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RFID am Fließband Bei Honda quasseln die Motorrad-Teile per Funk

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Honda-Werk im italienischen Atessa wird schon bald die ersten Motorräder mit Hilfe von Funk-Tags zusammenschrauben. Radio Frequency Identification (RFID) sorgt dann für die passenden Teile und dafür, dass die Konfiguration am Fließband ohne Fehler und Stillstand funktioniert.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Das Pilotprojekt in der Motorradfertigung spielt sich im Werk Atessa von Honda Italia Industriale, der italienischen Tochtergesellschaft von Honda Motor Company. Die ersten Produktlinien, die ab Juni davon profitieren sollen, tragen die Bezeichnung Hornet 600, CBF 1000/600 und 500. In Zukunft sollen auch die Motorroller mit Hilfe smarter Tags zusammengebaut werden SH150i/125i und SH300i.

Die Funk-Label, die den kritischen Motorradteilen angeheftet werden, ermöglichen es, nachzuvollziehen, wo sich welche Teile wann befinden. Sie sichern aber auch ab, dass nur die richtigen Teile zur rechten Zeit ans Band geliefert werden. Darüber hinaus erlauben sie die Überwachung des Zusammenbaus und sorgen für den rechtzeitigen Nachschub vom Materiallager beziehungsweise für das Ausfüllen der Bestände.

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„Das Projekt ist äußerst wichtig“, wertet Nicola Marrone, die Projektverantwortliche bei Honda Italia. „Denn es legt quasi den Grundstein für eine bessere Produktionsqualität, die mit mehr Effizienz in der Fertigung beziehungsweise in den Konfigurationsprozessen einhergeht. Außerdem planen wir, RFID auch in anderen Bereichen einzusetzen, etwa im Lieferketten-Management und in der Kundenbetreuung.“

IBM als Generalunternehmer

Als Generalunternehmer hat Honda den IBM-Beratungsarm IBM Gobal Business Services angeheuert. Gaetano Sodo, Supply-Chain-Experte der Unternehmenseinheit, vermutet, dass die Fehler, die im schlimmsten Fall das Band zum Stillstand bringen, in Zukunft von vorneherein nahezu vollständig ausgeschlossen sein werden. Er spricht von einem „gläsernen Entwicklungszyklus“.

Werden heute die falschen Teile ans Band geliefert, müssen sie durch persönlichen Einsatz der Mitarbeiter und viel Lauferei ausgetauscht werden. Diese Fehler kommen teuer. Umgekehrt bindet das ständige Nachkontrollieren viele Mitarbeiterressourcen.

Da liegt der Verdacht nahe, dass es mit dem Erreichen einer erneuten Automatisierungsstufe Entlassungen geben wird. Doch dafür gibt es laut Sodo keinerlei Pläne.

Wie der Experte in Sachen Lieferketten ausführt, seien die Planungen für die „Maximoto“-Produktreihe nahezu abgeschlossen, so dass die Produktion am Band im Juni starten könne. Die ersten Projektstudien hatten im Sommer des vergangenen Jahres begonnen.

Ausstattung

Zum Einsatz kommen passive, wiederbeschreibbare Hochfrequenz-Transponder. Sodo: Wir haben eine paar Tests mit der 13,56 Megahertz-Frequenz gemacht.“ Die Chips mit einer Kapazität von 1.024 Bit, stammen von Phlips/NXP. Die Reader wird vermutlich Feig Electronic aus Weilburg stellen.

Die RFID-Tags sollen über ein WiFI Local Area Network und der IBM-Middleware „Websphere“ mit der Backoffice-Anwendung kommunizieren, über die die Zuweisung der Motorrad-Teile gesteuert wird.

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