Neue Chance für Kupferzugangsnetze aus dem Labor von Alcatel-Lucent

Bell Labs schaffen 300 Mbps über zwei traditionelle DSL-Leitungen

23.04.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Doppeladern bekommen einen virtuellen Kanal hinzu. Das beschleunigt den Datenverkehr auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde
Doppeladern bekommen einen virtuellen Kanal hinzu. Das beschleunigt den Datenverkehr auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde

Der Forschungsarm von Alcatel-Lucent, Bell Labs, hat eine Technologie entwickelt, mit der sich die Übertragungsgeschwindigkeit eines DSL-Anschlusses deutlich steigern lässt. In einem Laborversuch erreichte Bell Labs mit dem so genannten „DSL-Phantommodus“ eine Download-Geschwindigkeit von 300 Megabit pro Sekunde (Mbps) über Distanzen von bis zu 400 Metern oder 100 Mbps über eine Distanz von 1 Kilometer.

Wie lässt sich mehr aus den bestehenden Zugangsnetzen herausholen? Die Kunden fordern bereits Übertragungsleistungen von 100 Megabit pro Sekunde. Das können die DSL-Leitungen, die auf Kupferdraht basieren, bisher nicht leisten.

Mit den Geschwindigkeiten, die die Bell Labs nun erreichten, werden die Anbieter in Zukunft die Kapazitäten der bestehenden, global weit verbreiteten Kupferinfrastruktur maximieren und so der Nachfrage nach bandbreitenintensiven Unternehmenslösungen und Triple-Play-Diensten für Privatkunden gerecht werden können, sagt die Labor-Mutter Alcatel-Lucent.

Im Kern beinhaltet der „DSL-Phantommodus“ die Schaffung eines virtuellen oder so genannten „Phantom“-Kanals auf den Kupferdoppeladern. Das erlaubt es, drei Kanäle bei der Datenübertragung zu nutzen.

Kombination aus virtuellem Kanal und Vectoring

Die enorme Steigerung der Übertragungskapazität ist dank der kombinierten Anwendung der analogen Phantommodus-Technologie und den branchenüblichen Methoden möglich: Das Vectoring-Verfahren eliminiert Störungen oder „Übersprechen“ zwischen Kupferleitungen, während mit der Bonding-Methode einzelne Leitungen kombiniert verwendet werden können.

Kamalini Ganguly, Analyst von Ovum, hebt die Beutung des erfolgreichen Versuchs hervor: „Der Laborversuch mit dem ‚DSL-Phantommodus‘ von Alcatel-Lucent Bell Labs fügt der aktuellen ‚100 Mbps für alle‘-Debatte eine ganz neue Dimension hinzu. Die Tatsache, dass nun mit bestehenden Kupferleitungen Übertragungsgeschwindigkeiten von 300 Mbps über eine Länge von 400 Metern erreicht werden können, verändert das Wettbewerbsumfeld für die Breitbandverbindungen der Zukunft und eröffnet „traditionellen“ DSL-Anbietern eine Vielfalt an neuen Geschäftsmöglichkeiten.“

Analyst sieht Bedeutsames

Gee Rittenhouse, Forschungsleiter von Bell Labs, ergänzt: „Der „DSL-Phantommodus“ ist deshalb so wichtig, weil er innovative Technologie mit einem attraktiven Geschäftsmodell verbindet, das den Anbietern völlig neue kommerzielle Möglichkeiten eröffnet. Insbesondere erlaubt er ihnen, die neuesten IP-basierten Breitbanddienste mit der bestehenden Netzwerkinfrastruktur anzubieten.“

Die Experten erforschen nun auch die Weiterentwicklung von Implementierungsmodellen und die Entwicklung von speziellen Teilnehmerendgeräten (CPE), die mit dem „DSL-Phantommodus“ kompatibel sind.

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