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CAD-Werkzeug von Autodesk bremst WAN Application Controller Steelhead aus Autocad bringt WAN-Beschleuniger von Riverbed ins Trudeln

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Kompatibilitätsprobleme zwischen „Autocad“ von Autodesk und der WAN-Beschleunigungs-Appliance „Steelhead“ von Riverbed Technology, schlagen derzeit hohe Wellen. Konkurrent Packeteer, nun bald Blue Coat Systems, nutzt die Gelegenheit für den Hinweis, dass die eigenen Produkte „I-Shared“ und „I-Shaper“ die WAN-Performance des Design-Werkzeugs um den Faktor 20 beschleunigen können.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Eigentlich sollen WAN-Beschleuniger helfen, große Dateien, hohes Transaktionsvolumen und Verzögerungs-sensitive Applikationen schneller, sicherer und zuverlässiger über Weitverkehrsnetze zu verteilen. Das soll den Unternehmen erlauben, IT zentral vorzuhalten, aber dezentral anzubieten und mit wenig Bandbreite auszukommen. Doch offenbar hat ausgerechnet einer der Marktführer im Markt für WAN Optimization Controller (WOC), Riverbed Technology, seit zwei Jahren Probleme mit den großen Dateien, die das Autodesk-Werkzeug für Computer Aided Design (CAD) erzeugt.

Autodesk stellt mit Autocad eines der am häufigsten benutzten CAD-Werkzeuge her. Das Problem begann, als der Hersteller vor zwei Jahren das Dateiformat für die technischen Zeichnungen änderte. Das führte bei WAN-Anwendungen auf der Basis von Steelhead zu Leistungseinbußen.

Nach Angaben von US-Medien sind die IT-Administratoren, die mit beiden Produkten arbeiten müssen, mittlerweile frustriert und sauer. Denn offenbar hat sich die Situation seit zwei Jahren nicht wesentlich verbessert.

Die Kunden machen beide Firmen für ihren Ärger verantwortlich: Autodesk, weil das Unternehmen technische Änderungen ohne die Versicherung durchgesetzt hat, dass keine Performance-Einbußen zu befürchten sind, und Riverbed, weil der Hersteller die Probleme nicht vorhergesehen und früher adressiert hat.

Autodesk erneuert seine CAD-Software jedes Jahr. Alle drei Jahre kommt es zu einem neuen Dateiformat. Bei den jetzigen 2007er „.dwg“-Dateien, werden beim Speichern die Bits jedes Mal neu arrangiert. Damit aber sieht die Datei auch für die Hashing-Algorithmen der Riverbed-Appliance immer wieder anders aus. Ein Deduplizieren wird unmöglich. Das hat zur Folge, dass nach jedem Speichern eine komplette Autocad-Datei der 2007er oder 2008er Version über das WAN geschickt wird. Eine Optimierung fällt aus und es dauert länger, eine Datei zu sichern.

Nach Demonstrationen von Riverbed benötigt das Speichern einer 8 Megabyte großen Datei der Autocad-Version 2004 über 100 Sekunden. Mit Hilfe von Steehead-Geräten reduziert sich der Zeitraum auf 14 Sekunden. Derselbe Vorgang mit derselben Zeichnung, aber mit einem Autocad-Release 2007 benötigt nun 71 Sekunden für das Sichern.

Das sagt Autodesk

Hier in Deutschland indes spielen Unternehmenssprecher von Autodesk die Probleme herunter: „Riverbed ist ein amerikanischer ADN Partner und wie auch auf der Homepage von www.riverbed.com beschrieben werden die Produkte von Riverbed auch in Verbindung mit AutoCAD und Inventor entsprechend getestet.

Aktuell sind uns keine Unverträglichkeiten bekannt“, heißt es weiter. „Aber in komplexen IT Netzwerken kann das natürlich nicht pauschal ausgeschlossen werden. Letztendlich wird sehr viel von der entsprechenden, individuellen Konfiguration des Riverbed-Kunden abhängen.“

Das sagt die Konkurrenz

Dass das Dateiformat nicht automatisch zu Unverträglichkeiten führen muss, meint Konkurrenzanbieter Packeteer beweisen zu können. Nach Angaben des Herstellers dauert das Speichern einer 8 Megabyte großen Autocad-2008-Datei über das WAN mit Hilfe des eigenen Tools „I-Shaper“ lediglich 7 Sekunden. Die Performance sei auch nicht durch die automatischen Backup-Wechsel, genannt „incremental save percentage“ (ISP), negativ beeinflusst worden. Eben diese setzt Autodesk in der Version 2008 ein, um die Größe der Autocad-Dateien während der Speichervorgänge zu optimieren.

Auch Wettbewerber Cisco berichtet, es gebe keine Problem mit den neuen Autocad-Versionen und seinen hauseigenen WAAS-Appliances (WAAS = Wide Area Application Services).

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