Ohne Netzwerk keine Sprach- und keine Datenkommunikation

CA-Kleeblatt für das Management von konvergenten Netzen

27.11.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Integrierte Tools von CA für konvergente Netze
Integrierte Tools von CA für konvergente Netze

Wo Sprache und IT aufeinanderprallen, braucht es konvergente Netze. Diese wiederum benötigen ein integriertes Management – für die Performance von Netz-, System und Applikationskomponenten, für die Fehler-Suche und -Behebung sowie für Telefonanlagen. Computer Associates adressiert das Netz- und Sprach-Management mit vier Produkten: „Spectrum“, „E-Health“, „E-Health for Voice“ und „Netviz“.

Konvergente Netze sind Thema sowohl für Carrier als auch für Unternehmen (siehe: Abbildung 1). So holen sich Unternehmen mit VoIP die Telefonie ins Haus und müssen die Anwendung in ihre IT integrieren. Telcos, Kabel-Anbieter und City-Carrier hingegen bieten Datendienste, beziehungsweise Content, etwa IPTV, an.

Doch die schöne neue Netzwerk-Welt birgt nicht nur Chancen: „Wenn bei uns Lotus Notes ausfällt, bewegt sich nichts mehr“, sagte Hans-Joachim Isenberg neulich auf einem Vortrag im Triple-Play-Labor, Dornach. Er arbeitet im Netzwerk-Management der Sparkassen-Informatik, die für den IT-Betrieb von 298 Sparkassen und 10.675 Geschäftsstellen verantwortlich ist. „Auch wenn eine Leitung in die Filiale ausfällt, geht nichts mehr. Die Zeiten, in denen Sparbücher mit der Hand ausgefüllt wurden, sind längst vorbei.“

Das zeigt unter anderem, dass die Wirkungen eines Netzausfalls immer verheerend sind, egal ob ein Bagger eine Leitung kappt oder eine Anwendung aus dem Ruder läuft. Zur Netzüberwachung gehören für Isenberg deshalb sowohl die „Beinchen“, das heißt die Schnittstellen von Routern und Switches, als auch einzelner Queues, Bandbreiten und ISDN-Verfügbarkeit, LAN-Schnittstellen und CPUs dazu. Er spricht von insgesamt 70.000 „Objekten“, beziehungsweise von über 100.000 „gepollten Elementen“, die Sparkassen Informatik betreut.

Perspektiven

Doch noch steckt die Konvergenz in den Kinderschuhen. Die Zukunft, so Peter Mörsch, Business Development Manager bei CA, hält eine komplette Konvergenz bereit, die in einer kompletter Virtualisierung des Netzwerks enden wird. Services sind dann nicht mehr abhängig von Netzwerktechnologien und das genutzte Netzwerk und die genutzte Technologie wird für den Nutzer unsichtbar.

Außerdem wird die Zukunft bestimmt durch Geräte, die allesamt Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Dazu kommen neue Applikationen: Fernsehen, Sprache, Überwachungskameras, Aufzüge, Signalisierungstafeln, Kühlschränke, Feuer- und Rauchmelder, Lautsprecherdurchsagen auf Bahnhöfen und Alarmanlagen. Damit nehmen die anspruchsvollen, kritischen Dienste auf dem IP-Netz zu, das diese gleichermaßen automatisch erkennen und transportieren muss, damit sie funktioniern.

Management-To-Do

Um die Aufgabe von Netz-Management-Tools in konvergenten Netzen zu erläutern, reduziert Mörsch jedoch die Komplexität von konvergenten Netzen erst einmal auf das Wesentliche: „Ausschlaggebend ist nicht mehr die Art der Übermittlung, sondern „nur“ noch die Übermittlungskapazität.“

Darüber hinaus sei das bestimmende Merkmal konvergenter Netze die Notwenigkeit, Daten in Echtzeit zu übertragen. Demzufolge addieren sich zur Kapazität noch Schnelligkeit, hohe Verfügbarkeit und Fehlerlosigkeit, die als Parameter die Qualität eines Netzes bestimmen.

Dazu ein Beispie, dass die Steigerung beschriebt: Mit Fibre to the Home „FTTH“ lässt sich eine CD mit 650 Megabyte in 52 Sekunden übertragen, und zwar in beide Richtungen. Eine Übermittlung per ISDN, 64 Kilobit pro Sekunde, würde derselbe Vorgang drei Tage benötigen.

Die Tools

Mit Netzwerk-Werkzeugen müssen sich diese Parameter justieren lassen. Die CA-Tools, E-Health, E-Health for Voice, Spectrum und Netviz, adressieren nach Mörschs Angaben die vier unterschiedlichen Management-Aufgaben.

  • Performance-Management (mit Hilfe von E-Health) –Trendanalysen erlauben potentielle Fehler frühzeitig zu erkennen. Administratoren können mit geeignete Maßnahmen dagegen steuern, so dass Ausfälle ganz oder teilweise verhindert werden können und wichtige Services unangetastet bleiben können.
  • Telefonanlagen-Management (mit Hilfe von E-Health for Voice) – Durch die Integration der Telefonanlagen Parameter wie Call Volumen, Mailbox-Nutzung und Amtsleitungsbelegung wird die Telefonanlage zum Bestandteil des Telco- und Enterprise-Managements. Durch automatisches Erkennen des „normalen“ Verhaltens werden Anomalien signalisiert und können behoben werden bevor der Service gefährdet ist.
  • Fehler- Management beziehungsweise Root-Cause-Analysis (mit Hilfe von Spectrum) – Die Ursache des Fehlers wird durch die „root cause“ direkt angezeigt. Eine „ganzheitliche Fehlersignalisierung“ der IT-Infrastruktur helfen, die Fehler schnell zu isolieren.
  • IT-Dokumentation (mit Hilfe von Netviz) – Das Tool verfügt nicht nur über eine intuitive grafische Oberfläche, sondern auch über eine Datenbank, so dass Änderungen im System für Betroffene und Kunden sichtbar werden können.

Gesundheit!

E-Health adressiere eine proaktive Analyse der Systeme, sagt Mörsch (siehe: Abbilung 2). Dabei gehe es nicht mehr darum, einzelne Systeme zu überwachen, sondern um das Monitoring der kompletten Leistungsfähigkeit von einer zentralen Stelle aus. Etwa 600 Netzkomponenten von mehr als 110 Herstellern haben eine CA-Zertifizierung. Diese Geräte, Typen und Techniken kann E-Health ohne manuelles Eingreifen selbsttätig erkennen.

Um auf drohende Gefahren aufmerksam machen zu können, muss das Tool quasi wissen, welches Verhalten der IT „normal“ ist. Im Wesentlichen ist dazu eine möglichst weitreichende Analyse der gesammelten Daten notwendig. Abweichungen können Leistungseinbrüche im LAN und WAN signalisieren.

Auf der Basis von Trends und Exeptions lassen sich „Gesundheitswerte für alle Komponenten und damit die Top-10 der Problemfälle in der IT-Infrastruktur ermitteln. Die Analyse- und Reporting-Engine lieferten laut Mörsch darüber hinaus Berichte sowohl für Administratoren als auch für Geschäftsführer.

Gesundheit für die Sprache

E-Health for Voice ist speziell für die IP-Telefonie gedacht, kann aber auch in herkömmliche Telefonanlagen hineinschauen. Damit kann das Tool über FTP, Corba oder Telnet per Modem oder Ethernet Daten aus traditionellen und digitalen PBX-Anlagen auswerten, VoIP-Anlagen und Softswitches.

Administratoren könen damit überprüfen, ob die Skalierung stimmt, also ob sie für die Anzahl der Calls ausreichend dimensioniert ist und Amtsleitungen oder bandbreiten planen. 100 Kilobit pro Sekunde nennt Mörsch als Richtwert pro Call bei für VoIP-Anwendungen.

Darüber hinaus erlaube das Werkzeug jedoch auch Details aus Telefonverbindungen zu verfolgen: Telefonnummern, Zeitspanne und -dauer, und die mittlere Belegungszeit – „Erlang“ – beispielsweise. Auf dese Weise lässt sich etwa ermitteln, wann die meisten Anrufe getätigt werden. Für diesen Zeitraum können dann andere Anwendungen gesperrt oder in der Priorität gesenkt werden.

Bei Problemen können Administratoren und Support auf diese Daten zurückgreifen. Denn die Log-Files lassen sich per SNMP-Trap an weiterführende Systeme übergeben. Die reports werden über E-Mail versandt.

Korrelation in Spectrum

Spectrum dient der Root-Cause-Analyse. Hilfreich ist dabei insbesondere die Korrelation auf Layer 2 und 3, die in dem Tool eingebaut ist. Das erspart Administratoren, selbst auf die Suche nach Abhängigkeiten zu gehen. Die Netzgeräte dienen dem Tool mit einer Selbstauskunft. per SNMP geliefert.

Die Korrelation erlaubt darüber hinaus, die Vielzahl von Informationen zu wenigen relevanten zu verdichten. Laut Mörsch schafft es die Telekom in Bremen auf diese Weise aus rund 1000 gemeldete Störungen pro Tag die 200 tatsächlichen zu extrahieren.

Die Geräteinformationen umfassen unter anderem eine Alarm-Historie. Somit lässt sich schnell die Frage beantworten, welche Geräte oder Ports die meisten Fehler aufweisen – etwa dann wenn neue Anschaffungen getätigt werden.

Die Korrelation basiert im Wesentlichen auf drei patentierten Techniken:

  • Model-based Inductive Modeling Technology (IMT) – 90 bis 95 Prozent selbstlernend
  • Rues-based Event Managment System (EMS) – 10 bis 4 Prozent
  • Policy-based Condition Correlation Technology (CCT) – für die verbleibenden 1 bis 2 Prozent der Fälle.

Insgesamt, so Mörsch lägen Spectrum rund 100 Patente und 500 Millionen Dollar Investment zugrunde.

Dokumentation

Netviz schließlich ist das CA-Tool für die IT-Dokumentation. Darunter liegt eine Datenbank. Änderungen auf der grafischen Oberfläche, werden in diese übertragen und umgekehrt. Durch eine Integration in Spectrum erscheinen Informationen, die durch das Discovery in Schicht 2 und 3 gefunden werden, in Netviz.

Die Anwendung

CA-Anwender Isenberg hat bisher nur bescheiden in die Tool-Kiste des Herstellers gegriffen und setzt beim Trouble-Shooting auf Spectrum und im Performance-Management auf „Network-Health“. Die proaktive Fehlerekennung habe ihm geholfen, die Meantime between Failures zu verbessern. Auch die Zeit, die für das Reparieren verwendet wird, sei gesunken. Zudem erlaube das Tool eine verlässliche Kapazitätsplanung und helfe dabei, die Service Level Agreements (SLAs) besser zu verstehen.

„Die Trend-Reports, die mit Hilfe des Tools generiert werden, nehmen wir auch gerne einmal als Anhang für die Trouble Tickets an die Telekom“, berichtet der Netzwerker von der Sparkassen Informatik. Früher habe der Carrier schon einmal angezweifelt, Verursacher von Ausfällen und Problemen gewesen zu sein. Heute ließe sich sogar die ISDN-Leistung damit überwachen und demonstrieren.

Unterstützung vom Chef

Allerdings reiche es nicht, leistungsfähige Tools zur Verfügung zu haben. Denn Isenberg kann auf fast zwei Jahre Missachtung hinweisen. „Es hat keinen interessiert, was die Tools herausfanden.“ Denn niemand habe gewusst, wer wann aktiv werden musste. Entsprechende Anweisungen fehlten.

„Das System ist teuer genug, dass man sich die organisatorischen Maßnahmen auch noch leisten kann“, schimpft der Netzwerker noch heute. „Doch das war ein harter Kampf. Da müssen auch die Hierarchen mitmachen.“ Heute aber laufe alles wie am Schnürchen.

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