Report registriert Anstieg bei Streaming-Diensten und Filesharing

Am Arbeitsplatz steigt die Videonutzung

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Peter Schmitz

Europäische Nutzer sehen gern Videos. Sieben Prozent der Bandbreite entfallen auf Video-Streaming.
Europäische Nutzer sehen gern Videos. Sieben Prozent der Bandbreite entfallen auf Video-Streaming.

Streaming-Dienste wie Videos und Peer-to-Peer (P2P)-Filesharing werden immer häufiger am Arbeitsplatz genutzt. Dies ist eines der Hauptergebnisse des neunten „Application Usage and Risk Report“ (AUR-Report) von Palo Alto Networks.

Wie im aktuellen Application Usage and Risk Report (Juni 2012) zu lesen ist, hat sich die Bandbreite, die auf Unternehmensnetzwerken für Streaming-Dienste verbraucht wird, im Vergleich zum Herbst 2011 um 300 Prozent auf 13 Prozent der gesamten Bandbreite gesteigert. Der Anteil von P2P-Filesharing-Anwendungen stieg im gleichen Zeitraum sogar um das Siebenfache an. Im Rahmen der Studie wurde der Applikationsnetzwerkverkehr von weltweit mehr als 2300 Unternehmen im Zeitraum von November 2011 bis Mai 2012 untersucht.

Matt Keil, Senior Research Analyst bei Palo Alto Networks und Autor des Berichts: „Wir kreieren den Report zweimal im Jahr und das schon seit vier Jahren. Dieses Mal haben wir eine besonders große Stichprobe des Applikationsverkehrs analysiert, darunter 250 Anwendungen für Streaming-Dienste und Filesharing. Das überraschende Ergebnis ist, dass sieben Prozent der Bandbreite für Streaming-Videos verwendet werden, wovon YouTube mit drei Prozent die beliebteste Plattform darstellt. Da fast ein Drittel von jedem Dollar im Unternehmen für Bandbreite ausgegeben wird, ist die zunehmende Nutzung von Streaming Media und Filesharing am Arbeitsplatz auch ein Kostenfaktor.“

Bandbreite für Video-Streaming verdreifacht

Im Vergleich zum im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten AUR-Report hat sich die Brandbreitennutzung für Video-Streaming verdreifacht. Sie nimmt jetzt 13 Prozent der Gesamtbandbreite ein und ist damit eine ernstzunehmende Herausforderung für Unternehmen. Durchschnittlich wurden 34 verschiedene Streaming-Media-Anwendungen auf 97 Prozent der Unternehmensnetzwerke gefunden. In den USA wurden vor allem die Video-Streaming-Dienste YouTube und Netflix verstärkt genutzt. In der Region Asien/Pazifik legte das P2P-Video-Streaming-Netzwerk PPStream deutlich zu.

P2P-Filesharing-Bandbreite plus 700 Prozent

Der Bandbreitenverbrauch von P2P-Filesharing stieg um 700 Prozent an. Damit nimmt der Bereich 14 Prozent der Gesamtbandbreite ein und wächst stärker als alle anderen Applikationskategorien. Durchschnittlich wurden sieben verschiedene P2P-Filesharing-Applikationen auf 89 Prozent der Unternehmensnetzwerke gefunden. Browserbasierende Filesharing-Anwendungen sind noch verbreiterter, sie beanspruchen allerdings nicht so viel Bandbreite wie die P2P-Applikationen. Im Durchschnitt konnten 13 browserbasierende Filesharing-Varianten auf 89 Prozent der Netzwerke identifiziert werden. Auch nachdem die populäre Filesharing-Website Megaupload im Januar 2012 geschlossen wurde, nutzen ähnliche Anwendungen etwa ein Prozent der gesamten Bandbreite auf Unternehmensnetzwerken.

Soziale Netzwerke bilden neue Plattformen

Tumblr und Pinterest wurden in den vergangenen sechs Monaten deutlich häufiger genutzt. Facebook und Twitter dominieren allerdings nach wie vor. Mindestens eine Social-Networking-Anwendung wurde auf 97 Prozent der Unternehmensnetzwerke gefunden. Im Durchschnitt wurden 29 verschiedene Social-Networking-Anwendungen pro Netzwerk identifiziert.

René Bonvanie, Chief Marketing Officer bei Palo Alto Networks: „Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben weichen sich immer weiter auf, wie die Ergebnisse unseres Reports zeigen. Mitarbeiter nutzen immer häufiger Angebote wie Netflix und Tumblr am Arbeitsplatz. Unternehmen sollten diese Applikationen nicht ignorieren, aber auch nicht überzogen auf diese Entwicklung reagieren. Stattdessen sollte die Nutzung der Anwendungen mithilfe von Richtlinien geregelt werden, die einerseits dem Bedürfnis der Mitarbeiter nach Flexibilität Rechnung tragen und andererseits die Risiken für das Unternehmen reduzieren. Die Netzwerksicherheit kann so aufgesetzt werden, dass die Mitarbeiter Webapplikationen sicher nutzen können. Dabei ist es gleichzeitig möglich Quality-of-Service-Standards für geschäftskritische Anwendungen einzuhalten und Sicherheitsrisiken zu minimieren.“

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