Amdocs beschreibt selbstorganisierende Netze auf OSS-Ebene

C-SON optimiert Mobilfunkinfrastruktur

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Per Blogbeitrag hatte Amdocs C-SONs schon im Vorjahr zum „game changer“ geadelt, der die Verwaltung heterogener Netze vereinfacht.
Per Blogbeitrag hatte Amdocs C-SONs schon im Vorjahr zum „game changer“ geadelt, der die Verwaltung heterogener Netze vereinfacht. (Bild: Amdocs/VIT)

Spätestens seit LTE gehören selbstkonfigurierende Basisstationen zur Standardausrüstung mobiler Zugangsnetze. Die Technik ist mittlerweile aber offenbar selbst so komplex, dass es eine zusätzliche Koordinierungslösung braucht. Die heißt: C-SON.

C-SON steht für zentralisierte, selbstorganisierende Netze (SON = self-organizing networks) – eine Architektur die Amdocs als essentiell genug ansieht, darüber ein Whitepaper in Auftrag zu geben. Herausgekommen ist dabei das von Infonetics Research erstellte und jetzt verfügbare Dokument "The Logical Rise of C-SON".

Autor Stéphane Téral beschreibt darin Zugangsnetze (RAN), die sich seit Einführung von LTE von allein konfigurieren. Die seien allerdings proprietär, hätten inselhaften Charakter und werden dem entsprechend als D-SON (D steht für distributed, also verteilt) bezeichnet. Unterschiedliche RAN-Zulieferer und konkurrierende Mobilfunkstandards machen die D-SON-Architekturen selbst damit so komplex, dass eine neue Verwaltungsschicht für heterogene Netze nötig werde: C-SON (C = centralized).

C-SON arbeitet auf gleicher Ebene wie das Betriebssysunterstützungssystem (OSS) und funktioniert herstellerübergreifend. Laut Amdocs könnten Service Provider mit C-SON zentrale Herausforderungen angehen. Auf folgende Szenarien verweist das Whitepaper dabei konkret:

  • 2G- und 3G-Netzwerkkomplexität über unterschiedliche Anbieter und unterschiedliche 2G- und 3G-Technologien hinweg brauchen eine automatisierte Optimierung auf allen Ebenen.
  • Koordination von 4G- und LTE-Netzwerken zwischen allen Netzwerkelementen und Distributed SON (D-SON) ist nötig.
  • Da jeder Netzbetreiber andere Prioritäten hat, ist es wichtig, dass Anpassungen vorgenommen werden können. C-SON-Algorithmen können leicht verändert und mit individuellen Bedürfnissen der Netzwerkbetreiber abgestimmt werden.
  • Bestimmte Aufgaben wie das Freischalten der gesamten Bandbreite für LTE sollen automatisiert werden.

Als Referenz nennt Amdocs Vodafone Hutchinson Australia. 2014 habe der Mobilfunkbetreiber mit der C-SON-Lösung von Amdocs die 4G-Netzabdeckung in ganz Australien und die Kundenerfahrung verbessert. Konkret habe der Carrier zuvor für 3G genutzte Frequenzen im 850-MHz-Band für LTE freimachen können. Ergebnis: Eine ausgeglichene interne Auslastung (inter carrier load balancing, ICLB); gleichzeitig seien bestehende selbstoptimierende Netzwerke eingesetzt worden, um die Netzwerk-KPIs weiterhin zu erfüllen.

Infonetics sagt allerdings auch: Entsprechende C-SON-Produkte gibt es von verschiedenen Anbietern, darunter CellWize, Cisco, Eden Rock Communcations und Reverb Networks. Den vollständigen Report gibt es gegen Registrierung bei Amdocs.

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