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Vernetzung für die Industrie 4.0 Cisco präsentiert neue Architektur für das Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Dr. Anna-Lena Idzko (Franz Graser) / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Cisco hat eine neue Architektur für das Internet der Dinge (IoT) vorgestellt. Das System soll das Management von IoT-Infrastrukturen vereinfachen, die Transparenz der Geschäftsprozesse erhöhen und die Datenauswertung beschleunigen.

Das neue IoT System von Cisco soll das Management von IoT-Infrastrukturen vereinfachen, die Transparenz der Geschäftsprozesse erhöhen und die Datenauswertung beschleunigen.
Das neue IoT System von Cisco soll das Management von IoT-Infrastrukturen vereinfachen, die Transparenz der Geschäftsprozesse erhöhen und die Datenauswertung beschleunigen.
(Bild: Cisco)

„Unternehmen, Städte und sogar ganze Länder müssen jetzt in die Digitalisierung starten“, sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Doch mit reiner Vernetzung ist es nicht getan – es kommt auf die Software an, die die Informationen sammelt und aufbereitet und so neue Einblicke erlaubt und bessere Entscheidungen ermöglicht.

Damit liefert die IT künftig einen enormen Wertbeitrag für jede Organisation: Schnelligkeit, Transparenz und Flexibilität – und geschäftskritische Informationen, deren Erhebung zuvor schlicht unmöglich war. Eine durchgehende Sicherheitsinfrastruktur ist die Voraussetzung für die Vernetzung von Geräten, Prozessen, Daten und Menschen.“

Das IoT System umfasst Software und Hardware und besteht aus den sechs Säulen Netzwerkkonnektivität, Fog Computing, Sicherheit, Datenanalyse, Management/Automatisierung und Anwendungen.

Zum System gehören 15 neue Produkte. Dazu zählen ein neuer Industrie-Switch sowie spezielle WLAN-Zugangspunkte für den Einsatz im Nahverkehr und als Städte-WLAN. Für Transportsysteme und verteilte Industrienetzwerke (M2M) gibt es neue Router und Gateways mit Mobilfunkmodulen.

Die sechs Säulen des Cisco IoT-Systems sind wie folgt:

  • Netzwerkkonnektivität: Speziell angefertigte Routing-, Switching- und Wireless-Produkte, auch für den harten Fabrik- und Outdoor-Einsatz („ruggedized“)
  • Fog Computing: Mehr als 25 Netzwerkprodukte von Cisco beherrschen „Fog Computing“. Damit schafft Cisco die Infrastruktur, um beispielsweise Analysefunktionen direkt im Netzwerk auszuführen. Das ermöglicht Kunden beispielsweise die lokale Verarbeitung von Sensordaten und ermöglicht so extrem zeitkritische Anwendungen.
  • Sicherheit: Cisco vereint physische Sicherheitsfunktionen wie Videoüberwachung und Zutrittskontrolle mit Cybersecurity (Netzwerk, Cloud, Clients), um Angriffe entdecken und abwehren zu können. Die zunehmende Integration von unterschiedlichen Prozesskontrollsystemen mit der IP-Netzwerkinfrastruktur erfordert einen übergreifenden Sicherheitsansatz.
  • Datenanalyse: Das Cisco IoT System bildet die Basis für Cisco Connected Analytics sowie Analysesoftware von Drittanbietern.
  • Management und Automatisierung: Für Infrastrukturen mit immer mehr Endpunkten und Anwendungen bietet das IoT System verbesserte Sicherheit und Kontrolle, um den Produktionsprozess optimal zu unterstützen.
  • Anwendungen: Organisationen sowie Partner und Drittanbieter können über bereitgestellte Schnittstellen effizient eigene Anwendungen entwickeln und einführen, die Funktionen wie Fog Computing nutzen.

Fog Computing als Treiber des IoT

Mit Fog Computing hat Cisco bereits 2014 eine Technologie eingeführt, die rechenintensive Transaktionen wie Datenanalysen aus der Cloud in das Netzwerk verlagert. Hierfür wird auf den Netzwerkgeräten ein zweites Betriebssystem, genannt IOx, installiert, das die Ausführung selbst entwickelter Anwendungen ermöglicht.

Diese lokalen Operationen geschehen deutlich effizienter und schneller als über weit entfernte Rechenzentren, wo dann nur noch die aggregierten Informationen gespeichert werden. Dadurch trägt Fog Computing zu einer Entlastung der Übertragungswege sowie einer Verbesserung der Servicequalität bei und spart wertvollen Speicherplatz in der Cloud.

Dieser Fokus auf die relevanten Daten bildet die Basis für das Internet of Everything, in dem immer mehr vernetzte Personen, Prozesse, Daten und Dinge ein immenses Datenvolumen generieren.

Zur Datenanalyse können IT-Betreiber über „Fog Data Services“ Richtlinien erzeugen, die Datenflüsse durch IoT-Umgebungen überwachen und bei Bedarf optimieren. Für Management und Automatisierung dienen der IoT Field Network Director, mit dem Nutzer die IoT-Netzwerk-Infrastruktur im industriellen Maßstab überwachen und anpassen können, sowie der Fog Director. Damit kontrollieren Administratoren die Einstellungen und den Lebenszyklus von Anwendungen, um Transparenz in große IoT-Installationen zu erhalten.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation ELEKTRONIKPRAXIS.

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