zielt Citrix auf eine ganzheitliche Handhabung des Arbeitsplatzes. Jedenfalls stand die Integrationsplattform „Citrix Workspace“ im Mittelpunkt der „Citrix Synergy“ in Atlanta. Sie besteht vor allem aus einer Weiterentwicklung des „Receiver“ und soll zum Aufbau einer individualisierten Informations- und Kooperationsumgebung dienen.

Customer Experience – Sicherheit – Wahlmöglichkeiten: Wenn man der Keynote von David Henshall, President und CEO von Citrix, zuhört, musste man kurz den Eindruck gewinnen, dass sich der Virtualisierungs- und Integrationsspezialist auf das Tool-Terrain verirrt hat.

Dabei handelt es sich aber nur um eine clevere Marketing-Idee: Der allgegenwärtige „Kampf um Talente“, die häufig beklagte Komplexität der digitalen Arbeitswelt, die ständigen Störungen im Ablauf – all das sind gute Argumente für den Aufbau einer integrierten und personalisierten Arbeitsumgebung. Und damit kann sich Citrix auch von starken Mitbewerbern wie VMware absetzen.

Mit dem „Receiver“ hatte Citrix schon länger eine Umgebung, die Informationen aus unterschiedlichen Applikationen sammeln und integrieren konnte; mit dem „Analytics Server“, den Citrix als seine AI-Umgebung bezeichnet und derzeit mit Machine-Learning-Funktionen ausstattet, lassen sich die Informationen auch auswerten. Wie Calvin Hsu, Vice President of Product Marketing, einräumt, funktionierte der Receiver allerdings nicht auf Dateiebene. Diese Lücke schloss Citrix mit der Akquisition des Micro-App-Spezialisten Sapho im vergangenen Winter.

Was Sapho mitbringt

Sapho brachte eine Micro-App-Plattform in die Ehe ein, mit deren Hilfe sich die für einen Arbeitsplatz notwendigen Applikationen sowie selbst entwickelte Apps in eine einfach zu bedienende Informations- und Kooperationsumgebung übernehmen lassen. Die für eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter relevanten Informationen laufen auf dieser Plattform zusammen, so dass sie oder er alle Aufgaben und Benachrichtigungen auf einem einzigen Bildschirm überwachen kann.

Konnektoren für die Apps

Der „Power Feed“, wie Chief Product Officer PJ Hough die Funktion nennt, lässt sich auch auf dem Handy verwenden. Dort benötigt er ein bisschen Speicherplatz, damit die einlaufenden Informationen verarbeitet werden können. Der größere Teil der Verarbeitung passiert aber im Datacenter oder der Cloud.

Die Micro-App-Technik von Sapho übernimmt dabei die Kommunikation mit den Anwendungen von Microsoft, Workday, Salesforce, Servicenow und anderen. Citrix will in diesem Jahr noch Plattform-Konnektoren für weitere populäre Applikationen bereitstellen.

Citrix-President und CEO David Henshall (links) und Chief Product Officer PJ Hough auf der Bühne der Konferenz „Citrix Synergy“, die vom 21. bis 23. Mai 2019 in Atlanta stattfand.
Citrix-President und CEO David Henshall (links) und Chief Product Officer PJ Hough auf der Bühne der Konferenz „Citrix Synergy“, die vom 21. bis 23. Mai 2019 in Atlanta stattfand. (Bild: Citrix)

Ein API-basierender „Builder“ ermöglicht es den Kunden zudem, ihre eigenen Micro-Apps zu bauen und zu integrieren. Wie Citrix verspricht, sind dazu nur drei Schritte notwendig: Neue Integration hinzufügen, eine „Feed Card“ mit den Basisinformationen über die neue Micro-App erstellen, den neuen Account bestätigen.

Im Prinzip lässt sich die Workspace-Technologie sicher auch für andere Anwendungen verwenden, möglicherweise sogar für die Maschinensteuerung. Aber ein aufgeräumter digitaler Schreibtisch ist etwas, dessen Vorteil sich fast jedem erschließt.

Endpoint Security im Fokus

Damit die Mitarbeiter über Systemgrenzen hinweg zusammenarbeiten können, sind auch Kollaborations-Tools wie „Microsoft Teams“ und „Slack“ in den digitalen Workspace integrierbar. Neue Sicherheitsfunktionen sowie der Einbezug von Partnersoftware sollen einen besseren Schutz vor Malware bieten; dazu gehört beispielsweise das „Microsoft Security Graph API“.

Citrix zielt auf ein ganzheitliches „End-to-end“-Sicherheits-Management. Der Fokus liegt aber auf der „Endpoint Security“, sprich: der Sicherheit direkt am Arbeitsplatz. Das schließt Funktionen wie Keylogging sowie Screen Capture und Session Videoing ein. Außerdem enthält Workspace eine Bot-Detection-Funktion.

Konzentration auf das Wesentliche

Workspace ist vor allem Technik – und ein gutes Beispiel dafür, wie sich Hardcore-IT mit Business-Argumenten verkaufen lässt. „Am Ende des Tages wollen die Mitarbeiter wissen, was sie geschafft haben und was nicht“, erläutert Produkt-Chef Hough, „und zwar, ohne dass sie in einer ganzen Handvoll Anwendungen nachsehen und befürchten müssen, sie hätten etwas vergessen.“ So könnten sie sich auf das konzentrieren, wofür sie wirklich bezahlt würden.

Marktbeobachter sehen das offenbar ähnlich. So beispielsweise Bob O’Donnell, President von Technalysis Research: „Citrix bringt mit der neuen Workspace-Version eine Art News-Feed-Interface. Das vereinfacht die Arbeit über unterschiedliche Anwendungen hinweg und macht sie um insgesamt anwenderfreundlicher. So lassen sich Frustrationen verringern und die Produktivität erhöhen.“

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