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Durchblick im Raspberry-Pi-Dschungel Alle Raspberry-Pi-Modelle im Überblick

| Autor / Redakteur: Margit Kuther / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Welcher Raspberry Pi darf's denn sein: A, B, A+, B+, das Compute Modul oder gar der Neuling Raspberry Pi 2 B? Lesen Sie, worin sich die Modelle unterscheiden, und welcher Raspberry für Ihre Zwecke am besten geeignet ist.

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Raspberry-Pi-Vielfalt: Inzwischen gibt es sechs Varianten des Raspberry Pi
Raspberry-Pi-Vielfalt: Inzwischen gibt es sechs Varianten des Raspberry Pi
(Bild: Raspberrypi.org)

„It's a hell“, erklärte Eben Upton, Chef der Raspberry Pi Foundation, zum Verkaufsstart der ersten Mini-PC-Platine Raspberry Pi B (eine frühere A-Variante wurde verworfen) im Februar 2012.

Binnen einer Stunde setzten die Exklusivdistributoren Farnell und RS Components über 10.000 Exemplare ab. Und der Hype ging weiter: mehr als fünf Millionen Exemplare des Raspberry Pi sind inzwischen verkauft.

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Erfolgsmodell Raspberry Pi

Was ist die Ursache des Hypes? Nicht das Ziel der Wohltätigkeitsorganisation Raspberry Pi Foundation, via preisgünstigem Rechner und Open-Source-Software allen Schülern Zugang zum Internet und Office-Programmen zu geben und sie zum Programmieren anzuregen.

Raspberry Pi B war auch nicht der erste Open-Source-basierende Einplatinencomputer und schon gar nicht der leistungsfähigste. Verantwortlich für den Hype sind vielmehr zwei Faktoren, die Raspberry Pi eint: Zum einen der unschlagbar günstige Preis von rund 35 Euro.

Desweiteren die GPIO-Pins oder auch General Purpose Input Output, die eine zentrale Schnittstelle zwischen dem Raspberry Pi und externen Geräten sowie digitalen Schaltungen bilden. Dabei übernehmen bestimmte Pins neben der einfachen Ansteuerung auch besondere Funktionen wie die Kommunikation per I2C, UART oder SPI zum Anschluss weiterer Hardware, die den Raspberry Pi für vielfältigste Einsatzmöglicheiten prädestinieren, etwa als Mess- Steuer- und Regelgerät, zum Fotografieren und Aufzeichnen von HD-Videos, als Digitaloszilloskop und für die Hausautomation. Desweiteren hat sich Raspberry Pi schon zu Wasser und als Flugobjekt in der Stratosphäre bewährt.

Die sechs Varianten des Raspberry Pi auf einen Blick

Zum Start des Raspberry Pi B im Frühjahr 2012 gab es lediglich ein Modell. Inzwischen haben Käufer die Qual der Wahl: hinzu kamen im Februar 2013 Raspberry Pi A, im Juni 2014 die Industrievariante Raspberry Pi Compute Module, im Juli 2014 Raspberry Pi B+, im November 2014 Raspberry Pi A+ und im Februar 2015 Raspberry Pi 2 B.

Alle Modelle eint, dass sie kein Onboard-Betriebssystem haben. Dieses muss von einer separaten Speicherkarte gebootet werden.

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Raspberry Pi auf unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.de

Raspberry-Pi-Vielfalt: Alle Modelle im Überblick
Raspberry-Pi-Vielfalt: Alle Modelle im Überblick
(Bild: Margit Kuther)

Hinweise dazu bietet etwa der Beitrag Raspberry Pi Noobs, der sich allerdings auf eine ältere Noobs-Variante bezieht. Die aktuelle Noobs-Version 1.4.0 steht auf raspberrypi.org zum Download bereit.

Abgesehen vom Raspberry Pi 2 B setzen alle Modelle auf den betagten 700-MHz-Einkerner Broadcom-SoC BCM2835 und 256 respektive 512 MB LPDDR2-SDRAM. Mit Raspberry Pi 2 B spendiert die Raspberry Pi Foundation dem Mini-PC mehr Leistung und setzt auf den Vierkerner Broadcom BCM2836 mit 900 MHz Takt und 1 GB LPDDR2-SDRAM.

Doch es gibt weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Der Übersichtlichkeit halber haben wir sie in einer Tabelle (siehe oben) zusammengefasst:

Raspberry Pi B, der Erstling und Allrounder

Raspberry Pi Modell B: Die Linux-basierende Mini-PC-Platine meistert vielfältigste Aufgaben
Raspberry Pi Modell B: Die Linux-basierende Mini-PC-Platine meistert vielfältigste Aufgaben
(Bild: Farnell)
Seit Februar 2012 ist das erste Modell, der Raspberry Pi B, erhältlich. Er bietet alles, was erforderlich ist um im Internet zu surfen, Office-Anwendungen zu nutzen und Musik und Video in HD-Qualität zu sehen: auf der Platine befinden sich Anschlüsse für Ethernet 10/100, zwei USB-Buchsen, HDMI 1.3/1.4, Composite Video und eine 3,5-mm-Audiobuchse.

Aktuell ist der Raspberry Pi B fast ausverkauft. Laut Distributor RS Components sollte Raspberry Pi B ab September 2015 wieder verfügbar sein. Es könnte aber auch sein, dass die Raspberry Pi Foundation ihn zugunsten der Nachfolgemodelle vom Markt nimmt.

Raspberry Pi A, funktionsreduzierter Energiesparer für den Industrieeinsatz

Raspberry Pi A: funktionsreduziertes Modell mit 1 x USB ohne Ethernet
Raspberry Pi A: funktionsreduziertes Modell mit 1 x USB ohne Ethernet
(Bild: RS Components)
Raspberry Pi A kam im Februar 2013 auf den Markt. Er unterscheidet sich vom Modell B durch einen kleineren Speicher von 256 MB RAM statt 512 MB, eine Ethernet-Schnittstelle fehlt und es ist nur ein USB-Port vorhanden, der über den SoC verwaltet wird.

Insbesondere wegen des im Vergleich zum Raspberry B fehlenden USB-/Ethernet-Chips und der Ethernet-Buchse verbraucht Raspberry Pi A deutlich weniger Energie. Desweiteren weist Raspberry Pi A wegen der ein- statt zweistöckigen USB-Buchse eine deutlich niedrigere Bauhöhe auf als Raspberry Pi B.

Rasperry Pi A ist daher für den industriellen Einsatz in mobilen batteriebetriebenen Applikationen, etwa in der Robotik und als Datenlogger prädestiniert.

Industrievariante Raspberry Pi Compute Module: mehr Funktionen, geringer Stromverbrauch

Raspberry Pi Compute Development Kit: Compute Modul (unten) und E/A-Entwicklungsplatine
Raspberry Pi Compute Development Kit: Compute Modul (unten) und E/A-Entwicklungsplatine
(Bild: RS Components)
Im Juni 2014 präsentierte die Raspberry Pi Foundation die Industrievariante Raspberry Pi Compute Module. Sie eignet sich für Entwickler in der Industrie und zur Integration in Fertigungsanwendungen.

Raspberry Pi Compute ist ein Modul im SODIMM-Format, das ausschließlich die Basiselemente eines Raspberry Pi Modell B umfasst, wie Prozessor, RAM und Flash-Speicher. Die SD-Karte wurde durch ein eMMC Flash Device mit 4 Gbyte für das Betriebssystem ersetzt. Alle Prozessor-I/Os sind über einen 200-poligen Kantensteckverbinder zugänglich. Das Compute Modul erfordert ein I/O-Board, das die Ausgänge nach Außen führt. Compute Modul und I/O-Board sind als Raspberry Pi Compute Development Kit erhältlich; die Platinen gibt es aber auch einzeln.

In Verbindung mit dem Compute Modul bietet die Raspberry-Pi-I/O-Platine eine Vielzahl von Standard-Steckverbindern. Es stehen zahlreiche Boot-Methoden zur Verfügung. Diese sind abhängig davon, ob ein Host-Computer an die microUSB angesteckt ist, vom Status eines GPIO-Stiftes und einer Verbindungsbrücke.

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