Fairfax Financial bietet 4,7 Milliarden US-Dollar

Blackberry kann auf Rettung hoffen

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) könnte einen Retter in der Not gefunden haben.
Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) könnte einen Retter in der Not gefunden haben. (Bild: VBM-Archiv)

Ein Finanzkonzern in unmittelbarer Nachbarschaft des kanadischen Herstellers Blackberry ist prinzipiell bereit, das Unternehmen zu übernehmen. Doch erst will er sechs Wochen lang die Bücher prüfen.

Fairfax Financial hat bereits mehr als einen Fuß in der Tür beim Hersteller der Blackberry-Smartphones. Der Finanzinvestor hat sich nicht nur zehn Prozent der Aktien gesichert. Fairfax-Chef Prem Watsa kennt das Unternehmen auch sehr genau, denn von Januar 2012 bis August 2013 gehörte er dem Board of Directors an. Ein Konsortium unter seiner Führung hat sich nun mit seinen ehemaligen Direktoren-Kollegen auf eine Absichtserklärung zur Übernahme geeinigt.

Milliardenschweres Bar-Angebot

Diese besagt, dass die Aktionäre 9,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten sollen, was einer Summe von 4,7 Milliarden Dollar für die noch verbleibenden 90 Prozent des Unternehmens entspricht. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 8,80 Dollar, vor der Bekanntgabe der schlechten Quartalszahlen hatte er noch bei über 10,50 Dollar gelegen.

Voraussetzung für die Übernahme ist jedoch eine sechswöchige Überprüfung der Bücher von Blackberry. Sollten dabei unliebsame Überraschungen zutage treten, kann sich das Investorenkonsortium ohne finanzielle Entschädigungen zurückziehen. Umgekehrt kann Blackberry sich in der Zeit mit einem anderen Investor einigen, dann sind 30 Cent je Aktie an Fairfax Financial fällig.

Kommt der Deal zu einem Abschluss und die Investorengruppe kann die Aktien vollständig übernehmen, dann soll, ähnlich wie bei Dell, das Unternehmen zunächst von der Börse genommen werden, um es in Ruhe zu sanieren.

Hiobsbotschaften am laufenden Band

Die letzten Quartalszahlen waren katastrophal. Mit 1,6 Milliarden Umsatz nur die Hälfte der Erwartungen erfüllt, musste Blackberry weitere 4.500 Mitarbeiter entlassen. Fast eine Milliarde Verlust waren allein in diesem Quartal angefallen – zum größten Teil durch Abschreibungen auf das Modell Z10. Dieses war ursprünglich als Hoffnungsträger dank neuem Betriebssystem und verbesserter Sicherheitsfunktionen gefeiert worden. Doch es liegt wie Blei in den Regalen, während Apple einen Rekordabsatz bei neuen iPhones vermelden kann. Neue Hoffnungen setzt der Hersteller nun auf sein Flaggschiff Z30 mit 5-Zoll-Display. Aber das kommt erst in einigen Wochen auf den Markt.

Bis dahin wollte Blackberry mit einem neuen Messenger punkten, der auch auf iOS- und Android-Geräten läuft. Er wurde bereits als „Whatsapp-Alternative“ angepriesen. Eine fehlerhafte Vorab-Version, die in Googles Playstore ohne Genehmigung zum Download freigegeben wurde, machte diesen Plan zunichte. Der Vorgang sorgt nun dafür, dass die App zunächst gesperrt wird und erst zu einem späteren Zeitpunkt starten kann.

Und weil das alles noch nicht genug ist, echauffiert sich die Boulevardpresse über den Kauf eines „Luxus-Jets“ im Juli – mitten in der Absatzflaute. Tatsächlich hatte der Konzern ein größeres Flugzeug abgestoßen und durch ein kleineres ersetzt. Nach den katastrophalen Quartalszahlen muss der 25 Millionen Dollar teure Vogel bereits nach zwei Monaten wieder verkauft werden, zusammen mit den beiden anderen konzerneigenen Maschinen.

Letzte Chance?

Sollte Fairfax Financial nach der Prüfung der Bücher einen Rückzieher machen, ist die Zukunft des Herstellers möglicherweise besiegelt. Er hat zwar noch einige Barreserven, um einige weitere Quartale zu überstehen. Doch eine Alternative bei der Investorensuche ist derzeit nicht in Sicht.

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