Glasfaserverband vermisst transparente Ausbaupläne der Telekom

Buglas: Regulierungsentwurf führt nicht zu besserer Breitbandversorgung

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer äußerte bei der Diskussionsrunde „Vectoring trifft Glasfaser“ in Berlin Bedenken über die Breitbandzukunft in Deutschland.
Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer äußerte bei der Diskussionsrunde „Vectoring trifft Glasfaser“ in Berlin Bedenken über die Breitbandzukunft in Deutschland. (Bild: Buglas)

Wolfgang Heer, Geschäftsführer des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas), zeigte sich auf der Fach- und Publikumsmesse BEL2 angesichts des aktuellen Regulierungsentwurfs der Bundesnetzagentur besorgt über den Fortgang des Breitbandausbaus.

Der Einsatz der Vectoring-Technologie und der dazu vorliegende Regulierungsentwurf der Bundesnetzagentur gehörten bei der dritten Auflage der Fach- und Publikumsmesse BEL2 am 24. und 25. April in Berlin zu den vorherrschenden Themen. Der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) unterstrich seine diesbezüglichen Bedenken bei der Diskussionsrunde „Vectoring trifft Glasfaser“, die von NET-Journalist Frank Backasch moderiert wurde. Neben Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer bezogen Marcus Isermann (Deutsche Telekom), Jürgen Grützner (VATM), Dr. Stephan Albers (Breko), Karsten Kluge (Thüringer Netkom) und Dirk Brameier (EWE Tel) Stellung. Heer wies zum Auftakt der Diskussion darauf hin, dass der aktuelle Regulierungsentwurf die Verbesserung der Breitbandversorgung in Deutschland nicht voranbringe.

Ausbau der Kabelverzweiger ist sinnvoll

„Der Glasfaserausbau bis in die Gebäude bzw. Haushalte ist die beste Technologie für eine zukunftssichere Breitbandversorgung“, erläuterte der Buglas-Geschäftsführer. „Aufgrund der heute aber noch verhaltenen Nachfrage nach hochbreitbandigen Anschlüssen und der daraus resultierenden eher geringen Zahlungsbereitschaft ist der Ausbau der Kabelverzweiger mit Glasfaser ein sinnvoller Zwischenschritt. Genau dieser Zwischenschritt wäre aber künftig nicht mehr möglich, wenn der Entwurf der Regulierungsverfügung nicht noch angepasst würde.“ Denn dann könnte die Telekom in den Städten, in denen sie bereits viele Kabelverzweiger mit Glasfaser erschlossen hat, Wettbewerbern den Zugang zur entbündelten Teilnehmeranschlussleitung verweigern. Zudem bringe der Aufbau einer neben FTTB/H und Breitbandkabel dritten leitungsgebundenen Infrastruktur in ohnehin bereits gut versorgten Gebieten die Breitbandversorgung in Deutschland nicht voran.

Ausbaupläne der Telekom sind nicht transparent

Die Breitbandversorgung lässt sich nach Ansicht des Buglas-Geschäftsführers zeitnah nur durch den Glasfaserausbau der Kabelverzweiger in bislang schlecht versorgten Gebieten verbessern. Den Breitbandausbau im ländlichen Raum hätten in den vergangenen Jahren fast ausschließlich die Wettbewerbsunternehmen vorgenommen. Und für genau die fehle nun die nötige Investitionssicherheit. Alle Vertreter der Wettbewerbsunternehmen kritisierten, dass nach wie vor keine Transparenz bezüglich der Ausbaupläne der Telekom bestehe. Angemahnt wurden von den Verbänden außerdem verbindliche Restriktionen für den Fall, dass die Telekom Ausbauvorhaben zwar ankündige und damit einen Ausbau durch die Wettbewerber verhindere, ihre Ankündigungen aber nicht umsetze. Hinsichtlich eines leistungsfähigen Vorleistungsproduktes, das die Telekom dann anbieten müssen soll, wenn sie einen Wettbewerber aus einem KVZ herausgekündigt hat, sprachen sich die Vertreter der Wettbewerbsunternehmen einhellig für einen Bitstrom auf Basis Layer 2 aus. Dafür seien im NGA-Forum der Bundesnetzagentur bereits entsprechende Spezifizierungen erarbeitet worden, ehe sich der Incumbent aus dem Branchenkonsens verabschiedet habe.

Weiterhin Bedenken am Regulierungsentwurf

Der Buglas hatte sich im bisherigen Verfahren dafür eingesetzt, den bewährten Regulierungsrahmen, der den Zugang zur entbündelten Teilnehmeranschlussleitung gewährleisten würde und damit der Schlüssel für echten Infrastrukturwettbewerb sei, nicht zu verändern. Die bisherigen Konfliktfälle, bei denen Kabelverzweiger durch mehr als einen Carrier mit Glasfaser erschlossen worden seien und mit denen man eine Änderung des Regulierungsrahmens begründet hatte, würden im Übrigen durch den vorliegenden Regulierungsentwurf nicht gelöst, sagte Heer. Der Glasfaserverband hatte seine Bedenken gegen den vorliegenden Regulierungsentwurf bei der Anhörung der Bundesnetzagentur bereits zu Gehör gebracht und wird diese auch in schriftlicher Form beim Regulierer einreichen.

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