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System überträgt Patientenwerte automatisch und kabellos in elektronische Patientenakten Bundesweit erstes flächendeckendes Telemedizinnetzwerk startet in Brandenburg

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In Brandenburg entsteht das bundesweit erste flächendeckende Telemedizinnetzwerk zur Versorgung von kardiologischen Hochrisikopatienten. An dem im Herbst startenden Projekt sind das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus und das Städtische Klinikum Brandenburg sowie AOK Nordost, Deutsche Telekom und Getemed Medizin- und Informationstechnik beteiligt. Die Teilnehmer sehen darin einen wichtigen Schritt, belastende Doppeluntersuchungen und teure Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Mit Geräten wie dem Getemed Physiogate können Patienten die vernetzte Technik leicht zu Hause bedienen. Bild: Deutsche Telekom
Mit Geräten wie dem Getemed Physiogate können Patienten die vernetzte Technik leicht zu Hause bedienen. Bild: Deutsche Telekom
( Archiv: Vogel Business Media )

Für die technische Umsetzung hatten die beiden Kliniken Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von insgesamt 1,53 Mio. Euro erhalten. Für die Realisierung des zusammen mit der AOK Nordost entwickelten Versorgungsangebotes stellen Deutsche Telekom und Getemed die landesweite Infrastruktur und telemedizinische Geräte für Patienten bereit.

Bedienungsfreundliche Technik

Die Telemedizinlösung von Deutscher Telekom und Getemed besteht aus intelligent vernetzten Endgeräten, die von den Patienten zu Hause einfach zu bedienen sein sollen. Vitaldaten, wie EKG, Sauerstoffsättigung und Blutdruck sowie Angaben zu Befunden und zur Medikamenteneinnahme liefern den Ärzten in den angeschlossenen Telemedizinzentren wichtige Hinweise, um den Zustand des Patienten aus der Ferne einzuschätzen und bei Bedarf intervenieren zu können.

Messdatenübernahme in elektronische Patientenakte

Die ermittelten Werte des Patienten werden automatisch und kabellos direkt in die elektronische Patientenakte im Telemedizinzentrum übertragen. Von einem telemedizinischen Arbeitsplatz aus lassen sich die Werte dann überwachen. Die Geräte für den häuslichen Bereich und die Software für die Analyse des EKG liefert Getemed. Die Telekom bindet mit ihrem telemedizinischen Arbeitsplatz die beiden Kliniken und die Hausärzte an und versorgt die Beteiligten mit Telefon-, Internet- oder Mobilfunkverbindungen. Von der Telekom kommt auch die elektronische Patientenakte. Die Gesamtlösung betreibt das Klinikum Cottbus in einem eigenen Rechenzentrum. Alle Geräte sowie die Software erfüllen die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes (MPG).

Betreuung startet im Herbst

Voraussichtlich ab Herbst sollen durch die beiden telemedizinischen Zentren in Cottbus und Brandenburg/Havel die ersten Patienten betreut werden. Dazu erhalten Hochrisikopatienten mit fortgeschrittener chronischer Herzschwäche diagnostische Geräte. Diese liefern per Datenleitung wichtige Vitaldaten an die Telemedizinzentren der beiden Kliniken. Ärztliche Teams in 24-Stunden-Bereitschaft werten die Daten aus und informieren bei sich abzeichnenden kritischen Zuständen die Patienten und deren Ärzte. Den behandelnden Hausärzten und Kardiologen, die in das Telemedizinprojekt eng eingebunden werden sollen, liegen somit vor dem Patientenbesuch bereits alle wichtigen diagnostischen Daten vor.

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