Mobilfunk-Prognose vereint Bewährtes und neue OTT-Dienste

Carrier überleben mit SMS und Innovation

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Laut Thorsten Trapp werden kleinere Mobilfunkanbieter vom Markt verschwinden.
Laut Thorsten Trapp werden kleinere Mobilfunkanbieter vom Markt verschwinden. (Bild: Tyntec)

Warum die alten Bekannten SMS und 2G auch kommendes Jahr die Mobilfunklandschaft prägen werden verrät Thorsten Trapp vom Mobilfunkexperten Tyntec in seinem Ausblick auf 2013.

Thorsten Trapps Prognose für den Mobilfunkmarkt 2013 liest sich auf den ersten Blick wie eine Reise in die Vergangenheit. Dabei meint es der CTO von Tyntec – einem Spezialisten für mobilfunkbasierte Dialogdienste – offenbar sehr ernst und beschwört zugleich auch die Innovationskraft von Mobilfunk-Betreibern.

In Sachen Kurznachrichten sollten die Mobilfunkanbieter ihre Energien wohl aber nicht verschwenden, denn: Messagingdiensten à la WhatsApp und GSMA-Standard RCS-e (Rich Communications Suite enhanced) zum Trotz werde die SMS im kommenden Jahr eine Wiedergeburt erleben, glaubt Trapp: „Die SMS erfreut sich nach 20 Jahren immer noch großer Beliebtheit, die Art der Nutzung hat sich jedoch weiterentwickelt. Unter anderem werden heute verstärkt Alarmsignale und Status-Updates per SMS versandt“.

Für die bewährten 160-Zeichen-Botschaften spräche deren besondere Leistungsfähigkeit. Hierbei meint der CTO offenbar die geringe Störanfälligkeit des Dienstes. Die hätte sich beispielsweise nach dem dem Hurrican Sally gezeigt, als Google SMS-basierte Ortungsdienste angeboten habe. Per Google Gmail SMS könnten Menschen in Entwicklungsländern zudem E-Mails per Textbotschaft verwalten.

Messaging mit RCS-e unattraktiv

Konkurrenz des unter der Bezeichnung Joyn vermarkteten Messagingdienstes RCS-e brauche die SMS kurzfristig nicht zu fürchten. Der Dienst sei zu spät auf dem Markt gekommen und biete Anwendern kaum Mehrwert zu OTT-Angeboten (Over the Top), wie WhatsApp oder Viper. Zudem sei RCS-e wirtschaftlich nicht für Kunden attraktiv und bei Weitem noch nicht netzübergreifend und auf allen Geräten verfügbar.

Rückgang drahtloser Datenfrequenzen

Trotz schnellerer Datenübermittlung via UMTS und LTE bezeichnet Trapp das klassische GSM-Netz noch immer als Industriestandard. Der Grund: UTMS und LTE seien im Gegensatz zu 2G-Zugängen nicht flächendeckend verfügbar. Des Weiteren warnt Trapp: Internetfähige Geräte werden in ihrer Gesamtheit zum Rückgang drahtloser Datenfrequenzen beitragen und Smartphone-Nutzer ausbremsen.

Carriern rät Trapp zu neuen Geschäftsmodellen. Wegen kürzerer Produktlebenszyklen werden sich Verträge und Mobiltelefone künftig nur noch sehr schwer als Paket verkaufen lassen.

Stattdessen müssten Mobilfunkbetreiber "all-in" gehen, das heißt: Stark in LTE investieren und sich mit einem qualitativ hochwertigen Datennetz vom Wettbewerb abheben. Kleinere Unternehmen werden in diesem Konkurrenzumfeld wohl nicht auf Dauer bestehen, mutmaßt Trapp.

Kooperation mit Web-2.0-Unternehmen

Künftig werden Carrier zudem zunehmend mit New-Media-Unternehmen kooperieren, prognostiziert Trapp und begründet das mit wechselseitigen Anreizen. Bereits heute böten Verizon und Skype einen VoIP-Dienst für Smartphones an. Hierzulande kooperierte beispielsweise Vodafone mit YouTube.

Als allgemeine Szenarien nennt der Experte zudem IP-basierte Kommunikation per Smartphone oder eine Communicator/Click-to-Dial-Funktion in Business-Applikationen. Kommunikation – so heißt es – sei damit sowohl Business- als auch Service-Faktor.

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