Verbandspräsident fordert Infrastrukturwettbewerb und faire Förderbedingungen

Buglas-Unternehmen bauen Glasfasernetze weiter aus

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Buglas-Präsident und M-Net-Chef Jens Prautzsch hat sich beim bayerischen IT-Gipfel für Infrastrukturwettbewerb und faire Förderbedingungen ausgesprochen.
Buglas-Präsident und M-Net-Chef Jens Prautzsch hat sich beim bayerischen IT-Gipfel für Infrastrukturwettbewerb und faire Förderbedingungen ausgesprochen. (Bild: Buglas)

Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas) werden den Auf- und Ausbau hochleistungsfähiger Glasfasernetze, die Bandbreiten bis in den Gigabit-Bereich zur Verfügung stellen, in Deutschland und in Bayern mit M-Net an der Spitze weiter vorantreiben.

Buglas-Präsident Jens Prautzsch, der auch Vorsitzender der Geschäftsführung von M-Net ist, betonte am 9. Mai 2014 beim bayerischen IT-Gipfel in München, zu dem Ministerpräsident Horst Seehofer führende Branchenvertreter geladen hatte, dass beim geplanten Ausbau die Glasfaser im besten Fall bis in die Gebäude bzw. direkt in die Haushalte (Fiber to the Building/Home, FTTB/H), mindestens aber bis zum Kabelverzweiger (Fiber to the Curb, FTTC) reiche.

„Zum Ausbau der neuen Breitbandnetze im Wettbewerb aller Unternehmen der Branche gibt es keine Alternative, wenn das superschnelle Internet möglichst bald allen Verbrauchern zur Verfügung stehen soll“, sagte Prautzsch. „Der Aufbau moderner Glasfasernetze ist eine Aufgabe, die kein Unternehmen, und sei es noch so groß, alleine stemmen könnte. Die vergangenen Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass der Infrastrukturwettbewerb den höchsten Grad an Innovationen und Investitionen hervorbringt“, unterstrich der Buglas-Präsident. Dies belege auch der in dieser Woche veröffentlichte Jahresbericht der Bundesnetzagentur. Die Publikation weist nach, dass die Wettbewerbsunternehmen seit nunmehr zehn Jahren regelmäßig deutlich mehr als die Hälfte der Investitionen in TK-Sachanlagen tätigen.

Wo immer möglich, so Prautzsch weiter, müsse der Netzausbau marktgetrieben erfolgen. Hier hätten insbesondere die Buglas-Unternehmen mit den mittlerweile über 1,2 Mio. von ihnen ausgebauten FTTB/H-Anschlüssen unter Beweis gestellt, dass der eigenwirtschaftliche Ansatz enorme Erfolge zeitige. „Dort, wo Wirtschaftlichkeitslücken bestehen, also insbesondere im ländlichen Raum, ist die Bereitstellung von Fördermitteln durch die öffentliche Hand ein probates Mittel, um den Breitbandausbau voranzubringen“, führte der Verbands-Chef aus. „Förderprogramme müssen aber hinsichtlich der Ausschreibungsbedingungen so ausgestaltet sein, dass sich tatsächlich alle ausbauenden Unternehmen entsprechend beteiligen können“, so Prautzsch. „Beim aktuellen bayerischen Förderprogramm besteht hier eine deutliche Schieflage, die es schnell zu beseitigen gilt.“ Von den dabei bislang vergebenen 36 Förderprojekten seien lediglich vier nicht an die Deutsche Telekom gegangen. Prautzsch forderte mehr Transparenz das Programm betreffend. Ferner sei eine klare Deklaration der Ausbaugebiete geboten.

Beim FTTC-Ausbau, der nach Auffassung des Buglas für den ländlichen Raum die schnellsten Fortschritte bei der Versorgung mit schnellem Internet verspricht, müsse der bewährte Regulierungsrahmen zwingend beibehalten werden. „Eine gleichwie geartete Aufweichung der Verpflichtung der Telekom, am Kabelverzweiger Zugang zur letzten Meile zu gewähren, würde bereits getätigte Investitionen vernichten und neue verhindern“, sagte Prautzsch. Gedankenspielen einer Regionalisierung der Marktabgrenzung erteilte er eine klare Absage. Und schließlich, so der Buglas-Präsident abschließend, dürfe die Vectoring-Technologie, die von allen Marktteilnehmern eingesetzt werden können müsse, nicht den Blick darauf verstellen, dass mittel- bis langfristig alleine FTTB/H-Netze die steigende Bandbreitennachfrage nachhaltig befriedigen könnten.

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