Shake-out im Management und Strategiewende angekündigt

Blackberry-Hersteller RIM vor ungewisser Zukunft

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Über dem Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) ziehen dunkle Wolken auf.
Über dem Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) ziehen dunkle Wolken auf.

Nach einem massiven Gewinneinbruch im Weihnachtsquartal hat RIM-CEO Thorsten Heins eine Strategie-Wende des Blackberry-Herstellers angekündigt. Ein stärkerer Fokus auf Geschäftskunden und die Abkehr vom Consumer-Markt sollten RIM wieder in die Erfolgsspur bringen.

Eine Woche nach seinem Amtsantritt veröffentliche Handelsblatt online ein Interview mit dem frischgebackenen RIM-CHef Thorsten Heins. Dort finden sich Sätze wie „Wir müssen stärker in den Markt für Konsumenten gehen“ und „Der Blackberry 10 wird eine Menge Features haben, die nicht nur mit der Arbeit zu tun haben“. Auf kritische Fragen nach der Zukunft des Unternehmens versicherte Heins: „Es wird kein Quartal geben, in dem wir Verluste machen oder in dem uns das Geld ausgeht“.

Neun Wochen später muss Heins den Analysten einen Quartalsverlust von 125 Millionen US-Dollar erklären. Drei Monate zuvor schrieb RIM noch 265 Millionen Dollar Gewinn, im Weihnachtsquartal 2010/2011 lag der Überschuss sogar noch bei 934 Millionen Dollar. Rund 20 Prozent geringere Auslieferungszahlen, mangelnder Erfolg bei den hochpreisigen Geräten und Abschreibungen auf Lagerbestände haben zu diesen Verlusten geführt. Die Krise dauert schon länger: bereits im Juli 2011 musste RIM 2.000 Mitarbeiter entlassen. Binnen Jahresfrist fiel der Börsenwert von RIM um 80 Prozent.

Zu Aussichten für die kommenden Monate und Quartale ließ sich Heins nicht hinreißen. Das übernahmen die Analysten dann selbst, und sie alle malen schwarz: RIM habe den Wettlauf mit Apples iPhone und iPad verloren, von der anderen Seite kommen die Android-Smartphones und -Tablets und nehmen die Blackberry-Plattform endgültig in die Zange, so der einhellige Tenor.

Shake-Out beim Management

Thorsten Heins, seit Ende Januar CEO von Research in Motion (RIM)
Thorsten Heins, seit Ende Januar CEO von Research in Motion (RIM)

Heins, der 20 Jahre lang bei Siemens war und dort für neun Monate das Handy-Geschäft verantwortete, wurde am 22 Januar 2012 Chef des kanadischen Blackberry-Herstellers. „Nach zehn Wochen auf dem Posten des CEO sehe ich RIM anders als nach den ersten zwei Tagen als CEO“, sagt Heins heute. Eine Aussage, die verwundert, denn er kam ja nicht von außen, sondern ist bereits seit Juli 2007 bei RIM, zunächst als als Senior Vice President Hardware Engineering, zuletzt als COO for Products and Sales.

Seine neue Sicht bedeutet jedenfalls massive Veränderungen, zunächst bei den Personalien: RIM-Mitbegründer Jim Balsillie, der zwar als Unternehmens-Chef zurückgetreten war, sich aber einen Posten im Verwaltungsrat gesichert hatte, verlässt das Unternehmen endgültig. Gefeuert wurden der COO Jim Rowan und der Cheftechniker David Yach. Kanadische Medien berichten zudem über zahlreiche Abgänge im mittleren Management.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, welche Strategie RIM verfolgt und welche konkreten Schritte der Unternehmens-Chef einleiten will.

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