Android for Work – MDM Marke Google

Android-Geräte fit machen fürs Business

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Mit Android for Work will Google den iPhones und iPads im Unternehmensumfeld Paroli bieten.
Mit Android for Work will Google den iPhones und iPads im Unternehmensumfeld Paroli bieten. (Bild: GaudiLab - Fotolia.com (Collage))

Mit der „Android for Work“-App aus dem Google Play-Store haben Unternehmen die Möglichkeit, Android-Geräte optimal für die Verwendung im professionellen Umfeld vorzubereiten. Die App ermöglicht das Verschlüsseln von Daten sowie die Umsetzung von Richtlinien und soll Android im Business-Umfeld zu iOS aufschließen lassen.

Mit Android for Work lassen sich Android-Geräte ab Version 4 zuverlässig schützen. Private Daten lassen sich von geschäftlichen Daten trennen, Geräteinhalte werden verschlüsselt und Unternehmen können einen gesicherten Container für Unternehmens-Apps erstellen. Die Technik lässt sich aber nur zusammen mit einer EMM-Lösung (Enterprise Mobility Management) nutzen.

Die Funktionen von Android for Work sind in neueren Android-Geräten ab Version 5 bereits standardmäßig integriert und somit auch in den Versionen Android 6 und 7(N) verfügbar. Eine Installation der App ist auf neuen Android-Geräten damit nicht notwendig. Allerdings unterstützen nicht alle Android-Smartphones und -Tablets die neuen Android-Versionen. Damit auch ältere oder inkompatible Geräte nicht ausgemustert werden müssen, stellt Google die kostenlose App zur Anbindung aller Geräte an Google for Work zur Verfügung (siehe Abbildung 1). Mit der App lassen sich bereits in Android 4.0-4.4 Sicherheitsfunktionen wie Profile nutzen, die Google erst ab Android 5 fest integriert hat.

Android for Work mit Google Apps for Work nutzen

Um den vollen Funktionsumfang von Android for Work zu nutzen, müssen Unternehmen auf Google Apps for Work oder auf eine Enterprise-Mobility-Management-Lösung (EMM) von Google-Partnern setzen. Im Grunde genommen stellt Android for Work die Google-Variante von Samsung Knox dar. Durch die App werden Sicherheitsfunktionen in Android 4/4.4 integriert, sodass sich auch diese Systeme in Umgebungen einbinden lassen, die bereits Android 5/6 und Android 7(N) absichern.

Während Samsung Knox nur für Samsung-Geräte nutzbar ist (siehe Abbildung 2), kann Android for Work herstellerübergreifend für Sicherheit sorgen. Samsung war jedoch an der Entwicklung von Android for Work beteiligt, vor allem an der Funktion, die berufliche von privaten Daten trennen kann. Innerhalb des Containers stehen spezielle Unternehmens-Apps zur Verfügung, zum Beispiel E-Mail-Clients und Kalender, inklusive einer Unterstützung für Microsoft Exchange und Office 365. Auch ein PDF-Reader ist standardmäßig an Bord, genauso wie Apps für Präsentationen, Notizen und mehr. Unternehmens-Apps wie SAP lassen sich ebenfalls problemlos einbinden. Weitere, auch eigene Apps lassen sich jederzeit hinzufügen.

Das bietet Android for Work

Die drei wichtigsten Funktionen von Android for Work sind die Verschlüsselung von Daten, das Umsetzen von Richtlinien und das Trennen von geschäftlichen und privaten Daten auf den Endgeräten. Dadurch lassen sich Android-Geräte in Bring-Your-Own-Device-Strategien optimal einbinden. Sämtliche Einstellungen werden in der EMM-Lösung verwaltet. Die „Android for Work“-App setzt diese auf den Endgeräten um.

Falls notwendig, zum Beispiel beim Ausscheiden eines Anwenders aus dem Unternehmen, lassen sich Firmendaten remote löschen, ohne private Daten zu beeinträchtigen. Mit Android for Work lassen sich aber auch Unternehmensanwendungen auf Endgeräten bereitstellen und auf Wunsch auch wieder entfernen.

Die „Android for Work“-App auf den Endgeräten setzt die Einstellungen um, die im EMM-System vorgegeben sind. Nutzen Unternehmen Google als EMM-Anbieter, sind die Einstellungen bei Geräteverwaltung/Mobilgeräte/Einstellungen für die Geräteverwaltung zu finden. Die wichtigste Funktion, das Trennen von beruflichen und geschäftlichen Daten, bietet enorme Sicherheit für Unternehmensdaten, da diese nur durch gesicherte Apps genutzt werden dürfen.

„Android for Work“-EMM mit Android 5/6 und neuer nutzen

Ab Android 5 ist keine zusätzliche App aus Google Play notwendig, um Geräte abzusichern. Die Funktionen, welche über die „Android for Work“-App in Android 4 bis 4.4 integriert werden, hat Google in den neuen Android-Versionen bereits integriert. Dazu gehört auch die Möglichkeit mehrere Profile anzulegen, um private Daten von geschäftlichen Daten zu trennen (siehe Abbildung 3). Für Container ist aber auch hier eine EMM-Lösung notwendig, nur die App muss nicht mehr auf den Endgeräten vorhanden sein.

Durch die Installation der „Android for Work“-App erhalten Smartphones einen eigenen Containerbereich, in dem sich wiederum Apps integrieren lassen. Die Verwaltung entspricht den Möglichkeiten von Samsung Knox. Die generelle Arbeit mit den Apps und die Verwendung des Smartphones werden von Android for Work nicht beeinträchtigt.

In den Richtlinien können Administratoren darüber hinaus festlegen, welche Apps im Geschäftsbereich miteinander kommunizieren dürfen, und welche Apps abgeschottet sein sollen. Auf der anderen Seite haben Administratoren keinerlei Zugriff auf die privaten Daten bzw. den privaten Bereich des Smartphones. Android for Work schützt also nicht nur das Unternehmen vor Datenverlust, sondern auch die Anwender vor Datenspionage.

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