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Wi-Fi-6- und NBASE-T-WLAN-Router auf dem IP-Insider-Prüfstand AVM FRITZ!Box 6660 Cable im Praxistest

Autor / Redakteur: Dr. Harald Karcher / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Seit Februar 2020 gibt es die FRITZ!Box 6660 Cable. Und seitdem arbeitet der Autor täglich damit, am Vodafone-Kabelanschluss mit 1000 Megabit pro Sekunde. Hier kommt sein Pro und Contra nach 15 Monaten intensiver Wi-Fi-6- und NBASE-T-Praxis.

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Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable versteckt Wi-Fi 6 und 2,5-Gigabit-LAN in einem eleganten, flachen Gehäuse, das man so ähnlich schon von der FRITZ!Box 7590 kennt.
Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable versteckt Wi-Fi 6 und 2,5-Gigabit-LAN in einem eleganten, flachen Gehäuse, das man so ähnlich schon von der FRITZ!Box 7590 kennt.
(Bild: Harald Karcher)

Als erste FRITZ!Box hat die 6660 Cable per Marktstart 4. Februar 2020 den Sprung auf Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps und Multi-Gigabit-LAN bis 2500 Mbps gemacht. Mit diesen Anschlüssen ist sie Firmen-tauglicher als jede andere AVM-Box davor. Der innovative WLAN-6-Funker hat aber auch bewährte FRITZ!Box-Tugenden mit in das Wi-Fi-6-Zeitalter genommen, etwa:

  • ein schnelles DOCSIS-3.1-und-3.0-MODEM für Kabel-Internet-Anschlüsse bis zu mehreren Gigabit, was etwa die FRITZ!Box 6591 Cable schon seit Mai 2019 drin hat,
  • eine DECT-Basis-Station für sechs Schnurlos-Telefone, was auch viele andere FRITZ!Boxen schon lange haben,
  • IP-Telefonie plus Anschluss für analoges Telefon oder Fax und
  • einfachste Verbindung mit FRITZ!Repeatern, FRITZ!Powerline und FRITZ!Apps
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Trotz dieser Funktions-Fülle ist die AVM 6660 mit einem UVP von 229,- Euro nicht wirklich teuer. Sie steckt im gleichen Weiß-Rot-Gehäuse, das man schon von der DSL-FRITZ!Box 7590 seit 2017 kennt.

Kabel-Internet bis 6.000 Megabit

Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable ist für den schnellen Multi-Gigabit-Kabel-Internet-Anschluss bis DOCSIS-3.1-Kanalbündelung ausgelegt: Laut AVM bis zu 6 Gigabit pro Sekunde. Dieses rasante Internet wird über ein rundes TV-Koaxial-Kabel aus der TV-Internet-Wand-Dose in den runden Koaxial-Port der AVM 6660 zugeführt.

Des Autors Münchener Kabel-Anschluss meldet fast immer 1150 Mbps in Empfangsrichtung und 56,7 Mbps in Senderichtung. An guten Tagen kommen tatsächlich netto 1100 Mbps im Download und 55 Mbps im Upload. Der nächste Glasfaser-Knoten kann also nicht weit vom Haus entfernt sein.

Bei der FRITZ!Box 6660 Cable lässt sich der flotte Internet-Speed nahezu verlustfrei über den 2,5-Gigabit-LAN-Port sowie über das 2,4-Gigabit-Wi-Fi-6-WLAN an schnelle LAN-und-WLAN-Endgeräte übertragen.

Alternative: FRITZ!Box 6591 Cable

Alternativ könnte ich an meinem Gigabit-Kabelanschluss auch eine FRITZ!Box 6591 Cable oder eine der beiden Vodafone Stationen von Arris oder Technicolor betreiben. Doch keine davon hat einen 2,5-GbE-Port, sondern bloß vier Mal 1-GbE. Damit würde der Internet-Speed oberhalb 1000 Mbps bei Übergang ins LAN-Hausnetz abgeschnitten. Außerdem hatten alle drei Alternativ-Boxen per Mai 2021 noch kein Wi-Fi 6. Die AVM 6660 ist so gesehen deutlich stärker.

Im Gegensatz zur 6591 hat die 6660 aber keinen Anschluss für hausinterne ISDN-Geräte und auch keine USB-3.0-Buchsen. Wer das braucht, ist mit einer AVM 6591 besser bedient. Ich habe meine schönen ISDN-Geräte längst entsorgt. Auch USB-Ports für externe USB-Festplatten direkt am Router vermisse ich nie, weil ich auf NAS-Speicher-Servern via Ethernet arbeite. Für meinen Bedarf passt die 6660 also viel besser als die 6591.

Alternative: Vodafone ARRIS oder Technicolor

Der größte Vorteil der beiden Vodafone Stationen (Arris und Technicolor) liegt bei den Preisen. Oft sind diese Boxen für Null Euro pro Monat im Internet-Tarif enthalten. Die Boxen von AVM dagegen kosten beim Provider einstellige Euro-Mieten pro Monat. Kauft man sie im freien Handel, dann werden sie in der Regel viel früher mit der neuesten Firmware von AVM versorgt als die Provider-gesteuerten Fritzboxen von Vodafone.

LAN bis 2,5 Gigabit

Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable hat hinten fünf gelbe Gigabit-Ethernet-LAN-Kabel-Anschlüsse. Davon 1x 2,5 GbE (NBASE-T) und 4x 1 GbE. Vor allem der 2,5-Gigabit-Anschluss passt perfekt zum verbauten 2-Stream-Wi-Fi-6-Funk, der Brutto offiziell 2400 Mbps und Netto in den Spitzen mehr als 1000 Mbps schafft. Das heißt: Ein herkömmlicher 1-Gigabit-LAN-Port könnte den Wi-Fi-6-Funkspeed beim Übertritt in das Kabel-LAN ausbremsen. Ein 2,5-Gig-Port dagegen hat genug Reserven, um den Speed von Wi-Fi-6 beim Übergang ins Kabel-LAN nicht an den Spitzen zu kappen.

Prüfen wir den 2,5-Gigabit-Port der AVM FRITZ!Box 6660 Cable mit einem Fluke Networks MicroScanner PoE Messgerät. Es attestiert dem Multi-Speed-Port vier Geschwindigkeiten: 10, 100, 1000 und 2500 Mbps. Gut so: Da wird der schnelle AX-Funk beim Übergang ins Kabel-Netz nicht gleich gedrosselt. Idealerweise schließt man das schnellste Gerät (also Rechner, NAS, oder Switch) an den 2,5-Gig-Port und die nicht ganz so schnellen Geräte an die restlichen 1-Gig-Ports der AVM 6660 an. Schön wäre ein zweiter, dritter, vierter 2,5-Gigabit-Port, direkt an der AVM FRITZ!Box 6660 Cable. Dann könnte man zum Beispiel zwei 10-Gig-NAS-Speicher und zwei 10-Gig-Tower-PCs gleichzeitig über die FRITZ!Box ins Wi-Fi 6 bringen, ganz ohne jeden externen Switch. Das hätte bei der AVM FRITZ!Box 6660 Cable dann aber sicher den Preis, den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung nach oben getrieben.

10-GbE-Switch hinter AVM 6660

Im Firmenumfeld hängt eh meist ein gesonderter Switch hinter der Fritzbox. In meinen ersten Messtests mit der 6660 anno 2020 hing ein Multigigabit-Switch Buffalo BS-MP2008-EU per LAN-Kabel am 2,5-Gigabit-Anschluss der AVM FRITZ!Box 6660 Cable. Der Switch hat 8 LAN-Ports, von denen jeder bis zu 10 Gigabit Duplex, also in beide Richtungen, durchsetzen kann.

Vier Multi-Gigabit-Geräte an der FRITZ!Box 6660

Dank Switch konnte ich mehrere 10-Gigabit-Geräte gleichzeitig hinter den 2,5-GbE-Port der AVM FRITZ!Box 6660 Cable schalten, etwa:

  • 1x Buffalo TS6400DN NAS-Daten-Speicher
  • 1x Synology DS1618+ NAS-Daten-Server
  • 2x Dell Precision 3630 Tower

Alle vier Geräte, 2x NAS und 2x Tower-PC, haben je einen 10-Gigabit-Multi-Speed-LAN-Port, der unter anderem auf 5 und auf 2,5 Gigabit herunterschalten kann. Im Screenshot in Abbildung 11 hat die AVM FRITZ!Box 6660 Cable alle vier Speed-Lieferanten mit 2,5 Gbps angezeigt, weil der zwischengeschaltete 10-Gigabit-Switch eben am 2,5-Gig-Port der FRITZ!Box hing.

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WLAN-AX-Router bis 2400 Megabit

Wi-Fi 6 alias 802.11ax verspricht im 5 GHz-Band bei einer Kanalbreite von 160 MHz pro Datenstrom bis zu 1201 Mbps Brutto. Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable ist ein 2-Stream-Wi-Fi-6-Router. Daher verspricht der Hersteller im 11ax-Modus bis zu 600 Mbps im 2,4-GHz-Band und bis zu 2.400 Mbps im 5-GHz-Band. Daneben ist der 11ax-Router auch zu früheren Geräten kompatibel, die nach 802.11a/b/g/n/ac funken.

Funkfrequenzen und Sendeleistungen

WLAN 2,4 GHz funkt die AVM 6660 laut Quick Guide im Bereich von 2,4 GHz bis 2,483 GHz mit maximal 100 mW. Im 5-GHz-Band funkt die AVM 6660 im Bereich von 5,15 GHz bis 5,35 GHz mit maximal 200 mW sowie im Bereich von 5,47 GHz bis 5,725 GHz mit maximal 1000 mW. Der Bereich von 5,15 GHz bis 5,35 GHz ist nur für den Betrieb in geschlossenen Räumen bestimmt.

DECT dagegen darf in der EU von 1880 bis 1900 MHz funken, und zwar bis maximal 250 Milliwatt. Auch dies hat die AVM 6660 eingebaut.

WLAN-AX-Clients bis 2400 Megabit

Die 2400 Mbps WLAN kommen nur, wenn auch passend schnelle WLAN-Endgeräte mit der Fritzbox verkoppelt sind. Schon per Februar 2020, aber auch noch per Mai 2021, schafften die schnellsten Wi-Fi-6-Endgeräte in Gestalt von 11ax-PCs und 11ax-Laptops im 5 GHz-Band bei einer Kanalbandbreite von 160 MHz pro Datenstrom maximal 1201 Mbps, in Summe also maximal 2402 Mbps, alles Brutto. Insofern passt die 2-Stream-AVM-6660 genau zu den schnellsten, bisher lieferbaren 2-Stream-WLAN-AX-Endgeräten: Alle enden genau bei 2400 Mbps!

Bei den folgenden WLAN-Tests wollten wir wissen, wie viel Speed von den offiziellen 2400 Mbps der AVM FRITZ!Box 6660 Cable tatsächlich Netto auf unterschiedlichsten WLAN-Endgeräten der Baujahre 2012 bis 2019 ankommt. Dazu haben wir folgende WLAN-Geräte gleichzeitig per Funk mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable verbunden:

  • 2x Dell Precision 3630 Tower, BJ 2019, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps
  • 1x Asus VivoBook Pro 17 Zoll, BJ 2018, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps
  • 1x Asus VivoBook 14 Zoll, BJ 2019, mit 11ac Wi-Fi 5 bis 433 Mbps
  • 1x Dell Latitude E6520, 15 Zoll, BJ 2012, mit 11n Wi-Fi 4 bis 300 Mbps
  • 1x Samsung Galaxy Note10+, BJ 2019, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 1200 Mbps

Beim Screenshot in Abbildung Nummer 14 haben wir alle WLAN-Geräte gleichzeitig im 5-GHz-Band mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable verbunden. Wie man dort sieht, kann die Wi-Fi-6-FRITZ!Box auch auf ältere WLAN-Normen zurückschalten.

Wi-Fi-6-11ax-Tower-PC im Speedtest mit der AVM 6660

Damit der neue Wi-Fi-6-Router auch ebenso schnelle Endgeräte findet, haben wir zwei Dell Precision 3630 Tower Workstations, Baujahr 2019, mit 10-Gigabit-LAN sowie 2,4-Gigabit-WLAN nachgerüstet.

Tower-Nachrüstung auf 10-Gigabit-LAN

Als 10-Gigabit-LAN-Karte diente ein Asus XG-C100C PCIe-x1 Network Adapter mit einem Aquantia Chip unter einem roten Kühlkörper. Diese Multi-Gigabit-LAN-Karte kann auf 5 oder 2,5 oder 1 Gigabit herunterschalten. Zudem unterstützt sie auch ältere 100 Mbps LAN-Verbindungen. Mit dem 2,5-Gig-Port der AVM FRITZ!Box 6660 Cable hat sie sich spontan auf 2,5 Gbps verständigt.

Tower-Update auf 2400-Mbps-WLAN

Als 2,4-Gig-WLAN-Karte diente eine Asus PCE-AX58BT PCIe-x1-Karte mit einem schwarzen Kühlkörper. Der „Intel Treiber und Software Support“ sowie der Windows-10-Geräte-Manager haben dahinter eine „Intel WiFi 6 AX200 160MHz“ Karte erkannt. Diese benötigt zwingend Windows 10 und verspricht neben Wi-Fi 6 auch Bluetooth 5.0 sowie den neuesten Security-Standard WPA3. Nach dem Einbau schließt man zwei mitgelieferte Antennen per Kabel an die WLAN-Karte an. Die dreh- und schwenkbaren Stummel sind gut 15 cm lang. Diese Karte hat sich mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable bei kurzer Distanz spontan im 11ax-Modus verbunden.

Die Performance-Messungen

Wi-Fi-6-Dell-Tower bei 2,4 GHz

Bei den folgenden Speed-Messungen stand der Wi-Fi-6-fähige Dell-Tower im gleichen Raum wie die AVM FRITZ!Box 6660 Cable, nur zwei Meter entfernt, aber mit direkter Sichtverbindung, ohne Hindernisse. Das Testgebäude liegt in einem locker bebauten Stadtgebiet. Funk-Störungen durch WLAN-Nachbarn sind zwar vorhanden, halten sich aber in erträglichen Grenzen. In einer völlig sauberen Funkluft wären vermutlich stabilere und höhere Speed-Werte möglich. Dann wären die Messungen aber nicht mehr so realistisch, es sei denn, der FRITZ!Box-User arbeitet wirklich in einer völlig störungsfreien Alleinlage.

Bei den meisten Messungen haben wir ein Datenpaket von 10x 1GB vom 10-Gbps-NAS-Server über die AVM FRITZ!Box 6660 Cable auf die unterschiedlichen WLAN-Endgeräte herunter gezogen (rote Kurven) und danach wieder hoch geladen (grüne Kurven) – siehe Abbildungen 19 und 20.

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Die gemessenen Down-und-Upload-Werte sind (gerade im sehr schmalen, überfüllten 2,4-GHz-Band) recht ordentlich für eine Freifeld-Messung außerhalb hermetisch abgeschirmter Labor-Mess-Räume. In einem urbanen Umfeld (wir testen ja in der Stadt) sind die dazu nötigen 40-MHz-Kanalbandbreiten zwar schwer zu erreichen, aber eben möglich. Intel AX200 und AVM FRITZ!Box 6660 Cable unterstützen derart breite Kanäle, sofern die konkrete Luft-Situation es zulässt. Klar, dass wir solche guten Werte bei 2,4 GHz in unserer Testumgebung nicht immer bekommen. Aber wir probieren halt so lange, bis es klappt, notfalls auch nachts. Denn wir wollen hier ja die besseren Werte zeigen: Schlechter geht immer, besser eher selten.

Wi-Fi-6-Dell-Tower bei 5 GHz

Die Down-und-Upload-Werte aus den Abbildungen 21, 22 und 23 (jetzt im 5-GHz-Band) sind ebenfalls recht ordentlich für eine Freifeld-Messung außerhalb hermetisch abgeschirmter Labor-Mess-Räume. Derart schöne Werte kommen theoretisch und erst recht praktisch nur zustande, wenn das Intel AX200 Funkmodul und die AVM FRITZ!Box 6660 Cable tatsächlich im schnellsten Modus VHT160 miteinander kommunizieren, was in einer städtischen Umgebung je nach Störungslage nicht immer klappt.

WLAN-Reichweite mit Wi-Fi-6-Laptop

Genug der stationären Messungen mit dem Tower-PC. Wandern wir nun mit einem WLAN-6-Laptop durch fünf zunehmend schwierigere Räume, um die Funk-Reichweite der AVM 6660 auszuloten (siehe Abbildung 24).

Die ersten Laptops mit Wi-Fi 6 wurden im Sommer 2019 auf der Computex in Taiwan vorgeführt. Die Notebook-Hersteller spendierten damals aber nur ihren teuersten High-End-Modellen ein Wi-Fi-6-Funk-Modul. Ich habe daher meine vorhandenen Laptops schon 2019 mit einem WLAN-6-Kärtchen namens Intel AX200 NGW nachgerüstet, das man seit Herbst 2019 ab 13 Euro bei Internet-Versendern kaufen konnte.

Aus Platzgründen zeigen wir aus zahlreichen Mobil-Messungen hier nur die Downloads, und auch nur jene im schnellen 5GHz Band: Dabei wird klar: Auf kurze Distanz zwischen Laptop und Fritzbox ist die AVM 6660 richtig schnell, nämlich über 1300 Mbps im Messpunkt 1 und über 1000 Mbps im Messpunkt 2, Netto! Das hat zuvor noch keine Fritzbox geschafft. Hätte sie keinen 2,5 Gigabit-LAN-Port, dann ginge der schöne Speed oberhalb von 1000 Mbps im verbauten LAN-Switch gleich wieder verloren.

Wi-Fi-5-11ac-Laptop im Speedtest mit der AVM 6660

Im nächsten Test schickten wir einen preiswerten Asus-14-Zoll-Laptop, einen ASUS VivoBook 14 F407MA, Baujahr 2019, ins Rennen. Der hatte ab Werk ein 1-Stream-11ac-Wi-Fi-5-Funkmodul der Marke Qualcomm Atheros QCA9377 Wireless Network Adapter unter der Haube.

Im 2,4-GHz-Band hat sich das Qualcomm-Modul mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable per WPA2-Security verbunden. Im 5-GHz-Band hat es sogar schon WPA3 gemeldet. Ersteres machte uns noch nicht restlos glücklich, denn eigentlich sollte WPA3 auf beiden Bändern klappen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine gewisse Hartnäckigkeit sowie gelegentliche Versuche der Art: QCA-Treiber updaten, Profildaten der Verbindung auf dem Laptop löschen, und dann die WLAN-Verbindung erneut aufbauen. An der AVM FRITZ!Box 6660 Cable kann es kaum liegen, weil diese mit anderen Rechnern auch bei 2,4 GHz das neue WPA3 beherrscht. QCA steht für Qualcomm Atheros. Die beste Messung brachte Spitzen bis zu 374 Mbps im Upload. Damit haben wir den Beweis erbracht: Die AVM 6660 ist auch rückwärts-kompatibel zu Wi-Fi-5-11ac.

Wi-Fi-4-11n-Laptop im Speedtest mit der AVM 6660

Ein robuster Dell Latitude E6520 Laptop, 15 Zoll, Baujahr 2012, funkte 2020 und auch 2021 noch immer wacker mit seinem originalen Intel Centrino Ultimate-N 6300 AGN Wireless LAN Modul, und zwar die WLAN-Normen 802.11a/g/n. Mit zwei parallelen 11n-Strömen zu je 150 Mbps schafft der 11n-Dell aus dem Jahre 2012 maximal 300 Mbps Brutto. Seit 2019 sagt man zu 11n auch Wi-Fi 4. Mit der Wi-Fi-6-FRITZ!Box-6660 hat sich der Unkaputtbare problemlos im 2,4 und im 5 GHz Band verbunden. Allerdings nicht mit WPA3, sondern mit dem damals modernsten Sicherheits-Standard WPA2. Aus Platzgründen zeigen wir hier nur die beste Messung: Netto-Spitzen bis zu 211 Mbps im Upload via 5 GHz – siehe Abbildung 30.

Fazit zum 11n-Laptop: Die Werte sind alle recht nahe am Maximum für 2x2-11n-WLAN. Mehr als 40 MHz Kanalbandbreite beherrscht der 11n-Laptop nicht. Insofern hat er sein Optimum aus der AVM FRITZ!Box 6660 Cable herausgeholt. Womit bewiesen wäre: Die Wi-Fi-6-Box versteht auch Wi Fi 4.

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Wi-Fi-6-11ax-Smartphone im Test mit der AVM 6660

Die Smartphones Samsung Galaxy S10, S10e und S10+ kamen schon im Frühling 2019 mit 11ax-Wi-Fi 6 bis 1200 Mbps Brutto auf den Markt. Im Sommer 2019 wurden die noch etwas größeren Phablets der Gattung Samsung Galaxy Note10 und Note10+ mit Stift-Bedienung und ansonsten fast identischen 11ax-Wi-Fi-6-Funkmodulen lieferbar. Auch per Mai 2021 gehört das Samsung Galaxy Note10+ nach wie vor zu den schnellsten 11ax-Wi-Fi-6-Smartphones.

In unseren Tests haben sich das S10+ und das Note10+ schnell und klaglos mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable verbunden. Die von Android-10 jeweils attestierte Netzgeschwindigkeit ging bis maximal 1,2 Gbps: Das ist Wi-Fi 6 im Modus VHT80 mit 80 MHz Kanalbandbreite. Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable könnte den Smartphones auch VHT160 anbieten, also 160 MHz Kanalbandbreite, wie die Messungen mit den Wi-Fi-6-Rechnern weiter oben zeigen. Das Speed-Limit von 1,2 Gbps Brutto wird also von den Smartphones durch VHT80 gesetzt, und nicht von der AVM FRITZ!Box 6660 Cable.

Die von der FRITZ!Box in das Handy eingespielten Infos melden als maximal mögliche Brutto-Datenraten 1201 Mbps beim Senden, und auch beim Empfangen, also ebenfalls 1,2 Gigabit, wie von Android 10 gemeldet. Die aktuelle Datenrate lag aber oft bei 720 Mbps, so auch im Screenshot aus Abbildung 33.

Laut Diagnose der AVM FRITZ!Box 6660 Cable arbeiten die ausprobierten 10er-Galaxy-Handys mit 2-Stream-11ax und nutzen dabei Kanalbandbreiten bis zu 80 MHz. Zum Vergleich: Die Intel AX200-Funkmodule in den zwei Dell-Workstations und in den 11ax-aufgebohrten Notebooks skalieren auf Kanalbandbreiten bis zu 160 MHz hoch. Entsprechend liegen deren maximale Brutto-Datenraten nicht bei 1200, sondern bei 2400 Mbps.

Um es mal flapsig-bildlich auszudrücken: Je breiter die Straßen in der Luft, desto mehr Verkehr kann darin fließen. Das gilt aber nur, sofern die lieben Nachbarn nicht die gleichen WLAN-Straßen im begrenzten Luftraum wegschnappen und dadurch für eine Reduzierung der möglichen WLAN-Höchstgeschwindigkeiten sorgen. Wie man im Screenshot ebenfalls sieht, unterstützen die Samsung-Galaxy-10er-Handys auch die Mesh-und-Roaming-relevanten Standards 802.11k und 11v, genau wie die AVM FRITZ!Box 6660 Cable.

Jüngster Security-Level WPA3

Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable bietet ihren WLAN-Clients neben dem bisherigen Security-Level WPA2 auch schon den verschärften Level WPA3 an. Der hier getestete Dell-11ax-Tower, die jüngeren Laptops, und die Samsung-Galaxy-10er-Modelle konnten sich auch schon 2020 per WPA3 mit der AVM FRITZ!Box 6660 Cable verbinden. Nur der robuste 11n-Dell-Laptop aus dem Jahre 2012 hat mit seinem Original-Intel-11a/g/n-Funkmodul noch keine Lust auf WPA3 signalisiert. Der macht noch WPA2.

Stromwerte FRITZ!Box 6660

Die Leistungsaufnahme der AVM 6660 lag im Standby, bei eingeschalteten WLAN und einem über 5GHz verbundenen WLAN-Endgerät, um 13,5 Watt. Nach Abschaltung des WLAN, etwa nachts, ging sie auf 12,4 Watt zurück. Bei intensiven Durchsatztests hat sie maximal 17,66 Watt aus der 230-Volt-Dose gezogen.

Repeater-Bedarf in der Wi-Fi-6-Ära

Die Wander-Messungen durch fünf Räume beweisen, was eh schon klar war: Auch Wi-Fi 6 alias 802.11ax kann die Gesetze der Funk-Physik nicht außer Kraft setzen: Gerade im 5-GHz-Band kommt zwar viel Speed auf kurze Distanz im selben Raum, in dem die 11ax-Basis-Station steht, aber sobald Hindernisse wie Stahlbetonwände und Decken zwischen 11ax-Basis und 11ax-Client liegen, geht der Durchsatz schnell nach unten.

Daraus kann man die Erkenntnis ziehen: Auch im Wi-Fi-6-Zeitalter wird man für große Wohnungen, Praxen, Büros, oder ganze Häuser auch weiterhin WLAN-Repeater oder WLAN-APs brauchen. Es sei denn, man hat eine gute CAT.6-7-8-LAN-Verkabelung bis in alle Räume: Dann kann man mit WLAN-Access-Points an der 1.000-oder-10.000-Megabit-LAN-Buchse fast immer ein besseres Ergebnis als mit reinen WLAN-Repeatern erzielen.

Ob die bisherigen Wi-Fi 5 alias 11ac-Repeater von AVM mit der jüngeren 11ax-FRITZ!Box voll kompatibel sind, und wie viel Leistung sie angesichts der zwei verschiedenen WLAN-Normen 11ac und 11ax im Master-Repeater-Gespann bringen, haben wir noch nicht getestet.

Fazit: Flottes WLAN – auf kurze Distanz

DAS PRO: Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable war per Marktstart Februar 2020 ganz klar die stärkste FRITZ!Box: Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps, LAN-Port bis 2,5 Gigabit und Kabel-Internet-Modem bis DOCSIS-3.1 bilden ein stimmiges Paket. Dazu kommen die herkömmlichen Tugenden einer guten FRITZ!Box, etwa: DECT-Telefonie für bis zu sechs DECT-Handsets, sehr schöne WLAN-Software samt Netzwerk-Grafik, Mesh und WPA2/WPA3-Security. Ein UVP von 229,- Euro wirkt für so eine funktionsreiche All-In-One-Kommunikations-Zentrale moderat. Beim Eintritt in das Wi-Fi-6-Zeitalter ist AVM damit ein guter Wurf gelungen. Beim Autor dieser Story hat sich die 6660 seit 15 Monaten täglich bewährt.

DAS CONTRA: Sehr flottes WLAN auf kurze Distanz ist ja schön, aber kaum Durchsatz im fünften Testraum heißt: Mittelprächtige WLAN-Reichweite! Die lässt sich allerdings mit Repeatern oder Profi-Access-Points jederzeit erweitern. Nicht kompensierbar jedoch: Kein ISDN-Port! Kein USB 3.0! Wer genau das braucht, ist mit der Wi-Fi-5-Kabelbox AVM 6591 besser dran.

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