Studie: EMEA-Firmen investieren in Sicherheit, Abdeckung und Bandbreiten

BYOD-Akzeptanz steigt trotz Sicherheitsbedenken

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Organisationen im Nahen Osten sowie in der Benelux-Region und in den skandinavischen Staaten sind dem Trend BYOD besonders aufgeschlossen.
Organisationen im Nahen Osten sowie in der Benelux-Region und in den skandinavischen Staaten sind dem Trend BYOD besonders aufgeschlossen.

Eine von Aruba Networks beauftragte Studie in der EMEA-Region ergab massive Schritte der Organisationen hinsichtlich der Einführung von BYOD. Probleme bei Netzwerk und Bandbreite würden jedoch nach wie vor Schwierigkeiten bereiten.

Aruba Networks ließ in einer Studie die Entwicklung und Umsetzung des Bring-your-own-Device-Trends (BYOD) in öffentlichen Einrichtungen und Firmen der Privatwirtschaft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) untersuchen. Hierfür wurden 773 IT- und Netzwerk-Mitarbeiter befragt.

Die Untersuchung stellt fest, dass in Europa, dem Nahen Osten und Afrika 69 Prozent der befragten Organisationen BYOD in irgendeiner Form erlauben. Dazu könne ein reiner und streng reglementierter Internetzugang gehören, aber auch die Nutzung von Firmenanwendungen auf privaten Endgeräten der Mitarbeiter. Diese Entwicklung stelle eine Abkehr von dem strikten Verbot von Consumer-Endgeräten der vergangenen Jahre dar. Trotzdem bringt nur in 22 Prozent der Firmen mehr als jeder vierte Mitarbeiter ein eigenes Endgerät mit zur Arbeit, was darauf schließen lässt, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis das Potenzial von BYOD komplett erschlossen ist.

Deutschland hinkt hinterher

Auffällig ist, dass Deutschland dem internationalen Trend nur langsam folgt: Mit 48 Prozent setzen weit weniger Unternehmen auf BYOD als im EMEA-weiten Durchschnitt. Damit liegt Deutschland in der Statistik hinter den anderen großen europäischen Wirtschaftszentren wie Frankreich, Großbritannien oder Spanien. Am offensten für das Phänomen zeigten sich Organisationen im Nahen Osten (80 Prozent) sowie in der Benelux-Region und in den skandinavischen Staaten (jeweils 74 Prozent).

Die Umfrage geht auch auf die Auswirkung der Fragmentarisierung des Markts auf IT-Administratoren ein. Administratoren müssen nun für die Integration einer Vielzahl von Endgeräten von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlichen Betriebssystemen sorgen. Kaum überraschend war Apple für 88 Prozent der bevorzugte Smartphone- und für 86 Prozent der bevorzugte Tablet-Lieferant. Samsung folgte nicht weit dahinter: 67 Prozent der Befragten bevorzugten Smartphones, 51 Prozent Tablets von Samsung.

„Das BYOD-Phänomen hatte eindeutig einen erheblichen Einfluss auf Unternehmen weltweit“, so Chris Kozup, Senior Director Marketing EMEA bei Aruba. „Es hat völlig neue Herausforderungen für die ohnehin schon überlasteten IT-Teams geschaffen. Wenn sich Firmen dem BYOD-Trend komplett öffnen wollen, müssen sie die verstärkte mobile Diversifizierung über das Design und Management der Firmennetze angehen. Organisationen müssen ihre Netzwerkinfrastrukturen so gestalten, dass sie eine breite Auswahl mobiler Endgeräte unterstützen können – ohne die IT-Abteilungen zu überfordern.“

Haupthindernis: sichere Verbindung

Trotz des unbestreitbaren Erfolgs, den BYOD heute bereits hat, verbietet etwa ein Drittel der befragten Firmen ihren Mitarbeitern, eigene Endgeräte mit dem Firmennetz zu verbinden. Wie bei vielen neu aufkommenden Trends seien dafür Sicherheitsgründe verantwortlich – 70 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass die Bereitstellung einer sicheren Verbindung das Haupthindernis für die vollständige Einführung von BYOD sei, während 45 Prozent vor allem Schwierigkeiten hätten, Benutzerrechte basierend auf Anwender, Gerät und Applikation durchzusetzen.

Zusätzlich zu den Sicherheitsfragen müssen Unternehmen ausreichend Ressourcen im Netz bereitstellen, um die Vielzahl der Endgeräte mit Multimediafunktionalität zu unterstützen. 35 Prozent der Befragten sahen eine Herausforderung darin, ausreichend drahtlose Abdeckung und Bandbreite für BYOD zu schaffen. So überrasche es auch wenig, dass die zwangsläufige Belastung für das Netz viele Firmen dazu gebracht hat, eine gut durchdachte und technologisch robuste Mobility-Strategie anzugehen, um die Ansprüche der Mitarbeiter zufriedenzustellen. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer planen, ihre Investitionen in drahtlose Technik im kommenden Jahr zu erhöhen.

„Sicherheit muss immer ein wichtiger Faktor sein, wenn es um Firmendaten geht“, ergänzt Kozup. „Die Abwehrmechanismen von Unternehmen müssen nicht nur wasserdicht sein, sondern auch effektiv. In diesem Fall bedeutet das den Einsatz von durchsetzbaren ID-basierenden Sicherheitskonzepten genauso wie die sichere Bereitstellung und Integration von jedem Endgerät in jedes Netz über eine einzige Managementplattform. Nur mit einem effektiven Sicherheitskonzept lassen sich die Vorteile von wahrer Mobilität sicher umsetzen.“

Abschließend führt Kozup aus: „Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Firmen BYOD als wichtiges Thema auf ihre Agenda gesetzt haben. Doch obwohl einige Unternehmen auf einem guten Weg sind, gibt es noch einiges zu tun. Die Arbeitsgewohnheiten ändern sich und noch mehr Organisationen müssen die Vorteile eines Wechsels hin zu mobilen Arbeitsumgebungen erkennen. Überholte Infrastrukturmodelle können die Anforderungen einer modernen Belegschaft schlichtweg nicht mehr erfüllen.“

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