Cognizant-Studie belegt verstärkte Nachfrage nach Outsourcing-Services Business Process Outsourcing liegt im Trend

Redakteur: Florian Karlstetter

Das Auslagern von geschäftskritischen Prozessen liegt im Trend, so die Kernaussage einer vom IT-Beratungsunternehmen Cognizant veröffentlichten Studie. Nachgefragt werden dabei vor allem IT-Beratungsdienstleistungen, Prozesse rund um das Warenwirtschaftssystem (ERP) sowie Softwareentwicklungsprojekte und Softwaretesting-Aufgaben.

IT-Outsourcing steht bei deutschen Unternehmen ganz oben auf der Agenda.
IT-Outsourcing steht bei deutschen Unternehmen ganz oben auf der Agenda.
( Archiv: Vogel Business Media )

Drei von vier deutschen Unternehmen lagern geschäftskritische Prozesse aus, Tendenz steigend, so ein Ergebnis einer Studie zum Thema IT-Outsourcing, die von der Warwick Business School im Auftrag von Cognizant durchgeführt wurde. Befragt wurden 250 CIOs und CFOs in Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Benelux und den nordischen Ländern.

BPO aus Managementsicht

Das Auslagern von geschäftskritischen Prozessen, auch Business Process Outsourcing oder kurz BPO genannt, wandelt sich immer mehr vom IT- zum Managementthema, weil sich damit unter anderem auch Kosten reduzieren lassen. So entfällt beim BPO nicht nur der Investitionsaufwand für die Vorhaltung lokal installierter Systeme, durch das Auslagern von IT-Dienstleistungen wie der Wartung, Implementierung oder Integration von Business-Software benötigen Unternehmen auch weniger personelle Ressourcen.

In Deutschland vergeben CIOs vorrangig Aufgaben rund um ERP-Systeme (85 Prozent) an externe Dienstleister - hierzu gehören die eben genannten Aspekte wie Wartung und Upgrades sowie Implementierung und Integration. Rund ein Drittel (38 Prozent) der Befragten setzt bei derlei Aufgaben sogar auf mehr als nur einen Dienstleister. Auf Platz zwei der ausgelagerten Dienstleistung rangiert hierzulande die IT-Beratung. So holen sich 77 Prozent der befragten CIOs externe Hilfe - im europäischen Durchschnitt sind es hingegen nur 56 Prozent.

Die Auslagerung von Softwaretesting-Aufgaben belegt den dritten Platz. So lagern etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer (54 Prozent) Prozesse rund um die Prüfung und Qualitätssicherung von Applikationen aus. Dahinter folgen mit jeweils 46 Prozent das Outsourcing von Business Intelligence und Data Warehousing.

weiter mit: verschiedene Abrechnungsmodelle

Verschiedene Abrechnungsmodelle

Um eine reibungslose Abrechnung mit Drittanbietern zu gewährleisten, setzen deutsche Unternehmen auf unterschiedliche Vertragsmodelle. 76 Prozent der hiesigen Umfrageteilnehmer zahlen vorab festgelegte Gebühren für bestimmte Dienstleistungen. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) rechnet nach Zeit- und Materialaufwand ab, nur ein Viertel (24 Prozent) der deutschen CIOs und CFOs nutzt ein Ticket-basiertes SLA-Abrechnungsmodell (Service-Level-Agreements) für die Berechnung der Kosten. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Innovation als entscheidendes Auswahlkriterium

Innovation ist ein wichtiges Kriterium beim Thema Outsourcing. So spielt hierzulande bei 77 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen (CFO) die Innovationskraft des Outsourcing-Partners eine entscheidende Rolle bei der Auswahl des Anbieters. Drei von vier Umfrageteilnehmer erwarten vom Dienstleister Prozessverbesserungen, um die Innovationskraft im eigenen Unternehmen zu stärken. Fast genauso viele (72 Prozent) wünschen sich, dass bereits bestehende Produkte und Dienstleistungen weiter optimiert werden.

Fast jeder zweite der befragten CIOs (46 Prozent) in Deutschland ist sogar bereit, mehr Geld für Outsourcing-Partner auszugeben, wenn dadurch die Innovationskraft des eigenen Unternehmens vorangetrieben wird.

Dieter Berz, Geschäftsführer bei Cognizant Deutschland. (Archiv: Vogel Business Media)

„Viele Unternehmen investieren deutlich mehr in Outsourcing als noch vor drei Jahren“, erläutert Dieter Berz, Country Managing Director bei Cognizant Deutschland. „Allerdings messen nur 64 Prozent der deutschen Befragten, ob und in welchem Umfang der Outsourcing-Partner die Innovationskraft des eigenen Unternehmens gesteigert hat. Die Hälfte (52 Prozent) der befragten Firmen bestätigt, dass sie auch den jeweiligen finanziellen Mehrwert quantitativ bestimmt. Jeweils 89 Prozent der CIOs und 90 Prozent der CFOs sagen, dass die durch den Dienstleister erzielte stärkere Innovationskraft zur positiven finanziellen Performance des Unternehmens beigetragen hat.“

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