5G-Integration meist ohne ganzheitliche Strategie

APAC-Mobilfunkbetreiber: 5G-Umstellung hakt

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Einer Studie zufolge werden 28 Prozent aller asiatischen Mobilfunkanbieter bis 2020 auf 5G umstellen.
Einer Studie zufolge werden 28 Prozent aller asiatischen Mobilfunkanbieter bis 2020 auf 5G umstellen. (Bild: © – photon_photo – stock.adobe.com)

Eine im Auftrag von Ciena durchgeführte Studie besagt, dass die Umstellung auf den 5G-Standard für Mobilfunkbetreiber im Wirtschaftsraum Asien-Pazifik (APAC) zur Herausforderung wird. Grund: Die meisten Pläne zur Integration eines 5G-Funknetzes liegen in weiter Zukunft.

Die Erhebung zeige auf, dass strategische Investitionen in drahtgebundene Netzwerkinfrastrukturen entscheidend seien, um 5G-Dienstleistungen in Zukunft erfolgreich zu realisieren. Derzeit würden allerdings weniger als 25 Prozent der befragten Mobilfunkbetreiber einen Ansatz verfolgen, der auf eine Verflechtung von drahtlosen und drahtgebundenen Netzwerklösungen setzt. Betreiber planten vielmehr parallel in beiden Bereichen, ohne diese miteinander zu verbinden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Mobilfunkbetreiber im APAC-Raum eine ganzheitliche Vorgehensweise entwickeln müssen, die auf konvergenten Netzwerkarchitekturen basiert. Weitere Studienergebnisse sind:

  • Die wichtigsten Anreize zum Einsatz von 5G bis 2023 in APAC sind: geringere Gesamtinvestitionskosten, effizientere und flexiblere Verwendung der Ressourcen (Bandbreite, Glasfaser- und Funknetze) sowie die Generierung neuer Einnahmequellen.
  • 71 Prozent der Mobilfunkbetreiber in den Industriestaaten der APAC-Region planen 5G-Serviceleistungen vor dem Jahr 2024. In den Entwicklungs- und Schwellenländern des Raumes verfolgt nur ein Viertel der Anbieter dieses Vorhaben.
  • Die befragten Mobilfunkbetreiber gaben diverse Gründe für eine frühe Einführung von 5G zwischen 2018 und 2023 an, u.a. die Erweiterung der Netzwerke für internationale Großveranstaltungen (Olympische Sommerspiele 2020 in Tokio), Verbesserung der Kosteneffizienz und Erschließung neuer Einnahmequellen.
  • Die Bereitstellung neuer Videodienste mittels erhöhter Bandbreite war der am häufigsten angeführte Anwendungsfall in APAC. Japanische Betreiber interessierten sich vor allem für Virtual-Reality-Anwendungen. Vernetzte Fahrzeuge und Industrie 4.0 sind die treibenden Kräfte in Japan und Korea. Für Indien, Australien und Vietnam hingegen stellt ein vernetztes Gesundheitswesen die wichtigste Triebfeder dar.
  • Betreiber müssen sich darauf konzentrieren, Ressourcen noch effizienter und flexibler zu nutzen. Dies gelingt durch drei neue ineinandergreifende Ansätze: NFV (Network Functions Virtualization), SDN (Software-defined Networking) und Network Slicing. Diese Technologien unterstützen dabei, drahtgebundene und drahtlose Netzwerke zu verschmelzen. Somit können Betreiber auf Kapazitäten beider Bereiche nach individuellem Bedarf zugreifen und Ressourcen so flexibel wie möglich nutzen.

Über die Studie

Analysys Mason hat im Auftrag von Ciena untersucht, welche Auswirkungen die Einführung des 5G-Standards im Asien-Pazifik-Raum auf drahtgebundene Netzwerke hat. Grundlage der Studie „The Impact of 5G on Wireline Networks in Asia-Pacific“ bildete eine Befragung von 54 Mobilfunkbetreibern im APAC-Raum, darunter die Industriestaaten Australien, China (mit Hongkong), Japan, Neuseeland, Singapur, Südkorea und Taiwan. Hinzu kommen die Schwellenländer Bangladesch, Indien, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam sowie weitere Staaten Zentralasiens.

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