ITSM-Plattform im ersten Schritt runderneuert – trotzdem Vertagung

Ärgerlich: Bug in .Net-3.0 zwingt IET Solutions zum Aufschub

21.09.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Eigentlich hatte ITSM- und CMDB-Anbieter IET Solutions in dieser Woche geradezu ein Launch-Feuerwerk geplant. Doch das angekündigte Release 10.1 sorgte für Querschläger. Die Basistechnik für das IT Service Management (ITSM) basiert auf dotNet 3.0. Dieses aber weist laut Anbieter einen „signifikanten Bug“ auf, der den ITSM-Client bis zu sechsmal langsamer arbeiten lässt als bisher.

„Wir hier in Europa haben die Reißleine gezogen“, erläutert Michael Scheib, President und CEO der IET Solutions GmbH. Der Geschäftsführer befürchtet, die Kunden mit Performance-Einbußen zu verscheuchen. Während der US-Zweig des Unternehmens die Auslieferung neuer Releases trotz der Leistungs-Probleme befürwortet habe, sei hierzulande davon auszugehen, dass die Kunden eine derartige Einbuße kaum hinnehmen würden.

Wie IET-Produkt-Manager Klaus Dettmer ausführt, beruhen auch wesentliche Funktionen des neuen ITSM-Release 4.1 auf einer technisch neuen Plattform IET Enterprise 10.1. Diese entstand mit der Zielrichtung, eines Code-Sharing zwischen dem XAML-basierten Web-Client (XAML = Extensible Application Markup Language) und eines .Net-Client.

Bis jetzt gab es das nur für einzelne Schnittstellen. Während das Redesign des Web-Clients im kommenden Jahr mit der Version 10.2 vollzogen sein soll, sind bis jetzt ein neuer Windows-Client, eine neue Präsentationstechnik und neue Schnittstellen entstanden sowie das Deployment zentralisiert und vereinfacht worden.

Dotnet-Client-legt sich quer

Der Windows-Client beruhte bis zur Version 10.1 auf der Microsoft-Technik Common Object Model (COM) und Microsoft Foundation Classes. Jetzt soll die Version 3.0 des Framwork .Net als Grundlage dienen. Das erlaubt unter anderem in der ITMS-Software eine globale Suche und eine zentrale Software-Verteilung, die der Hersteller mit „Click Once“ bezeichnet.

Offenbar leidet .Net 3.0 jedoch an einem Refresh-Problem; laut IET Solutions bezeichnet Microsoft selbst dieses als „Limitierung“. Sie führt laut Dettmer trotz aller Optimierungsversuche zu enormen Leistungseinbußen. Gegenüber des bisherigen Windows-Client in der Version 10.0, sei die .Net-Variante bis zu sechsmal langsamer.

Mit dem .Net-Release 3.5, so habe Micosoft angekündigt, sei das Refresh-Problem behoben. Das Update soll im Frühjahr des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Für die Zwischenzeit stelle der Software-Gigant jedoch ein „Patch-Release“ in Aussicht. „Sobald dieses zur Verfügung stehe“, kommt auch die 10.1-Version von IET Enterprise auf den Markt“, sagt Dettmer.

Diese wird auf der Client-Seite die Betriebssysteme Windows Vista und Windows XP SP2 unterstützen. Windows 2000 hingegen wird mit dem neuen Client nicht mehr unterstützt. Kunden, die IET-Solutions-Software unter dem älteren Betriebssystem laufen lassen wollen, können sie unter der Bezeichnung „Workcenter Classic“ bekommen.

Funktionserweiterungen in der Planung

Server-seitig ist ein Windows Server 2003 Voraussetzung. Als Datenbanken kommen SQL Server 2000 oder 2005 von Microsoft in Frage sowie Oracle 9i oder 10g. Die Kommunikation zwischen Clients und Servern basiert in dem 10.1-Release auf Web-Services beziehungsweise Extended Markup Language (XML). Das erlaube künftig, Third-Party-Produkte und Service einzubinden, erläutert der Produkt-Manager.

Man habe gedacht, so Dettmer, dass es mit der neuen Code-Basis schon jetzt möglich sein müsse, Komponenten dazuzukaufen und nicht selber zu entwickeln. Doch diese Hoffnung habe sich weitgehend zerschlagen, da bisher schlichtweg entsprechende Controls fehlten. Unter anderem möchte das Unternehmen Kalenderfunktionen, etwa Gruppenkalender, wie Outlook und Lotus sie anbieten, einbinden können.

Doch das werde noch evaluiert, sagt Dettmer. Außerdem möchte IET Solutions künftig den Umgang mit Attachments verfeinern. Unter anderem soll festgelegt werden können, wer wann was löschen darf.

Mehr Offenheit im Fokus

Von Kundenseite gefordert wird etwa die Unicode-Unterstützung, um mehrsprachenfähig sein zu können. Das betreffe vor allem den Applikations-Server, so der Produkt-Manager. Dieser werde vermutlich komplett neu entwickelt.

Dettmer stellt zudem die Unterstützung von Mozilla und anderen Browsern bereits für die Version 10.2 in Aussicht. Außerdem werde die Oberfläche mit Ajax sowohl die Performance als auch die Bedienbarkeit des Web-Client verbessern, da nach Änderungen nicht mehr die komplette Seite aktualisiert werden müsse.

Zudem ist es jetzt nur möglich, Fenster in voller Bildschirmgröße zu öffnen. Künftig soll es möglich sein, alle Fenster auf der Oberfläche anzuordnen, so dass sich die Schlüsselinformationen individuell und so zusammenstellen lassen und trotzdem auf einen Blick erkennbar sind.

Version 1.2 der CMDB

Von dem Refresh-Bug in .Net 3.0 ist die Auslieferung der neuen Version 1.2 der Configuration Management Database (CMDB) nicht betroffen. Das Produkt verfügt nun über die Möglichkeit, neben Software auch Hardware, auch Router und Switches, automatisch zu erkennen und Relationen herzustellen, etwa mit MAC-Adressen abzugleichen.

Somit stellt das IET CMDB Discovery folgende Funktionen bereits:

  • agentenlose Erfassung der IT-Bestands
  • zeitgesteuerte Ermittlung der aktuellen Hardware über WMI und SNMP, inklusive Konfiguration und Verfügbarkeit und Software inklusive Details über Hersteller, Versionen und Security-Patches
  • über Formulare in IET ITSM steuer- und konfigurierbar

In die Bestandsaufnahme können weitere Tools eingebunden werden: Matrix 42, IBM Tivoli, Centennial Discovery, Novel Zenworks, Microsoft SMS und Incontrol beispielsweise.

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